Familie Zibell kümmert sich um das russische Mädchen Mascha und ihre Mutter

Einst gab es Geld für eine Kuh, jetzt einen Computer

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Dieses Foto bewegte im Oktober 2005 viele Kreiszeitungs-Leser: Mascha (r.) und ihr Schulkamerad Denis.

Hoyerhagen - Von Inge ZibellMascha ist den Lesern der Kreiszeitung seit Oktober 2005 bekannt. Damals lernte Inge Zibell aus Hoyerhagen das sechsjährige Mädchen und seine Mutter Tanja im ehemaligen deutschen Parnehnen, jetzt Russland, kennen. Tanja lebte nach dem frühen Tod ihres Mannes allein mit dem Kind, und obwohl sie selbst ohne Eltern aufgewachsen ist, versucht sie Mascha alles zu geben, was ihr selbst früher gefehlt hat.

Damals hatte Tanja von ihrem Lohn als Putzfrau in der Schule schon fast den Kaufpreis für eine Kuh zusammengespart, denn Mascha sollte endlich täglich Milch trinken können. Aber auch neue Fenster waren dringend nötig, da die alten morsch und undicht waren. Unbändig gefreut hat sich Tanja über eine kleine Summe von der „Parnehnen-Hilfe“, die schließlich den Kauf der Kuh ermöglicht hatte. Schon bei Inge Zibells nächsten Besuch in Parnehnen standen die Kuh und ein Kuh-Kälbchen im Stall, auch darüber berichtete die Kreiszeitung.

Tanja schuftete weiter in der Schule und in ihrem Garten und sorgte für Heu. Bald hatten sie und ihre Tochter zwei Kühe und zwei Kälber. Ein Bullenkalb wurde für Maschas Schulmaterial verkauft. Ihre Schultasche, Bücher und Hefte waren schon ein halbes Jahr vor der Einschulung gekauft. Mutter Tanja zeigte Inge Zibell stolz die Errungenschaften. Sie und Mascha erhielten eine kleine, monatliche Finanzhilfe für Lebensmittel, und für kurze Zeit hatte Mascha durch den ersten Bericht in der Kreiszeitung eine Patin gefunden, die aber bald selbst in finanzielle Not geriet.

In der Schule ist Mascha nicht nur ein besonders begabtes, aufgeschlossenes und fleißiges Kind, das gute Noten mit nach Hause bringt, sondern ist auch im Dorf beliebt. Regelmäßig beteiligte sie sich an den Freizeitangeboten des Kulturhauses, gewann bei Singwettbewerben Preise und tanzte in einer Gruppe. Nun allerdings ist das Kulturhaus geschlossen. Die Saaldecke ist vor einiger Zeit eingestürzt. Nun nimmt die Sechsjährige am einzigen Freizeitangebot im Dorf teil: Sie spielt dreimal pro Woche in der Schule Basketball. Ihre Mutter wurde irgendwann schwer krank. Sie war müde und ausgebrannt, ging nicht mehr zur Arbeit und vernachlässigte die kleine Mascha. Zusammen mit Helfern und Freunden in Parnehnen gelang es Inge Zibell, eine gute Therapie zu finden und zu finanzieren. Beim nächsten Besuch berichteten Tanjas Nachbarn stolz, dass sich die schmächtige Frau gefangen habe und alles wieder gut sei.

Zum Unterrichtsstoff der dritten und vierten sowie der achten Klasse gehört auch ein Computerunterricht. Deshalb hatte Tanja schon begonnen, über Möglichkeiten zu grübeln, wie sie ihrer Tochter in der sechsten Klasse einen Computer kaufen kann. Die Lösung: Die „Parnehnen-Hilfe“ versorgt nicht nur Schulen und Institutionen mit Computern, sondern hat auch schon zehn Kinder mit einem Computer glücklich gemacht.

Im Oktober 2011 wurde Mascha auch zum „Computerkind“. Sascha, einer der ersten Empfänger eines Computers, installierte ein Betriebssystem und andere Programme. Bei der Übergabe des Computers strahlten Inge Zibell und ihr Mann Klaus mit Mascha um die Wette. Und die Zibells sind sich sicher, dass das Mädchen die Möglichkeiten, die das Geschenk ihr bieten kann, schnell erkennt und es ihr gute Dienste bei ihrer Schul- und Ausbildung eröffnet.

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