83-jährige Wartezeit beendet: Loccumer Windmühle hat wieder Flügel

„Dass der Heinrich das noch erleben darf!“

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Team mit Müller und Mühle: Heinrich Dralle (Mitte vorne) feiert gemeinsam mit dem Mühlen-Team und Georg Richter (3. v.r.) die gelungene Montage der Flügel. ·

Loccum - Mit leuchtenden Augen hat Heinrich Dralle den Anblick erwartet, den er zuletzt im Alter von sieben Jahren vor Augen hatte: Flügel an der Loccumer Windmühle. 83 Jahre hat der letzte Müller dieser Mühle darauf warten müssen.

Immer wieder sind an diesem Tag Menschen auf das Grundstück bei der Windmühle gekommen. Feucht war das Gras, niedrig sind die Temperaturen gewesen. Das Schauspiel an der Mühle wollten sie sich aber dennoch nicht entgehen lassen. „Dass der Heinrich das noch erleben darf!“, war einer der meistgesagten Aussprüche unter den Zuschauern. „Der Heinrich“ – Heinrich Dralle – hatte wenige Wochen zuvor seinen 90. Geburtstag gefeiert und als ehemaliger Müller die Arbeiten an der Mühle seit Jahren mit Rat und Obacht begleitet. Das war ihm eine Herzensangelegenheit und wurde ihm von denjenigen, die dort mittlerweile die Regie übernommen hatten, leicht gemacht.

Georg Richter, der die Mühle vor einigen Jahren gekauft hatte und den ehrgeizigen Plan entwickelte, sie wieder mit Flügeln zu bestücken, und zu diesem Zweck einen Mühlenverein gründete, sorgte dafür, dass Dralle sofort als Ehrenmitglied aufgenommen wurde.

Als Kind lebte Dralle noch in der Mühle. Sein Vater betrieb sie, sein Urgroßvater hatte sie 1849 bauen lassen. Da war es nicht verwunderlich, dass er in die Fußstapfen seiner Ahnen trat und ebenfalls Müller wurde. Zu jener Zeit hatte die Mühle allerdings längst ihre Flügel verloren und wurde erst mit Diesel, später mit Strom betrieben.

Irgendwann trennte sich Heinrich Dralle von der Mühle, und irgendwann war Richter der neue Besitzer. Was dann – seit 2006 – folgte, ist eine Geschichte mit vielen Erfolgen, einigen Rückschlägen, viel Tatkraft und ehrenamtlichem Engagement von Freunden Richters und Vereinsmitgliedern sowie schließlich die Geschichte vom Gelingen des Vorhabens: mit einer Spanne von mehr als 20 Metern sind die Mühlenflügel in Loccum nun erneut ein deutlich sichtbarer Punkt in der Landschaft. Munter im Wind drehen sich allerdings weder die Flügel noch der Mühlenkopf. Eine Bremse hält die Flügel an ihrem Platz und der Mühlenkopf ist festgestellt. · ade

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