Historische Personen sind Thema des zweiten Teils der Serie „Hoya von A bis Z“

Burgmänner beschützen das Hoyaer Grafenschloss

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Justus Erich Bollmann wurde 1769 in Hoya geboren.

Hoya - Von Gerhard KrügerIm zweiten Teil der neuen Serie „Hoya von A bis Z“ geht es um die einstigen Bewohner der Grafenstadt Justus Erich Bollmann und Georg Martin Bollmann sowie um die Burgmänner, die der Graf Heinrich I. aufgestellt hat, damit sie das Hoyaer Grafenschloss verteidigten.

Bollmann, Justus Erich:

Dieser Sohn Hoyas zählt neben Johann Beckmann (1739-1811), dem Philosophen, Ökonomen und Stammvater der Technikgeschichtsschreibung, mit zu den berühmtesten historischen Personen der Grafenstadt. Bollmann kam am 10. März 1769 als Sohn des Kaufmanns Georg Martin Bollmann und seiner Ehefrau Amalie, geborene Hoppe, zur Welt. Nach der Schule in Hoya und seiner Konfirmation besuchte er das Gymnasium in Karlsruhe, um sein Abitur zu machen. Im Oktober 1787 begann er ein Studium der Medizin in Göttingen. Danach lebte er ein Jahr lang in Straßburg, eröffnete anschließend eine Praxis in Paris, wo die französische Revolution tobte. Der berühmte französische General Marquis de La Fayette, der in Nordamerika auf Seiten der Kolonisten für die Unabhängigkeit von Großbritannien kämpfte, verdankte dem Hoyaer Bollmann 1794 die Befreiung aus österreichischer Gefangenschaft in der Festung Olmütz. Später machte sich Bollmann in den USA als Mitbegründer der Städte Philadelphia und Pittsburgh sowie als Unternehmer, der mehrere große mit Dampfmaschinen betriebene Müllereien gründete, einen Namen. In Pittsburgh erinnert ein Denkmal an den gebürtigen Hoyaer. 1814 nahm Bollmann im Auftrag des Londoner Bankhauses „Baring“ an den Verhandlungen des Wiener Kongresses zur Neuordnung Europas nach der Befreiung von Napoleon teil. Am 10. Dezember 1822 erlag Bollmann in Kingston/Jamaica einem Fieber.

Bollmann, Georg Martin:

Geboren wurde Georg Martin Bollmann 1804, er starb 1896. Er war der letzte Leggemeister von Hoya. Die Linnenlegge war die Qualitätskontrollstelle für von den Frauen in Heimarbeit selbstgewebtes Linnen (Leinen), welches in den Handel gebracht werden sollte. Die Linnen-Qualitätskontrolle in Deutschland wurde 1775 gegründet und 1875 wieder aufgehoben. In Hoya befand sich die Linnenlegge (eine zentral eingerichtete Leinenprüfstelle) im Haus von Bäckermeister Koch an der Langen Straße.

Burgmänner:

Den Burgmännern oblag seit der Zeit des Grafen Heinrich I. die Verteidigung des Hoyaer Grafenschlosses. Zu ihnen gehörten die Herren von Rassel, von Warpe, von Wechold, von Anderten, von Klencke, von Boyen, von Spade und später auch die Herren von Behr, von Staffhorst und von Bussche. Ihre Güter, welche sie als Burglehen inne hatten, gehörten zu den wertvollsten Liegenschaften rund um Hoya. In bestimmten Abständen hatten die Burgmänner in kriegsmäßiger Ausrüstung im Schloss zu Hoya zu erscheinen, um ihre Kampfstärke zur Verteidigung des Grafen und seines Schlosses sichtbar nachzuweisen. War dem genüge getan, soll es rauschende Festgelage gegeben haben.

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