Freunde beleben die Wecholder Gaststätte wieder / „Nehmen keinem etwas weg“

Acht Hilgermisser stecken viel Herzblut in eigene Kneipe

Die Mitglieder des Alpen-, Ski- und Hasenzucht-Vereins mit ihren Mitarbeitern am Tresen der Gaststätte Peitsche: (von links) Jan Grimmelmann, Jens Ehrlich, Mitarbeiterin Jenny Kolwe, Jürgen Hanfeld, Dirk Leiding, Betriebsleiter Werner Stuwe, Johannes Kracke, Carsten Schwecke (vorne), Bernd Voss und Axel Bösche. ·
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Die Mitglieder des Alpen-, Ski- und Hasenzucht-Vereins mit ihren Mitarbeitern am Tresen der Gaststätte Peitsche: (von links) Jan Grimmelmann, Jens Ehrlich, Mitarbeiterin Jenny Kolwe, Jürgen Hanfeld, Dirk Leiding, Betriebsleiter Werner Stuwe, Johannes Kracke, Carsten Schwecke (vorne), Bernd Voss und Axel Bösche. ·

Hoya - Von Michael WendtWechold · Mit der Peitsche wollen acht Hilgermisser die Jugendlichen von der Straße und die Älteren vom Sofa holen. Sie sollen in der vor zwei Jahren geschlossenen Gaststätte Clausen in Wechold Spaß haben bei Motto-Partys, Retro-Nächten und Tanz-Tees. Der künftige Name der Kneipe: Peitsche. Eröffnung: Ende März. Die neuen Inhaber haben sich 2010 im Alpen-, Ski- und Hasenzucht-Verein zusammengeschlossen. Mit der Wiedereröffnung der Kneipe verfolgen die acht in der Gemeinde aufgewachsenen Freunde durchaus ideelle Ziele. Unter anderem sollen mehrere Vereine im und am Gasthaus eine neue alte Heimat finden.

Wenn die neuen Betreiber von sich erzählen, liegen Spaß und Ernst dicht beieinander. „Wir sind eine Skigruppe und organisieren einmal im Jahr eine Tour“, erzählt Bernd Voss. Ihr 2010 gegründeter Alpen-, Ski- und Hasenzucht-Verein habe sich die Völkerverständigung mit den alpinen Völkern in Mitteleuropa auf die Fahnen geschrieben sowie die Förderung des Behindertensports.

Was wie ein Scherz klingt, ist zumindest teilweise wörtlich gemeint. „Wir treffen jedes Jahr in Obertauern behinderte Skifahrer aus Bremen und helfen ihnen dort beim Skifahren“, sagt Jens Ehrlich.

Man glaubt den Acht sofort, dass sie früher bei Clausen kräftig gefeiert haben und das künftig auch selbst gerne wieder tun möchten. Im Gespräch mit der Zeitung wirken sie zurückhaltend und überlegt. Einerseits sind sie enthusiastisch, was ihre Pläne und Ideen angeht, andererseits bedacht, wie sie die vermitteln. Sie wissen, dass ihr Projekt, ihr Antrag auf Fördergelder von der Gemeinde nicht von allen positiv gesehen wird.

„Es kann nicht sein, dass die Jugendlichen heute kaum einen Anlaufpunkt haben. Wir hatten den damals: bei Clausen. Und wir wollen etwas für die Jugendlichen tun“, sagt Bernd Voss. „Es ist viel Idealismus dabei. Kohle verdienen wir damit die nächsten Jahre nicht – oder nie“, beteuert er, als sei es verwerflich, wenn eine Gaststätte Gewinn abwirft.

„Wir nehmen keinem etwas weg“, sagt Axel Bösche. Statt mit anderen Gastronomen zu konkurrieren, wollen die Neu-Kneipiers mit ihnen zusammenarbeiten oder Angebote machen, die es anderswo in der Gemeinde nicht gibt. Neben Motto-Partys, Retro-Nächten und Tanz-Tees möglicherweise auch eine Tanzschule. Bereits vor der offiziellen Eröffnung ist für den 8. März eine Hof-Auktion geplant, der TSV Wechold-Magelsen feiert am 1. März Kinderfasching in der „Peitsche“, und heute Abend kehrt die Wecholder Theatergruppe für zunächst eine Aufführung in die Gaststätte zurück, in der sie ab 1947 bis zur Schließung gespielt hatte (mit etwas Glück erhalten Interessierte für die Vorführung ab 19.30 Uhr Restkarten an der Abendkasse).

Der Schützenverein, der eine Erbpacht für den Schießstand auf dem Gelände hat, nutzt gegen ein monatliches Entgelt Toiletten und Parkplatz der Gaststätte. Die Feuerwehr übt weiterhin auf dem Grundstück.

Die „Peitsche“ soll nur am Wochenende geöffnet sein, freitags bis sonntags. Dafür haben die Inhaber einen Betriebsleiter und eine Mitarbeiterin eingestellt: Werner Stuwe und Jenny Kolwe, beide aus der Gemeinde. Es gibt ausschließlich Getränke, die Zapfanlage ist bereits überholt worden. Wer den Saal mietet und für eine Feier Essen benötigt, dem sollen regionale Gastwirte als Caterer empfohlen werden.

Auch bei den Veranstaltungen im Saal wollen die Betreiber mit möglichst niemandem konkurrieren, sagt Axel Bösche, und Jenny Kolwe ergänzt: „Wenn ich etwas plane, sichere ich mich im Veranstaltungskalender ab.“ Gemeinsam mit Werner Stuwe wird sie sich um fast alles kümmern, die Inhaber wollen sich aus dem Betrieb raushalten.

Derzeit bringen sie Gaststube und Saal noch auf Vordermann, verbinden laut Stuwe das Alte mit dem Neuen. „Viel Aufwand ist das schon“, sagt Axel Bösche. „Das ist mehr Arbeit als erwartet“, pflichtet ihm Johannes Kracke bei. Doch dann kommt der Enthusiasmus der Skifahrer und Hasenzüchter wieder durch. „Es wird eine richtige Retro-Kneipe“, freut sich Axel Bösche. „Die alte Atmosphäre muss bleiben“, fordert Dirk Leiding. Und Bernd Voss verspricht: „Alle Gäste werden mit einem freundlichen, offenen Lächeln empfangen.“

Die „Peitsche“ ist zu erreichen über Werner Stuwe, Telefon 0176/86683389, und Jenny Kolwe, Telefon 0170/9886789.

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