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Abiturienten vom Gymnasium Hoya freuen sich auf Studium und Ausbildung

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Von: Sigi Schritt

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Talisa Klaus aus Warpe will nach dem Abi eine Ausbildung absolvieren.
Talisa Klaus aus Warpe will nach dem Abi eine Ausbildung absolvieren. © Sigi Schritt

Abiturienten aus der Samtgemeinde Hoya blicken auf das Lernen unter Corona-Bedingungen zurück. Manches war gut, anderes hat Probleme bereitet.

Hoya – Sie haben das Abi in der Tasche – es folgen noch Gala mit Zeugnisvergabe am Freitagnachmittag und der Ball am Samstag, dann ist die Schule für die Abiturienten dieses Jahrgangs vorbei. Mitten in den Vorbereitungen für die Abschlussfeierlichkeiten und während des Chaostags, bei dem die Abgänger mit unteren Jahrgängen (harmlose) Späße machen, halten einige Absolventen des Johann-Beckmann-Gymnasiums Hoya inne und stellen sich den Fragen dieser Zeitung. Wie war die Oberstufenzeit unter Corona-Bedingungen? Und was kommt nach den Sommerferien? Ausbildung? Studium?

Homeschooling könnte ein Nachteil für schüchterne Schüler gewesen sein

Lernen und Unterricht in der Corona-Pandemie war für die Schüler ambivalent: Einerseits sei es nervig gewesen, weil es im Homeschooling manchmal schwierig gewesen sei, bei aufgekommenen Fragen die richtige Person als Ansprechpartner zu identifizieren, um Antworten zu bekommen, blickt Talisa Klaus, 19, aus Warpe, zurück. Die Umstellung, plötzlich nicht mehr in der Schule, sondern schwerpunktmäßig daheim zu lernen, sei für alle „eine ungewohnte Situation“ gewesen, findet Julia Stranski aus Eystrup. „Ganz oft hat etwas an der Technik nicht funktioniert“, sagt sie. „Man hat viel Stoff verpasst.“ Teilweise sei der andere Teil des Jahrgangs schon viel weiter gewesen.

Streben ein Studium an: Kilian Kahl und Julia Stranski.
Streben ein Studium an: Kilian Kahl und Julia Stranski. © Schritt, Sigi

Das habe an der Teilung der Kurse gelegen, erläutert Kilian Kahl aus Eystrup. Er findet, dass man über Livestream-Unterricht weniger lernt, als im Präsenz-Unterricht. Er habe beobachtet, dass es schüchterne Mitschüler gab, die Schwierigkeiten hatten, ihre Fragen offen in den Chat zu stellen. Es wäre für diese Abgänger sicherlich wesentlich entspannter gewesen, nach dem Unterricht den Lehrer zum Beispiel unter vier Augen zu befragen.

Andererseits hat das Homeschooling in Zeiten von Corona in den Augen der Schüler auch Vorteile gehabt: Die Fahrzeiten zur Schule und wieder zurück konnte man zum Lernen nutzen, findet Kilian Kahl.

Studium und Ausbildung sind beides gute Optionen für die Abiturienten

„Ich bin tatsächlich ein Fan von Homeschooling gewesen. Da haben sich meine Noten verbessert“, sagt Julia Stranski. „Ich konnte später aufstehen. Habe mehr Schlaf bekommen. Ich war in meinem Bett, musste mich nicht fertigmachen.“

Ebenso vorteilhaft: Sie habe für den Unterricht stets alle ihre Sachen parat gehabt. „Man konnte nix vergessen.“ Es sei für niemanden wichtig gewesen, wie man aussah. Wer was wissen wollte, konnte seine Fragen in die Besprechungschats tippen, ohne dass die Mitschüler ein Videobild sahen. Es sei auch möglich gewesen, sich im digitalen Unterricht per Audioübertragung zuzuschalten. Das habe sie sehr geschätzt, sagt die Eystruperin rückblickend. Unterm Strich habe sie mehr an Selbstbewusstsein gewonnen. Die aus ihrer Sicht angenehme Folge: „Die Noten sind besser geworden.“

Und was steht nach dem Abi an? „Ich mache eine Ausbildung als Bauzeichnerin“, kündigt Talisa Klaus an. Die junge Frau aus Warpe: „Mich interessiert das Berufsfeld.“ Für die 19-Jährige sei früh klar gewesen, dass sie zunächst nicht studieren möchte – eventuell später. „Dann Architektur oder Innenarchitektur.“ Sie habe sich selbst um ihre berufliche Zukunft gekümmert, viel im Internet recherchiert und schließlich eine Entscheidung getroffen. Ein freiwilliges Praktikum habe ihr gut gefallen und sie in ihrer Entscheidung bestärkt. Wo sie in fünf Jahren steht? „Vielleicht studiere ich oder es zieht sich noch. Aber ich glaube, dass ich dann mitten im Leben stehe.“

Und was wollen Kilian Kahl und Julia Stranski? Für Kilian Kahl steht an der Uni Hannover ein Studium der Rechtswissenschaften an. Er möchte Anwalt und gerne Verteidiger werden. „Das ist mein Traum.“

Julia Stranski hat ebenso einen Plan für ihr Leben: „Ich möchte in Hannover Wirtschaftswissenschaften studieren, um später im Management eines größeren Unternehmens zu arbeiten.“ Ein Event zu organisieren, liege ihr. „Ich hatte einige Posten als Klassensprecherin, war Schülersprecherin und organisiere den Abiball.“ Sie vergebe gerne Aufgaben an andere Leute. „Ich möchte, das alles glatt läuft.“

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