Dienste über Weihnachten regeln sich überall auf freiwilliger Basis

Keine Sorge: Auch über Weihnachten, an Silvester oder Neujahr ist der Rettungsdienst im Landkreis Nienburg gewährleistet. Fachpersonal steht zur Verfügung. ·
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Keine Sorge: Auch über Weihnachten, an Silvester oder Neujahr ist der Rettungsdienst im Landkreis Nienburg gewährleistet. Fachpersonal steht zur Verfügung. ·

Nienburg - Von Kurt Henschel. Dienst an Weihnachten, Silvester oder Neujahr? Was für die meisten Arbeitnehmer gar nicht in Frage kommt, weil ihre Branche eben an solchen Tagen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten nicht anbietet, sind diverse andere Beschäftigte durchaus in der Verlegenheit, Dienst schieben zu müssen.

Während Geldinstitute und Geschäfte geschlossen sind, muss die Versorgung in Krankenhäusern, bei Bus- und Taxi-Unternehmen, bei der Polizei, dem ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club), dem DRK (Deutsches Rotes Kreuz), den Johannitern oder dem ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) gewährleistet sein. Und natürlich bei der Feuerwehr, die aber ohnehin immer da und auf dem Sprung in den Einsatz ist.

Müssen die Arbeitgeber Dienste verordnen oder regeln sie sich von selbst? In einer kleinen Umfrage kristallisierte sich heraus, dass es diesbezüglich keinerlei Probleme gibt. Bei der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, so Pressesprecherin Gabriela Mielke, gebe es einen Jahres-Dienstplan. „Jeder weiß bereits am 1. Januar, ob er Weihnachten oder Neujahr dran ist“, so Mielke. Individuelle Absprachen seien möglich, wobei sich beispielsweise an Weihnachten viele Junggesellen freiwillig meldeten, damit Kolleginnen oder Kollegen mit ihren Kindern zu Hause feiern können. „Es gibt keine Besetzungs-Probleme“, so Mielke. Sie selbst habe auch frei – „wenn keine dicke Sache kommt“. Sollte es ein großes Feuer oder gar einen Mord geben, „sind sofort Kollegen da, die einsteigen“ und auch eine Sonder- oder Mordkommission bildeten, freut sich Mielke darüber, dass die sogenannte „Gerechtigkeits-Liste“ so gut wie nie greifen müsse.

Die Verkehrsgesellschaft Landkreis Nienburg (VLN) sowie die Bus-Unternehmen VGH (Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya), Langreder, Weser-Ems-Bus oder Block verkündeten, dass „noch keine Fahrt ausfallen musste, weil kein Fahrer da war“. Da an den besonderen Tagen die letzten Fahrten ohnehin spätestens um 19 Uhr beendet seien, gebe es „keinerlei Probleme“. Alle Betriebe seien „wie kleine Familien“ mit gutem Betriebsklima. „Da regeln sich die Dinge quasi von selbst“, erklärten unisono die jeweiligen Fahrdienstleiter der Unternehmen.

ADAC, DRK und ASB sehen ebenfalls keine Schwierigkeiten mit der Besetzung der Dienste. „Das läuft alles völlig unproblematisch“, sagte beispielsweise ASB-Fahrdienstleiter Matthias Henze am Standort Rehburg-Loccum. Und Landesbergens Ortsbeauftragter der JUH (Johanniter-Unfall-Hilfe), Walter Busse, sprach zwar von derzeit vielen Urlaubern, aber – ähnlich wie die Feuerwehren – seien JUH-Kräfte über die Leitstelle und ihre Meldeempfänger stets erreichbar und einsatzfähig.

Zu den Krankenhäusern in Nienburg und Stolzenau erklärte die stellvertretende Pflegedienstleiterin Sabrina Oldenburger: „An unseren Krankenhäusern ist auch über Weihnachten alles so wie immer. Die personelle Besetzung ist noch nie ein Problem gewesen, da die Stationsleitungen die Verteilung der Dienste bereits frühzeitig klären. Wir mussten da noch nie eingreifen, weil alle Beschäftigten unter sich ausmachen, wer wann arbeitet. Falls jemand dann noch kurzfristig tauschen möchte, ist das immer möglich. Wichtig ist, dass wir voll funktionsfähig sind“, so Oldenburger.

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