Seit gestern steht fest: Die Zweigstelle in Hoya schließt Ende 2010

Aus für das Amtsgericht

Traurige Gewissheit: Die Hoyaer Zweigstelle des Amtsgerichts schließt nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums Ende nächsten Jahres.Archiv-

Hoya (nis) - In Hoya wird nicht mehr lange Recht gesprochen. Was sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet hatte, ist seit gestern Gewissheit. Die Zweigstelle des Amtsgerichts in der Grafenstadt werde zum Jahresende 2010 aufgelöst, teilte das niedersächsische Justizministerium mit.

Ausschlaggebend für die Schließung sei, dass für die überwiegende Zahl der Bürger, die bisher die Hoyaer Außenstelle nutzten, das Gericht in der Kreisstadt näher sei. Für die Bevölkerung wirke sich ein zentraler Amtsgerichts-Standort insofern positiv aus. Selbst von Hoya aus sei das Gericht in Nienburg in weniger als einer halben Stunde zu erreichen, hieß es weiter. Zudem wohnten nur zwei der acht in der Zweigstelle Beschäftigten in Hoya.

Enttäuscht zeigten sich gestern Nachmittag alle Seiten, die von der Entscheidung noch nichts gewusst hatten. Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Rustemeyer: „Ich bin total frustriert, dass nach dem Krankenhaus und dem NISH (Niedersächsisches Institut für Sportgeschichte, d. Red.) auch das Amtsgericht weggeht.“ Vor allem sei er sauer, weil von Seiten des Landes auch mit dem schlechten Zustand des Gebäudes argumentiert worden sei. „Es wurde aber auch nichts investiert“, betonte er. „Es wird wieder mal eine Einrichtung aus dem ländlichen Raum abgezogen“, so Rustemeyer weiter. Er hoffe nun, dass das historische Gebäude wenigstens nicht zu einer Runie verkommt.

Trotz der häufigen Versprechen, den ländlichen Raum zu stärken, sei der Abgang in den vergangenen Jahren bereits vorbereitet worden, meint der Verwaltungs-Chef.

Noch vor wenigen Wochen hatte der SPD-Ortsverein Hoya das Justizministerium um eine Stellungnahme gebeten. „Daraufhin haben wir nur eine lapidare Eingangsbestätigung ohne weitere Informationen erhalten“, teilte der Pressebeauftragte Gerd Derwall mit. „Das würde erklären, warum es keine Reaktionen gab“, vermutete Lars Grotheer, Vorsitzender des Ortsvereins, den die Nachricht gestern überraschte. Auch auf Nachfragen an die Landtagsfraktionen habe es keinerlei Antworten gegeben.

Bedauern auch bei der CDU: „Das trifft uns natürlich hart“, beurteilte Wilhelm Schröder, Sprecher der Samtgemeinderats-Fraktion, den Weggang. In den vergangenen Wochen habe die Fraktion sich vor allem auf eine mögliche Nachnutzung konzentriert, da die Kämpfe um den Erhalt zu spät begonnen hätten. Mittlerweile habe es sogar bereits erste Gespräche mit dem Land gegeben. Er sei zuversichtlich, dass es keinen Leerstand geben werde.

Auch Grant-Hendrik Tonne (SPD), Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Unterausschusses Justizvollzug und Straffälligenhilfe, hatte sich kürzlich kritisch zu den Plänen geäußert und meint, der Beschluss sei bereits vor langer Zeit getroffen worden. „Die Betroffenen und die Öffentlichkeit wurden vorgeführt.“ Bis gestern Abend war Tonne für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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