Bildhauer Egbert Broerken fertigt Bronze-Stadtmodell

Das historische Nienburg in 3 D

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Ekbert Broerken bei der Arbeit: Zunächst schnitzt er die einzelnen Gebäude.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Ein dreidimensionaler Ausflug in Nienburgs Geschichte wird schon bald in der Fußgängerzone der Kreisstadt möglich sein. Die Zeitreise geht zurück ins 17. Jahrhundert.

Auf einem etwa einem Mal einem Meter großen Bronzemodell laden historische Gebäude, Straßenzüge, Gassen und Plätze zu einem Spaziergang per Fingerkuppe ein. Das Geniale daran: Auch Menschen mit Sehbehinderung können die Nienburger Altstadt, wie sie vor 400 Jahren aussah, auf diese Weise erfühlen. Wo das genau sein wird, beraten die Mitglieder des Nienburger Kulturausschusses am kommenden Mittwoch, 1. November.

Der Bildhauer Egbert Broerken aus Soest fertigt zur Zeit ein entsprechendes Modell im Maßstab 1:650 an. „Die Gestaltung ist aufgrund der historischen Darstellung eine besondere Herausforderung“, berichtet er. Entsprechende Unterstützung bekommt der Bildhauer deshalb von der Historischen Gesellschaft zu Nienburg. Deren Förderverein hat das Projekt initiiert, dessen Finanzierung geregelt und organisiert die Realisierung.

Nicht nur die Gestaltung ist aufwendig. Durchschnittlich ein Dreivierteljahr arbeitet Egbert Broerken an einem Projekt. So erfordert die Herstellung der maßstabsgetreuen Bauwerke einschließlich kleinster Details und Beschriftung – auch in Blindenschrift – bis zum fertigen Bronzemodell enormes Know-how. Aktuell schnitzt Egbert Broerken die einzelnen Gebäude aus Hartkunststoff. Fenster und Türen „baut“ er anschließend mit einem Lötkolben ein. Danach bekommen diese Positivformen einen Silikonüberzug. Diesen pinselt der Bildhauer anschließend mit Wachs aus. Diese nun aus Wachs bestehenden Positiv-Objekte versieht der Künstler mit allen feinen Details. In Schamott gegossen, wird das Wachs schließlich über zehn Tage im Ofen ausgeschmolzen und der so entstandene Hohlraum mit Bronze ausgefüllt. „Das ist nicht nur leichter, sondern auch stabiler als ein massives Modell“, erklärt der Künstler. Rund hundert Miniatur-Stadtansichten und Einzelobjekte hat Broerken mit dieser Technik gemeinsam mit seinem Sohn Felix Realität werden lassen.

Der Kulturausschuss wird sich am kommenden Mittwoch mit dem geeigneten Aufstellungsort des Nienburger Bronze-Stadtmodells beschäftigen. Nach Möglichkeit soll es dort schon im kommenden Frühjahr zu einem Ausflug in die Altstadt zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges und des Barocks einladen. Die Historische Gesellschaft schlägt den Bereich vor dem Gebäudekomplex Lange Straße 31/33 vor – also dem designierten Standort der zukünftigen „Wissensburg“. Vor der endgültigen Entscheidung müsse es allerdings noch einen Ortstermin geben, der unter anderem dazu dienen solle, die Belange der Wochenmarktbetreiber angemessen zu berücksichtigen. Alternativ könnte die benachbarte ehemalige Bushaltestelle in Betracht kommen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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