DRK-Einsatzzug probt den Ernstfall

Zum Glück nur eine Übung – aber eine sehr beeindruckende

+
Überzeugende Leistung: Die Laiendarsteller wimmerten und stöhnten äußerst realistisch. Die perfekte Schminke sorgte vollends für ein schauriges Bild.

Loccum. Das Schreckensszenario: Ein schwerer Lkw ist in eine Menschengruppe gerast. Es gibt unzählige Verletzte. Andere sind äußerlich unverletzt, stehen unter Schock und irren ziellos umher. 

Der Einsatzzug des DRK-Kreisverbands Nienburg muss sich um die Menschen kümmern, Verletzte bergen und versorgen.

Das Ganze ist nur eine Übung, aber die hat es in sich. Unter, hinter und neben dem Sattelzug auf einem eigens dafür zur Verfügung gestellten Betriebsgelände liegen Laiendarsteller vom DRK-Kreisverband Minden-Lübbecke, die sehr überzeugend wimmern und stöhnen. Die perfekte Schminke sorgt vollends für ein schauriges Bild. Es fehlen lediglich die unvermeidlichen Gaffer mit ihren Handykameras. Die Mitglieder des Einsatzzuges kümmern sich zügig und konzentriert um die „Betroffenen“. Offensichtlich weiß jeder, was er wann wie zu tun hat. DRK-Kreisgeschäftsführer Martin Krone hat sich in „Zivil“ an den Rand des Übungsgeländes gestellt und schaut aufmerksam zu. „Ein solches Szenario will sich eigentlich niemand vorstellen“, sagt er. „Heute habe ich lediglich Beobachter-Status. Im Ernstfall stelle ich jedoch in meiner Funktion als Krisenmanager (VKM) das Bindeglied zwischen Ehren- und Hauptamt her und kümmere mich beispielsweise um die Bereitstellung evtl. benötigter finanzieller Mittel, etwa bei länger anhaltenden Schadenlagen..“

„Ob es sich hier im Ernstfall um einen Unfall oder einen Anschlag handeln würde, hätten wir nicht zu beurteilen“, sagt Harald Engelhardt, Fachberater Sanität und Betreuung beim DRK und damit in einem Ernstfall Bindeglied zwischen den Hilfsorganisationen, dem DRK und dem Einsatzstab des Landkreises. „Aber in jedem Fall wäre das hier leider ein durchaus realistisches Bild.“

Kreisbereitschaftsleiter Stephan Brandt, der die Übung gemeinsam mit seiner Kollegin Maike Matthies organisiert hat, beschreibt Details: „Wir haben hier die unterschiedlichsten Verletzungsmuster.“ Welche Verletzungen das im Einzelnen sind, wissen die Übenden nicht: Das müssen sie, wie im Ernstfall, zügig herausfinden und entsprechend reagieren.

Der 30-köpfige Einsatzzug des DRK ist eine Art Multifunktions-Einheit. Die Gruppe umfasst nicht nur Sanitätskräfte, sondern auch Techniker und Betreuer. Im Ernstfall – also insbesondere dann, wenn es zahlreiche Verletzte gibt - kann der Einsatzzug Zelte als Verbands- und Versorgungsplätze aufbauen und Verletzte sofort und vor Ort versorgen. Alles, was dazu benötigt wird – von Zelten über Decken und Notstromaggregaten bis zu Tragen und Medikamenten – hat die Einheit bei sich.

Insgesamt drei Tage dauerte die Übung der – fast ausschließlich ehrenamtlichen – Teilnehmer. Das Lastzug-Szenario ist nur ein Teil davon. Außerdem standen Fortbildungen im Bereich Sanität und Digitalfunk sowie einsatzrelevante Führerschein-Erweiterungen auf dem Programm. „Basis“ während dieser drei Tage war die Oberschule Loccum – dort wurde auch gegessen und geschlafen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

Das könnte Sie auch interessieren

Nach Terrorattacke gehen Ermittler von Islamisten-Zelle aus

Nach Terrorattacke gehen Ermittler von Islamisten-Zelle aus

Diese Stellen vergessen Sie beim Putzen immer

Diese Stellen vergessen Sie beim Putzen immer

Werders Bundesliga-Starts seit der Saison 2007/08

Werders Bundesliga-Starts seit der Saison 2007/08

Podiumsdiskussion vom RWF und der Kreiszeitung zur Bundestagswahl

Podiumsdiskussion vom RWF und der Kreiszeitung zur Bundestagswahl

Meistgelesene Artikel

Gandesbergen holt sich den „Stadt-Nienburg-Pokal“

Gandesbergen holt sich den „Stadt-Nienburg-Pokal“

„Wir haben oft zusammen getrunken“

„Wir haben oft zusammen getrunken“

59-Jähriger erleidet bei Feuer schwere Verletzungen

59-Jähriger erleidet bei Feuer schwere Verletzungen

Kommentare