Der Hoyaer Peter Müller reist viel und unterhält Besucher auf Märkten und Festen

Mit einem Affen auf der Drehorgel

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Ein Affe als Maskottchen: Peter Müller tourt seit sieben Jahren mit seiner „Rabatzorgel“ durch die Gegend und unterhält die Leute auf Märkten und Festen. ·

Hoya - Von Annika Bünder„Opi, erzähl doch mal: Wie war das auf dem Schiff?“ Wenn Peter Müllers Enkelkinder nach der Vergangenheit fragen, weiß ihr Großvater oft nicht, wo er anfangen soll. Der 68-Jährige hat viel erlebt.

Als Friseur arbeitete er nicht nur in seinem Salon in Hoya, sondern in den 60er-Jahren auch auf dem Turbinenschiff (TS) „Bremen“. Auf den Fahrten zwischen Bremen und New York traf er Stars und überstand Turbulenzen. Heute reist er in seiner Freizeit leidenschaftlich gern, besucht mit seiner  „Rabatzorgel“ verschiedene Märkte und Feste, und schnitzt Krippen.

Zahlreiche Souvenirs zeugen von Peter Müllers Reisen. Er bewahrt sie in seiner Gartenhütte auf: Fotos, Tassen, Bilder, Autogrammkarten, Urkunden, Fahnen und jede Menge kleine Figuren und Mitbringsel. Der 68-Jährige tourte mehrmals durch Amerika, lebte für fünf Monate in der Karibik, war in Skandinavien, … „Ich habe fast alles von der Welt gesehen“, sagt Peter Müller und lehnt sich in seinem Sessel zurück. Nur den asiatischen Raum kenne er noch nicht. Eine Reise dorthin würde er gerne nochmal unternehmen. Als Rentner habe er schließlich Zeit dazu.

Mit seiner Frau Ingrid ist er oft Gast auf einem Kreuzfahrtschiff, und jedes Jahr geht es nach Nesselwang im Allgäu, direkt an einen See. Peter Müller liebt das Wasser  – vor allem das Meer. Deshalb heuerte er 1964 nach seiner Friseur-Ausbildung auf einem Schiff an. Zwei Jahre lang griff er auf der „Bremen“ zu Schere und Rasierer, um der Crew und den Gästen die Haare zu frisieren.

Einige Überfahrten waren „sehr turbulent“. Im Januar 1965 beispielsweise, stand das Schiff zwei Tage mitten auf dem Atlantik. Ein schwerer Sturm hielt die Bordbesatzung und die Reisenden in Atem. „Der Sturm hat sogar die Fenster an der Brücke zerschlagen – die waren aus Panzerglas“, erinnert sich Müller. Angst habe er nie gehabt: „Ich hatte immer Vertrauen in das Schiff und den Kapitän.“

Während seiner Jahre an Bord lernte der Friseur die heutigen Magier Siegfried und Roy kennen. Sie arbeiteten als Steward und Page auf dem Schiff. 1999 besuchte der Hoyaer die beiden in Las Vegas. „Sie kannten mich noch“, sagt Müller mit einem Grinsen. Dann wird er ernst: „Sechs Wochen nach unserem Wiedersehen wurde Roy von dem weißen Tiger angegriffen – schrecklich!“

Trotz seiner vielen Reisen war Auswandern für Peter Müller nie ein Thema: „Ich bin immer bodenständig gewesen und geblieben.“ Nachdem er und seine Frau vor sieben Jahren den eigenen Salon geschlossen hatten, kaufte er sich von einem Bekannten aus Bremen seine „Rabatzorgel“, eine alte Drehorgel – aber keine richtige, die seien zu teuer. In ihrem Innern steht ein Kassettenrekorder. Damit spielt Peter Müller auf Märkten und Feiern. Stets trägt er dabei einen Gehrock, wie die alten Drehorgelspieler. Und ein Affe darf natürlich nicht fehlen: „Der gehört einfach dazu.“ Gerne hätte er sich ein echtes Tier gekauft, aber das sei ihm doch zu aufwändig gewesen, sagt der Rentner grinsend.

Außerdem hat er noch andere Hobbys: Für ein Buch über die Seefahrt hat er einen mehrseitigen Beitrag verfasst. Im Sommer schnitzt er Krippen, die er im Winter verkauft. Und mit der Familie unternimmt er viel –  mit seiner Frau Ingrid, seinen Söhnen Kai und Lutz sowie deren Partnerinnen und den zwei Enkelkindern. Ein drittes ist unterwegs. Dann hat Peter Müller bald noch einen Zuhörer mehr, wenn es wieder heißt: „Opi, erzähl doch mal: Wie war das auf dem Schiff?“

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