Direktor äußerte sich zu Schließung

Amtsgericht: Synergien nutzen

Aus der Grafik geht hervor, wie unterschiedlich die Einzugsgebiete der Gerichte sind.

Hoya - HOYA/NIENBURG (nis) In der Diskussion um die Zukunft der Hoyaer Außenstelle des Amtsgerichts Nienburg meldete sich gestern erstmals der Direktor der Einrichtung, Bernd Bargemann, zu Wort.

Bereits 2001 habe das Landgericht Verden in einer umfangreichen Geschäftprüfung festgestellt, dass das so genannte Regionalprinzip (ein Gericht behandelt alle Fälle vor Ort, unabhängig vom Fachgebiet) nicht mehr möglich sei. Die Effektivität sowie die Arbeitsmotivation in Hoya habe sich seither wesentlich verbessert, betonte der Bargemann, dessen erste Karriere-Station Hoya gewesen war.

Vor allen Dingen zu den Punkten Kosten und Bürgernähe äußerte sich der Richter. Wie bereits berichtet, würden für das denkmalgeschützte Gebäude an der Weser Sanierungskosten von etwa 215 000 Euro zu. Insbesondere die Beseitigung von Feuchtigkeit sowie Erneuerungen der Sanitäranlagen fielen ins Gewicht. Ferner würden im Falle einer Schließung der Hoyer Stelle rund 10 000 Euro pro Jahr eingespart werden. Im Falle eines Umzuges der Außenstelle in die Kreisstadt, wo in Zukunft ein größeres Gebäude zur Verfügung steht (siehe Bericht auf der Landkreis Nienburg-Seite) seien keine zusätzlichen Arbeiten notwendig. Die Kosten für den Umzug betrügen maximal 40 000 Euro, schätzt Bargemann.

Für eine Zusammenlegung sprächen vor allem Synergieeffekte, da eine bessere Arbeitsaufteilung und Vertretung möglich seien. Zudem hätten Untersuchungen gezeigt, dass nur ein sehr geringer Teil der Verhandlungen in Hoya sind. Und statistisch besuche jeder Einwohner seltener als alle fünf Jahre das Gericht.

„Man muss abwägen, welche Punkte wie stark sind“, meinte Richterin Kirsten Grabowski, die das Amt der Pressesprecherin bekleidet. Hoya würde eine Schließung sicherlich treffen, das sei aber kein Wirtschaftsstandort. Tatsächlich betroffen würden vermutlich die ortsansässigen Anwälte sein. Bargemann und Grabowski machten keinen Hehl daraus, dass auf die Außenstellen-Mitarbeiter ein weiterer Anfahrtsweg zukäme. Schon in den vorherigen Gesprächen hatten Sprecher des Justizministeriums darauf hingewiesen, dass alle Mitarbeiter mit nach Nienburg ziehen sollten. Betroffen sind derzeit ein Richter, eine Rechtspflegerin, eine Wachtmeisterin und fünf weitere Mitarbeiterinnen. Von diesen acht Kräften wohnten nur zwei direkt in Hoya.

Bargemann selbst kann sich schwer auf eine optimale Lösung festlegen: „Eine etwaige Schließung der Zweigstelle in Hoya wäre eine aus meiner Sicht gut vertretbare und unter vielen Gesichtspunkten sinnvolle Entscheidung, die ich als Behördenleiter allerdings nicht ausdrücklich fordern möchte.“ Zum einen sei es eine politische Entscheidung, auf die er keinen unmittelbaren Einfluss habe, und zum anderen habe die Hoyaer Zweigstelle in den vergangenen Jahren weitesgehend gut funktioniert.

Etwas Beruhigung könnte schon Sicherheit bei der Nachnutzung schaffen, gab Grabowski zu bedenken.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Weihnachtshaus Calle bleibt auch 2021 dunkel

Weihnachtshaus Calle bleibt auch 2021 dunkel

Weihnachtshaus Calle bleibt auch 2021 dunkel
Testzentrum Hoya: Corona-Abstriche wieder kostenlos - ASB begrüßt Entscheidung

Testzentrum Hoya: Corona-Abstriche wieder kostenlos - ASB begrüßt Entscheidung

Testzentrum Hoya: Corona-Abstriche wieder kostenlos - ASB begrüßt Entscheidung
Linden-Apotheke Eystrup nimmt Testbetrieb auf: Ansturm bleibt jedoch noch aus

Linden-Apotheke Eystrup nimmt Testbetrieb auf: Ansturm bleibt jedoch noch aus

Linden-Apotheke Eystrup nimmt Testbetrieb auf: Ansturm bleibt jedoch noch aus
Hoya ist in Weihnachtsstimmung: Winterwald beginnt am 2. Dezember

Hoya ist in Weihnachtsstimmung: Winterwald beginnt am 2. Dezember

Hoya ist in Weihnachtsstimmung: Winterwald beginnt am 2. Dezember

Kommentare