Stellenumfang von Friederike Werber steht erneut zur Diskussion

Drei Kirchengemeinden kämpfen für ihre Pastorin

+
Friederike Werber

Hoya - Von André SteuerWECHOLD · Der Streit um die gemeinsame Pastorenstelle in den Kirchengemeinden Wechold, Eitzendorf und Magelsen geht in eine neue Runde. Bereits 2011 wurde eine Kürzung der Stelle diskutiert. Die betroffenen Kirchengemeinden machten sich seinerzeit für ihre Pastorin stark und überzeugten den Kirchenkreisvorstand seine Pläne fallen zu lassen. Jetzt steht der Stellenumfang erneut zur Diskussion. Aktuelle Planungen seitens des Kirchenkreisvorstands sehen eine Kürzung um 15 Prozent vor. In den betroffenen drei Gemeinden ist man sich allerdings einig, die Stelle in vollem Umfang erhalten zu wollen.

Pastorin Friederike Werber kümmert sich derzeit in einem sogenannten verbundenen Pfarramt in den drei Kirchengemeinden um ihre Gemeindemitglieder. Momentan ist sie in ihrem Wirkungskreis Eitzendorf, Magelsen und Wechold zu 100 Prozent beschäftigt und wird auch entsprechend von seiten der Landeskirche bezahlt.

Geht es nach dem Willen des Kirchenkreisvorstands, soll diese Stelle nun jedoch gekürzt werden. Um weiterhin eine 100-Prozent-Stelle zu behalten, würde dies für Werber bedeuten, 15 Prozent der pastoralen Arbeitskraft andernorts in seelsorgerliche Aufgaben zu stecken. Konkret ist vom Kirchenkreistag der Einsatz in den Gemeinden Bruchhausen und Vilsen angedacht.

In einer Pressemitteilung des Kirchenvorstands Eitzendorf heißt es zu den Plänen: „Ein schier unmögliches Ansinnen“, wie der Kirchenvorstand Hans Hermann Maack schreibt.

In drei Gemeindeversammlungen beschäftigten sich die Eitzendorfer, Magelser und Wecholder mit den aktuellen Stellenkürzungsplänen. Herausgekommen ist ein Lösungsvorschlag, um die volle Stelle zu erhalten. Die Gemeindemitglieder wollen die benötigten 15 Prozent aus eigener Tasche bezahlen. Derzeit steht eine Summe in Höhe von etwa 24 000 Euro im Raum, die über einen Zeitraum von zwei Jahren von den drei Kirchengemeinden gemeinschaftlich aufgebracht werden müsste. Um dieses Ziel zu erreichen sollen Spenden gesammelt werden.

„Nach ausgiebiger Diskussion und Beantwortung vieler Fragen sind sich die Gemeindeglieder einig, dass die Vereinbarung beziehungsweise die Spendenfinanzierung zurzeit leider alternativlos ist und stimmen ihr mit einer Enthaltung zu. Dabei ist allen bewusst, dass es sich nur um einen Aufschub handelt und über die zukünftige Gestaltung ,unserer Kirche‘ ernsthaft nachgedacht werden muss“, schreibt Maack in der Pressemitteilung.

Wie groß das Interesse und das Engagement der Gemeinden ist, zeigt ein Blick in den vollen Gemeindesaal in Eitzendorf. Hier ging kürzlich die letzte der drei Versammlungen über die Bühne. Die sehr gute Beteiligung zeigte dem Kirchenvorstand, wie wichtig es für die Mitglieder zu wissen ist, wie es mit „unserer Kirche“ und der damit verbundenen Pfarrstelle weitergeht. Die Kirchenvorstände in Wechold und Magelsen verzeichneten ein ebenso starkes Interesse bei den vorherigen Zusammenkünften.

Mit überragender Mehrheit sprachen sich die Kirchenmitglieder für den Erhalt einer 100-Prozent-Stelle aus und stellten sich damit hinter die geplanten Spendenzahlungen.

Dieser Vorschlag ist nun an den Kirchenkreisvorstand gegangen. „Der Kirchenkreisvorstand, der unter anderem für die Stellenbesetzung zuständig ist, war am Dialog zur Lösungsfindung beteiligt“, sagt der Leiter des Kirchenkreises, Dr. Jörn-Michael Schröder, und teilt mit, dass „mit einer Entscheidung bis zu den Sommerferien zu rechnen ist“. Der Superintendent ergänzt: „Mit dem Vorschlag wurde eine Basis gefunden, auf der man arbeiten kann.“ Allerdings weist er auch darauf hin, dass eine Stellungnahme seitens des Kirchenkreisvorstands erst nach Eingang des Vorschlagentwurfs erfolgen kann.

Laut der vorliegenden Pressemitteilung ist Pastorin Werber wenig begeistert über die geplante Vereinbarung. Sie empfindet diese als beschämend und hofft bald nicht mehr auf Spenden seitens der drei Kirchengemeinden angewiesen zu sein.

Die Gemeindeglieder wünschen sich, dass baldmöglichst Ruhe in die Stellendiskussion kommt und sie die Sicherheit erhalten, dass ihre Pastorin auch weiterhin für sie da ist. Zu 100 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Alena Gerber auf Ibiza: Fotos ihres September-Trips

Alena Gerber auf Ibiza: Fotos ihres September-Trips

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Was bringt Ridepooling wirklich?

Was bringt Ridepooling wirklich?

Meistgelesene Artikel

Nienburg: Zwei Linienbusse brennen aus 

Nienburg: Zwei Linienbusse brennen aus 

2,2 Millionen Euro für Anbau am Hoyaer Feuerwehrhaus

2,2 Millionen Euro für Anbau am Hoyaer Feuerwehrhaus

Kommentare