Skepsis gegenüber möglicher neuer Strecke / Zuschuss zu Kirchenfenstern

Rat Bücken diskutiert über Silo-Denkmal und Radweg

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Die Kirchenfenster werden restauriert. ·

Bücken - Der Gemeinderat Bücken hat am Mittwoch den Jahresabschluss 2010 mit 178 000 Euro Überschuss beschlossen und gewährt der Kirche einen Zuschuss zur Restaurierung der Fensterverglasung. Angeregt diskutierte er zudem die vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) gewünschte Radwegeführung abseits des Ortes und eine mögliche Umgestaltung des RWG-Silos zum Kunstwerk.

Die brachte Peter Klein, Mitbetreiber der Kleinkunstdiele, ins Spiel. Ein Bücker Künstler hatte diesen Vorschlag an ihn herangetragen. Er könnte sich vorstellen, dass nur die Eckpfeiler stehenbleiben und farbig gestaltet werden. „Die Idee ist sehr interessant“, sagte Bürgermeister Wilhelm Schröder, und Peter Klein schob nach: „Das ist eine verrückte Idee, aber man kan ja mal ein bisschen verrückt sein. Vorteil der Lösung: Die Funkmasten auf dem Silo könnten erhalten bleiben, und es müsste keine Brandschutzmauer zum geplanten „Netto“-Markt gebaut werden.

Diesbezüglich fragte Ratsfrau Ulrike Eckhardt, ob an der Kreuzung eine Kreisverkehr entstehen sollte, damit der Verkehr nach der Eröffnung des Marktes nicht ins Stocken gerät. Zwar gab es in dieser Richtung bereits Überlegungen, antwortete Wilhelm Schröder, im Moment passiere aber nicht. Weil sich dort zwei Landesstraßen kreuzen, müsse das auch die zuständige Straßenbau-Behörde entscheiden.

Bei einem Zuschuss zur Restaurierung der Schutzverglasung der Stiftskirchen-Fensterwaren sich alle Ratsmitglieder einig. Für die Wählergemeinschaft sagte Stefan Meyer: „Die Zuschüsse von außen sind erheblich. Es kann nur in unserem Interesse sein, das zu unterstützen, denn die Kirche ist ein schönes Wahrzeichen.“ Die genannten anderweitigen Zuschüsse kommen im Wesentlichen von der Landeskirche (96 000 Euro). Aus den Fördertöpfen zur Dorferneuerung fließen 70 000 Euro, die Klosterkammer schießt 5 000 Euro zu. Dagegen fällt der Beitrag des Fleckens Bücken mit 2 890 Euro vergleichsweise gering aus. Auch Dieter Brandt (SPD) sagte: „Das ist nur eine kleine Summe, so viel sollte uns die Kirche wert sein.“ Er rechtfertigte auch die hohen Gesamtkosten der Restaurierung: „Da kommen Spezialisten von weit her.“

Wilhelm Schröder lobte in diesem Zusammenhang die Samtgemeinde. Sie beteiligt sich ebenfalls an den Restaurierungskosten. „Die Samtgemeinde erkennt die überörtliche Bedeutung des Bauwerks an und fördert das – sehr löblich.“

Deutlich kritischer sieht der Bürgermeister die vom ADFC geforderte neue Streckenführung des Weserradwegs. Der verläuft derzeit durch Bücken, der Fahrradklub möchte ihn aber enger an der Weser verlaufen sehen und dazu den Deichverteidigungsweg öffnen. Zur Untermauerung seiner Forderung hatte er Samtgemeinde-Bürgermeister Detlef Meyer Anfang des Monats eine Liste mit 883 Unterschriften überreicht (wir berichteten).

„Ich persönlich hege große Bedenken gegen den Vorschlag“, sagte Schröder. „Ich kann die Gründe des ADFC verstehen, aber es ist abzuwägen, ob der Flecken nicht angehängt wird.“ Diese Befürchtungen hat auch Gastwirt Wilhelm Thöle. In einem Schreiben, das dem Rat vorliegt, hat er 32 Betriebe und Einrichtungen des Fleckens genannt, die jetzt am Weserradweg liegen, unter anderem sein eigener Gastbetrieb.

Detlef Meyer hat einen runden Tisch zum Thema angeregt, zumal für eine Streckenführung über den Deichverteidigungsweg der Mittelweserverband zustimmen müsste. Schröder: „Auf diesen runden Tisch sollten wir warten. Es wäre falsch, jetzt einfach eine ablehnende Haltung einzunehmen.“ · mwe

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