Drei Freiwillige helfen bei der Sanierung der Hoyaer Martinskirche

Alte Steine in jungen Händen

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Detlef Meyer (rechts) und Rolf Walnsch (links) sprechen den Beteiligten ihr Lob für die Renovierung der Martinskirche aus (von links): Hausmeister Hans Weiß, Restaurateur Rolf Pulz (Firma „Schmalstieg“), Ann-Kathrin Schulz (Jugendbauhütte Stade), Eva Pfennig (Leiterin Jugendbauhütte Stade), Björn Schlehe und Jonas Schale (beide Jugendbauhütte Stade). ·

Hoya - Sie sind jung, dynamisch und klopfen freiwillig Steine: Für das Hoyaer Kulturzentrum sind die Akteure der Jugendbauhütte Stade ein Segen. Ohne ihre Hilfe wären die Baumaßnahmen an der Martinskirche kaum finanzierbar, denn sie absolvieren für ein Taschen- und Unterkunftsgeld von 400 Euro monatlich ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege (FJD) – und leisten dennoch professionelle Arbeit.

Das alte Gotteshaus wird seit 1995 für kulturelle Veranstaltungen genutzt und derzeit saniert. Im Innern werden beschädigte Bodenplatten ausgetauscht, außen wird die Ursache der Schäden bekämpft. Rund um die Kirche liegen Traufsteine. Sie sollen das Wasser, das von der Dachkante tropft oder die Außenwände herunterläuft, von den Mauern weg leiten. An der Martins kirche taten sie bislang genau das Gegenteil. Weil die Steinreihen ein Gefälle zur Mauer hin aufwiesen, sammelte sich im Untergrund Feuchtigkeit, die den Sandstein-Fußboden beschädigte.

Unter Anleitung von Restaurateur Rolf Putz von der Fachfirma „Schmalstieg“ nahmen nun drei Jugendliche Traufstein für Traufstein auf. Dann wurden das Fundament 40 Zentimeter tief freigelegt, die Fugen erneuert und eine Dichtschlämme aufgetragen, bevor die Steine wieder – diesmal mit dem richtigen Gefälle – eingesetzt werden.

Den Hauptteil der Arbeit erledigen Ann-Kathrin Schulz, Björn Schlehe und Jonas Schale. Sie absolvieren ein FJD bei der Jugendbauhütte Stade. 13 Einrichtungen dieser Art betreibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit. Das Angebot richtet sich an Jugendliche zwischen 17 und 27 Jahren. „Unsere Aufgabe ist es, das Kulturerbe zu retten“, sagt Eva Pfennig. Sie leitet die Jugendbauhütte Stade, die eine Besonderheit ausweist: die mobile Einsatztruppe. Zu ihr gehören Ann-Kathrin, Björn und Jonas. Sie arbeiten in ganz Niedersachsen, haben zum Beispiel bereits eine Kutsche und ein Schiff restauriert, Fenster saniert und beim Wiederaufbau eines Hallenhauses geholfen. Nun erledigen sie Pflasterarbeiten in Hoya. „Die Zusammenarbeit hat bislang super geklappt“, sagt Restaurateur Rolf Pulz. Die Jugendlichen sind ebenso begeistert von ihrer Arbeit mit vielen verschiedenen, teils überaus erfahrenen Handwerkern. In Hoya loben sie insbesondere die Unterbringung und Verpflegung in der THW-Bundesschule.

„Wir suchen solche Stellen“, sagt Eva Pfennig. Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer greift das prompt auf: „Wir wurden die Zusammenarbeit später gerne wieder aufgreifen.“

Nach der Pflasterung stehen weitere Maßnahmen in der Martinskirche an. Zum ersten Bauabschnitt, der rund 50 000 bis 55 000 Euro kostet, zählen auch Arbeiten am Glockenturm und die Erneuerung der Eingangstür. Die Finanzierung unterstützt die Hoya-Diepholz‘schen Landschaft, der Landschaftsverband Weser-Hunte, die Stiftung der Sparkasse Nienburg und die Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Im nächsten Jahr folgt der zweite Bauabschnitt, dann ist das Dach an der Reihe. · mwe

Die Jugendbauhütte Stade nimmt in diesem Jahr noch Interessierte auf. Infos unter http://www.denkmalschutz.de/aktionen/jugendbauhuetten.html

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