Finanzmittel von EU, Land und Bund / Bürgermeister: „Haben einiges in petto“

Dorferneuerungs-Programm: Hilgermissen aufgenommen

Hoya - Von Michael Wendt. Hilgermissen ist als eine von 15 niedersächsischen Kommunen ins Dorferneuerungs-Programm des Lands aufgenommen worden. Das teilt der regionale Landtagsabgeordnete Helge Limburg (Bündnis 90/Die Grünen) mit und beruft sich auf Informationen aus dem Landwirtschaftsministerium. Bis 2020 verteilt das Land insgesamt 115 Millionen Euro Fördergelder aus EU-Mitteln für anerkannte Dorferneuerungs-Maßnahmen. Hinzu kommen Bundes- und Landesmittel.

Mit der als Pressemeldung verteilten Nachricht war Limburg vorgeprescht. Der Gemeinderat war gestern noch nicht informiert, und aus der Verwaltung hieß es, der offizielle Förderbescheid liege noch nicht vor. Hilgermissens Bürgermeister Johann Hustedt freute sich über die Nachricht, die er über unsere Zeitung erfuhr: „Dann können wir ja anfangen zu planen. Wir haben einiges in petto.“

Bei der Ratssitzung vor genau einer Woche hatte es noch geheißen, die Verwaltung erwarte im Februar eine Zu- oder Absage. Neben Hilgermissen ist laut Helge Limburg auch Balge ins Programm aufgenommen werden.

„Höhe der Fördermittel steht noch nicht fest“

    „Das ist eine gute Nachricht für Balge und Hilgermissen und ein wichtiger Impuls für die gesamte Region“, schreibt der Grünen-Politiker in einer Pressemeldung. Jetzt sei es möglich, etwa ortsprägende Gebäude zu sanieren, Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept des Landkreises umzusetzen oder etwas für die Weiterentwicklung der Kindergarten- und Grundschulstandorte zu tun.

„Wie hoch die Förderung für Balge und Hilgermissen genau ausfällt, steht noch nicht fest“, schreibt Limburg. Bei allen Projekten ist jedoch Voraussetzung, dass die Gemeinde einen Eigenanteil der Finanzierung übernimmt.

Zwei Jahre haben die Kommunen jetzt Zeit, das Dorfentwicklungsverfahren zu planen. Danach wird mit dem Amt für Regionalentwicklung in Sulingen ein Zeitplan zur Umsetzung der Maßnahmen abgestimmt, auf dessen Basis dann konkrete Förderanträge gestellt werden können, schreibt Helge Limburg.

„Die Dörfer können  Vorschläge machen“

    „Niedersachsen setzt einen deutlichen Schwerpunkt bei der Regionalentwicklung. Nur wenn wir die Dörfer nicht nur als Wohnort, sondern auch als Kultur- und Sozialraum erhalten, haben ländliche Räume eine Chance, den demografischen Wandel zu bewältigen“, heißt es in der Mitteilung von Limburg.

Auch Johann Hustedt nannte beispielhaft ein Kulturprojekt: Der Kultursalon plant, mehrere Kunstwerke in der Gemeinde zu installieren. „Die einzelnen Dörfer können Vorschläge machen, was sie möchten“, sagte Hustedt.

Vor der Bewerbung Hilgermissens um Aufnahme ins Dorferneuerungs-Programm hatte das Planungsbüro Grontmij die Stärken und Schwächen der Gemeinde analysiert. Probleme seien unter anderem der schlechte Zustand vieler Gebäude sowie die Folgen der sinkenden Zahl an Landwirten.

So könnten die Umnutzung alter Bauernhäuser und Sanierungsmaßnahmen an prägenden Gebäuden zwei von vielen Projektbereichen einer Dorferneuerung sein. Das Planungsbüro wies zudem auf die typischen demografischen Probleme der hiesigen Region und damit auch Hilgermissens hin: zum Beispiel auf die teilweise mangelhafte Anbindung an den öffentlichen Personen-Nahverkehr, die sich verschlechternde ärztliche Versorgung sowie die Aufgabe von Dorf-Gaststätten.

Rubriklistenbild: © dpa

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