Informationen in Landesbergen

380kV-Ausbau: Energiewende kommt in Südkreis an

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Die Karte zeigt es genau: Während alte Stromtrassen weichen, werden neue Verbindungen in der Region gebaut.

Landesbergen - Von Johanna Ritter. Wenn die traditionelle Energieerzeugung mittels fossiler Brennstoffe zurückgefahren und die Zukunft auf die nachhaltigere Wind- und Solarenergieerzeugung ausgerichtet wird, müssen Betreiber von Stromnetzen die Systeme mit denen Energie transportiert wird anpassen.

Um neue Energiequellen an das vorhandene Netz anzubinden sowie eine permanente und vollständige Versorgungssicherheit zu gewährleisten, werden stärkere Stromleitungen erforderlich.

So ist der Übertragungsnetzbetreiber „TenneT TSO“ mit der Umrüstung auf 380 Kilovolt (kV) Leitungen auf einer 155 Kilometer langen Trasse beginnend am Umspannwerk Stade und endend am Umspannwerk in Landesbergen befasst. Der Ersatzneubau der Leitungen erfolgt in sieben Bauabschnitten. 

Neue Stromleitungen zwischen Landesbergen und Steyerberg

Planfeststellungsabschnitt sieben betrifft die rund 60 Jahre alten Höchstspannungsleitungen zwischen Steyerberg und Landesbergen auf einer Strecke von rund 15 Kilometern. Die Kapazität von 220 kV wird auf 380 kV erweitert, neue Masten werden errichtet und die bestehende 220 kV-Leitung wird zurückgebaut werden.

Bezüglich dieses Vorhabens hat der Übertragungsnetzbetreiber Bürgerinnen und Bürger zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ins Landesberger Mühlenrestaurant eingeladen. Eigentümer von Flächen, die durch die Planungen des Vorhabens betroffen sind, wurden persönlich geladen. „Wir haben über 250 Einladungen verschickt, rund 150 Angeschriebene nahmen das Angebot an“, sagt die Referentin für Bürgerbeteiligung des Unternehmens, Jennifer Bannick.

„Wir erklären gerne, dazu sind wir da“, sagt Freileitungsmonteur Thomas Steigel (links), der gemeinsam mit Jennifer Bannick (Referentin für Bürgerbeteiligung), Christoph Skalik (Fachreferent für Grundstücksrechte) und Renate Gaus den Besuchern in Landesbergen zur Seite stand. 

Mittels Stellwänden, großformatigem Anschauungsmaterial und in persönlichen Gesprächen informierten „TenneT“-Mitarbeiter eingehend zum Thema. Die Abläufe des Genehmigungsverfahrens, Leitungsverlauf, Nutzung von Grundstücksrechten, Technologie und Umsetzung, Sicherheit für Mensch und Umwelt, Abstände zu Wohnbebauungen und Kompensationsmaßnahmen wurden offengelegt, konnten hinterfragt und bestehende Unsicherheiten ausgeräumt werden. „Wir erhoffen uns von dieser Veranstaltung einen lebendigen und interessanten Austausch mit den Besuchern“, erklärt Renate Gaus, ebenfalls Referentin für Bürgerbeteiligung der „TenneT“.

Übertragungsnetzbetreiber "TenneT" informiert über Netzausbau

Im Rahmen der Optimierung des Leitungsverlaufs wurde im Besonderen auf die Einhaltung der Abstandsvorgaben gemäß dem Landes-Raumordnungsprogramm geachtet. Hier gilt es einen Abstand von 200 Metern zu Hofstellen und Einzelhäusern und 400 Meter zu Ortslagen nicht zu unterschreiten. Im Vergleich werden nach Fertigstellung des Abschnittes sieben, im Innenbereich keine Wohngebäude mehr näher als 400 Meter an der Freileitung stehen. Dem stehen ehemals 118 Gebäude entgegen. Im Außenbereich werden die vormals 11 näher als 200 Meter stehenden, durch den neuen Leitungsverlauf, auf 7 Gebäude reduziert werden. Womit sich selbst für diese durch die neue Leitungsplanung Abstandsverbesserungen ergeben.

Doch nicht nur aus dem Blickwinkel der Bebauung wurde geplant, auch auf den Landschaftsschutz, Naturschutz und die Naherholungsgebiete wurde besonderes Augenmerk gelegt.

„Eigentümer vom Trassenverlauf betroffener Grundstücke erhalten Entschädigungszahlungen für die zu überspannenden Flächen sowie für die Nutzung der Maststandorte durch die Betreiberfirma. Wobei erstere nach dem Verkehrswert bemessen werden und letztere sich an einem pauschalisierten Verkehrswert der betreffenden Flurstücke, nach einem Staffelmodel orientieren“, erklärt der Fachreferent für Grundstücksrechte Christoph Skalik.

Baubeginn Anfang 2022 geplant

Für „TenneT“ sei für die Phase der Nutzungsdauer des entsprechenden Grundstücks ein Wegerecht als Grunddienstbarkeit im Grundbuch einzutragen, damit eine Zuwegung sowohl für die Bauphase eines Mastes, als auch im Falle notwendiger Reparatur- oder Instandhaltungsarbeiten jederzeit möglich ist. Alle vorübergehend genutzten Flächen, wie Arbeits- und Lagerflächen werden nach dem Bau wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Eine Aufwandspauschale für Eigentümer und Bewirtschafter von Grundstücken wird bereitgestellt und eine Beschleunigungszahlung wird für diejenigen Eigentümer möglich, welche sich bezüglich einer Eintragung in das Grundbuch mit „TenneT“ schnell und zeitnah einigen.

Wie eine Leitung von Innen aussieht, blieb kein Geheimnis. Ein Finchseil besteht aus drei Lagen Aluminium- und drei Lagen Stahladern.

Da die Stromversorgung auf Wechselstrom, mit einer Frequenz von 50 Hertz basiert, treten niederfrequente Felder in unmittelbarer Nähe der Stromleiter auf und nehmen mit zunehmender Entfernung rasch ab. Belastungen durch diese elektrischen und magnetischen Felder seien daher in Wohnortnähe in der Regel schwächer als die von Haushaltsgeräten in direkter Nähe, informierten die „TenneT“-Mitarbeiter.

Weitere Informationen zum 380kV-Ausbau folgen 

Der zeitlichen Vorgabe folgend, wird der Antrag zum Planfeststellungsverfahren aller Voraussicht nach im März erfolgen, der diesbezügliche Beschluss in den ersten Monaten des kommenden Jahres. Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2022 vorgesehen, wobei eventuell notwendige Wegebauarbeiten schon eher einsetzen werden. Die Inbetriebnahme der neuen Stromversorgungsleitungen ist für die Zeit ab April 2026 ins Auge gefasst.

Weitergehende Informationen werden voraussichtlich im März bei den betroffenen Gemeinden für vier Wochen zur Einsicht ausliegen. Der genaue Zeitpunkt wird auf der Projektwebsite der „TenneT“ sowie den Gemeinden durch die Behörde bekanntgeben. Durch eine Anmeldung zum „Newsletter“ auf der Homepage der Betreiberfirma ist es möglich, über den aktuellen Verfahrensstand informiert zu werden.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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