Tanja Budnicks „Kumpel“ ist älter als sie selbst / Umzug nach Bücken verkraftet

40-jähriger Pferde-Opa sucht sich jüngere Geliebte

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Zusammen sind sie über 106 Jahre alt: Tanja Budnick mit „Kumpel“ (links) und „Latina“.

Bücken - Alte Bäume verpflanzt man nicht, heißt es – alte Pferde schon: Als Tanja Budnick dieses Jahr von Dörverden-Stedorf nach Bücken auf das Islandpferde-Gestüt „Vatlaboe“ der Familie Müller gezogen ist, hat sie ihren 40-jährigen Pferde-Opa „Kumpel“ natürlich mitgenommen. Mittlerweile hat er sich gut eingelebt – und jetzt sogar eine neue Freundin gefunden.

Der Hannoveraner-Wallach, ein Sohn des 1963 geborenen „Kadett“, lebt zusammen mit rund 70 anderen Pferden auf dem Gestüt und genießt seine Pferde-Rente in einer geräumigen Luxussuite mit großer Terrasse. „Nach anfänglicher Skepsis hat er nun doch einen Blick auf die fesche Boxen-Nachbarin riskiert“, erzählt Tanja Budnick. Mit 30 Jahren selbst schon im gehobenen Pferde-Alter, schaut die rassige „Latina“ über die Gebrechen des Wallachs hinweg. Sie stört es nicht, wenn „Kumpel“ angesichts seiner fehlenden Zähne das extra aufgeweichte Futter schlürft und genüsslich schmatzt.

Auf der Weide grasen die beiden eng nebeneinander und sind seit Juli unzertrennlich. Wenn „Latina“ von Reitern stundenweise für einen Ausflug entführt wird, wiehert „Kumpel“ seiner Angebeteten hinterher und versucht, durch Bocksprünge am Zaun entlang auf sich aufmerksam zu machen. Die Nächte verbringen sie in getrennten Schlafzimmern.

„Ich bin sehr froh, in Bücken einerseits mein pflegeaufwendiges, altes Pferd artgerecht unterbringen zu können und andererseits schonend mit den Jungpferden der Familie Müller arbeiten zu dürfen“, sagt Tanja Budnick, die unter dem Titel „Pferde erleben“ Coaching und Training für Menschen und Pferde anbietet.

„Durch ,Kumpel‘ habe ich gelernt, dass grober Umgang – gegenüber Menschen oder Tieren – nie eine Lösung sein kann. Er hat mir natürliche Führungskompetenzen und Selbstbewusstsein vorgelebt“, sagt sie. „Kumpel“ ist schließlich auch der Ältere von ihnen. Mit 13 Jahren hat ihn die heute 36-Jährige zum ersten Mal getroffen. Fast täglich fuhr sie anschließend 30 Kilometer zu ihrem Reitpferd – meistens mit dem Fahrrad. Als Tanja Budnick 18 wurde, sollte ihr Pflegepferd verkauft werden. Sie organisierte einen kleinen Stall mit Weide und Geld von der Oma, damit „Kumpel“ bei ihr blieb.

Seitdem hat sie ihn nie im Stich gelassen – und er sie auch nicht. „Er gibt nie auf und ist ein Vorbild für das Erreichen von Zielen. Außerdem lässt er sich nicht alles gefallen und reagiert souverän, wenn man Fehler macht. Ein Lehrmeister, wie er besser nicht sein kann! Was er mir bedeutet, kann ich nicht in Worte fassen.“

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