Der Kindergarten „Arche Noah“ hat mit Niklas Campe einen männlichen „FSJ-ler“ eingestellt

Arbeit auf ungewohntem Terrain

Mit Niklas Campe hat der Kindergarten „Arche Noah“ jetzt auch einen männlichen Betreuer – und der kommt gut an.

Hoya - HOYA (brm) · Noch vor wenigen Wochen ahnte Niklas Campe aus Wechold nicht, dass er bald begehrter Ansprechpartner einer großen Gruppe junger Menschen sein würde. Denn männliche Kräfte sind selten im Evangelischen Kindergarten „Arche Noah“, und stehen daher besonders bei den Jungs entsprechend hoch im Kurs.

Inzwischen hat sich der 19-Jährige in seine Rolle als Betreuer, Berater und mitunter auch als Entertainer des jungen Klientels gut eingefunden. Kaum erscheint der Absolvent des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) auf der Bildfläche, ertönt sein Name unmittelbar in Verbindung mit einer Bitte oder auch mal einem Schlichtungswunsch. Niklas Campe, der aus Ermangelung eines Zivildienstplatzes als FSJ-ler im Kindergarten gelandet ist, begegnet den Erwartungen stets gelassen, gerade so, als blicke er auf langjährige Erfahrungen im Bereich der Elementarpädagogik zurück. Doch dem ist nicht so. Der Umgang mit Kindern ist für ihn neu. Die Morgenkreise mit gemeinsamem Gesang laufen noch holprig. „Die Liedertexte in den verschiedenen Gruppen konnte ich mir bislang überhaupt noch nicht merken“, erzählt er.

Dennoch – Einrichtungsleiterin Heike Teichmann ist hochzufrieden mit „ihrem“ FSJ-ler. „Niklas kommt bei den Kindern mit seiner ausgeglichenen Art sehr gut an“, betont sie. „Und die Jungs sind natürlich froh, neben den vielen Erzieherinnen nun auch ein männliches Vorbild zu haben.“

Jemand, dem soviel Talent in einem Bereich unterstellt wird, hat seine Berufung gefunden, möchte man meinen. Doch Niklas Campe hat andere Pläne. „Die Arbeit hier macht mir schon Spaß“, beteuert er, „aber studieren möchte ich nichts Soziales – eher vielleicht Mathematik.“ Aber dann auf Lehramt ? Doch auch hier schüttelt der FSJ-ler lachend den Kopf. Immerhin: In Sachen Hausaufgabenbetreuung sammelt Niklas Campe in der „Nachmittagsschicht“ emsig Erfahrungen. Dann ist er für die Grundschulkinder der neu eingerichteten Hortgruppe da. Abholen, Mittagstisch decken, Hausaufgaben und Freizeitgestaltung stehen dann auf dem Plan.

Eine nicht alltägliche Fähigkeit des FSJ-lers stieß bei Kindern und Kolleginnen gleichermaßen auf Begeisterung: der Neuzugang kann jonglieren. „Ich habe ein paar Tricks gezeigt, und die Kinder haben hinterher auch ein bisschen was ausprobiert“, erzählt er. „So etwas haben wir hier nicht alle Tage“, erzählt Heike Teichmann. „Die Kinder waren beeindruckt.“

Die Begeisterung der Kinder und das gute Klima im Kollegium haben Niklas Campe schnell überzeugt: der Schritt in eine vorrangige Frauendomäne war ein guter Entschluss, wenn auch nicht für alle Ewigkeit.

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