Sondermülldeponie Münchehagen: Dreißig Jahre nach Schließung ist Gefahr gebannt

Behörden geben Entwarnung

Vor 30 Jahren wurde die Sondermüll-Deponie Münchehagen geschlossen. ·
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Vor 30 Jahren wurde die Sondermüll-Deponie Münchehagen geschlossen.

Münchehagen - Von Michael Evers. Fischsterben, missgebildetes Vieh, Krebsfälle und hochgiftiges Dioxin: Lange Zeit galt die Sondermüll-Deponie Münchehagen an der niedersächsisch-westfälischen Grenze als beispielloser Umweltskandal.

Die weltweit höchste Konzentration des Seveso-Dioxins wurde dort gemessen. Bundesweit Schlagzeilen machte die Deponie 1983, weil dort 41 aus Seveso verschwundene Dioxin-Fässer vermutet aber nicht gefunden wurden.

Ðrei Jahrzehnte nach Schließung der illegal mit hochgiftigem Abfall gefüllten Gruben ist die Gefahr für Mensch und Umwelt aus Sicht der Behörden gebannt. Für heute sind Anwohner zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Eine Puppe im Vollschutz-Anzug steht im früheren Dekontaminations-Raum.

Der jüngste Statusbericht zu der nach Abschluss der Sanierung 2001 dauerhaft überwachten Deponie habe sehr gute Ergebnisse geliefert, teilte die Niedersächsische Gesellschaft zur Endablagerung von Sonderabfall (NGS) in Hannover mit. Auch wenn derzeit beruhigt auf die Altlast geschaut werden könnte, werde der Zustand der Deponie wohl noch weitere Jahrzehnte beobachtet werden müssen, sagt NGS-Experte Henning Schröder. Eine 1,26 Kilometer lange Dichtwand wurde um das Gelände gezogen und die Oberfläche abgedichtet. Gemessen wird, ob von den rund 500 000 Tonnen eingelagertem Sondermüll keine Schadstoffe in Wasser und Umgebung gelangen.

Wie ist die Lage heute? „Das ist eine angespannte Ruhe“, beschreibt Bürgermeister Martin Franke die Stimmungslage in Münchehagen. „Abgehakt ist das Thema definitiv nicht, die Phase der akuten Aufgeregtheit aber ist nicht mehr da.“ Das heiße nicht, dass nicht aufmerksam beobachtet werde, wenn es Aktivitäten auf dem Deponiegelände gebe. „Wir sind zufrieden mit dem Sicherheitszustand.“ Ähnlich ist es im westfälischen Petershagen, sagt Burkhard Stiller, der Stadtwerke-Betriebschef. „Im Moment ist ein bisschen Ruhe eingekehrt weil die jährlichen Ergebnisse sagen, es geht keine Gefahr von der Deponie aus.“ Die Sorgen aber könnten wieder aufleben.

Dies ist auch einer der Gründe für den heutigen Tag der offenen Tür. Rechtzeitig, bevor Bagger mit dem Abriss nicht mehr benötigter Anlagenteile beginnen, sollen Anwohner ins Bild gesetzt werden, was genau auf der Deponie geschieht. Das Misstrauen nämlich, es ist auch nach 30 Jahren noch wach. · dpa

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