Die 22-jährige Theresa Stüven aus Hassel studiert in Laramie/Wyoming

Für eine tolle Uni verzichtet sie gerne auf Mettbrötchen

+
Theresa Stüven fühlt sich trotz einiger Eigenheiten der Amerikaner wohl in den USA und lobt besonders die Uni dort.

Hassel - Studieren im Ausland war lange der Traum von Theresa Stüven aus Hassel. Im vergangenen August ging er endlich in Erfüllung. Für zwei Semester reiste sie nach Laramie, eine Klein stadt im amerikanischen Staat Wyoming. Der 22-Jährigen gefällt vieles am amerikanischen „Way of life“, doch das Leben dort hat auch seine Schattenseiten.

Vor einigen Wochen war die Hasselerin, die normalerweise in Oldenburg Betriebswirtschaft studiert, auf zweiwöchiger Stippvisite in Deutschland. „Es musste bei mir eine Magenspiegelung gemacht werden“, erzählt Theresa, „und das Gesundheitssystem in den USA ist echt schlimm.“ 2011 musste sie zwei Mal ins Krankenhaus – das kostete sie satte 4 000 Dollar.

„Die Magenspiegelung hätte mich in den USA 3 000 Dollar gekostet, der Flug nach Deutschland nur 1 000“, sagt Theresa. Da sei die Entscheidung nicht schwer gefallen, sich im Heimatland und auf Kosten ihrer Krankenkasse untersuchen zu lassen.

Ansonsten gefällt es der Hasslerin im Heimatland ihres Vaters richtig gut. „Die laufen in Laramie echt mit Cowboyhüten und -stiefeln ‘rum und sind da sehr stolz darauf“, erzählt sie.

Ihre Entscheidung für Wyoming und gegen Kalifornien – vor ihrer Abreise standen beide Staaten zur Wahl – hat sie aufgrund der besseren Universität getroffen. „Die Ausstattung in Laramie ist toll: der beste technische Standard und für jeden Studenten einen eigenen Computer.“ Es sei auf keinen Fall mit der Uni in Oldenburg zu vergleichen. „Und das Beste: Die Professoren kennen uns Studenten alle mit Namen“, scherzt Theresa. Sie wollte durch den USA-Aufenthalt auch ihr Englisch verbessern – was ihr gelungen ist, nicht zuletzt durch die Kommunikation mit ihren Kommilitonen.

Neben amerikanischen Studenten besuchen etwa 400 Ausländer die Universität von Laramie. „Ich wohne sogar mit einem anderen Deutschen in einer WG.“ Gemeinsam vermissen die beiden die deutsche Küche. „Vor allem Mettbrötchen!“, witzelt Theresa. Die Amerikaner würden immer das Gesicht verziehen, wenn sie hörten, dass die Deutschen rohes Fleisch auf Brötchen essen.

Andersherum kann sich Theresa nicht so recht an das Essen in ihrem Gastland gewöhnen. „Ich habe schon zehn Kilo abgenommen“, sagt sie. Die Amerikaner würden vieles frittieren, frisches Obst und Gemüse könne man sich hingegen nicht leisten.

Lustig findet sie, dass ihre amerikanischen Mitstudenten total auf die deutsche Schokolade stehen. Und so hatte sie auf ihrem Rückflug einige Tafeln „Milka“ im Gepäck.

Als Gegenleistung zeigen ihre amerikanischen Freunde ihr das Land. „Ich bin schon viel rumgereist“, erzählt Theresa. Kalifornien, Las Vegas, Chicago, … „Ich bin immer wieder erstaunt über die Vielfalt: Waren wir eben noch in den Bergen, steht man wenige Kilometer weiter schon am Meer.“

Über Internet hält sie Kontakt mit ihrer Familie in Deutschland. „Die vermisse ich sehr.“ Bei ihrem Kurzbesuch in Hassel gab‘s für Theresa Oma‘s Käsespätzle – ihre Leibspeise.

Im Mai geht das Studium in Oldenburg weiter. Im Sommer will Theresa ihren Bachelor machen. · reg

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Koalition einigt sich auf CO2-Preis und Pendler-Entlastung

Koalition einigt sich auf CO2-Preis und Pendler-Entlastung

Ein Jahr im Packeis: Eisbrecher "Polarstern" gestartet

Ein Jahr im Packeis: Eisbrecher "Polarstern" gestartet

Weltweiter Massenprotest für eine bessere Klimapolitik

Weltweiter Massenprotest für eine bessere Klimapolitik

Familienfest im Kurpark

Familienfest im Kurpark

Meistgelesene Artikel

Altstadtfest Nienburg: Bußgeld für weggestellte Glasflaschen 

Altstadtfest Nienburg: Bußgeld für weggestellte Glasflaschen 

Mehr als 500 Schüler demonstrieren für die Umwelt

Mehr als 500 Schüler demonstrieren für die Umwelt

Rat des Fleckens Bücken verabschiedet Bebauungsplan „Rittergut Ovelgönne“

Rat des Fleckens Bücken verabschiedet Bebauungsplan „Rittergut Ovelgönne“

Zu Besuch im Studio: „Meilentaucher“ nehmen ihr erstes Album auf

Zu Besuch im Studio: „Meilentaucher“ nehmen ihr erstes Album auf

Kommentare