Krötenzaunbetreuer-Gruppe aus Haßbergen beklagt aber auch rund 500 Opfer

2 100 Amphibien schaffen Sprung ins Laichgewässer

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Einer von 740 „Doppeldeckern“ auf der Handschuh-Hand von Lena Hildebrandt vom Team der Krötenzaunbetreuer aus Haßbergen. Insgesamt retteten sie mehr als 2 100 Tiere auf dem Weg zum Laichgewässer vor dem sicheren Tod. ·

Nienburg - Von Kurt HenschelHASSBERGEN · „Wir können nicht alle retten, aber ganz viele.“ Das hatte Angela Schiewe gesagt, als wir sie und ihre Helferinnen Marion Hägermann, Elfriede Rumann, Lena Hildebrandt, Ursel Nenstedt und Ursel Hackbarth Mitte vergangenen Monats beim Amphibien-Transport begleiteten. Inzwischen ist ihre Mission, Kröten auf ihrem Weg zum Laichgewässer vor dem sicheren Tod zu bewahren, beendet. Eine Bilanz liegt vor.

Angela Schiewe und Ehemann Bernhard sowie weitere Naturfreunde waren genau fünf Wochen lang mindestens zweimal täglich zwischen Haßbergen und Gandesbergen unterwegs gewesen, um die Tiere, die entlang eines Krötenzauns in Eimer gefallen waren, über die Straße und zum Wasser zu tragen. Das Team ist eines von vielen, die sich im Landkreis Nienburg ehrenamtlich engagieren. Alle Zahlen liegen dem Amt für Naturschutz des Landkreises noch nicht vor, aber das Schiewe-Team hat das Resultat seiner Bemühungen unserer Redaktion bereits bekanntgegeben.

Exakt 2 101 Tiere haben sie gerettet, sagt Bernhard Schiewe. In den meisten Fällen habe es sich um Erdkröten gehandelt, aber es seien auch zwei Teichmolche, vier Wasserfrösche und 30 Grasfrösche dabeigewesen. Sie alle sind wohlbehalten auf der anderen Seite der Bundesstraße 214 angekommen – dank der doppelten Tages-Einsätze der Krötenzaunbetreuer aus Haßbergen.

Es habe allerdings eine Lücke im Zaun gegeben, so Bernhard Schiewe. Er gab die Zahl der Opfer, die durch eben diese Lücke in Richtung Wasser marschiert seien, mit „ungefähr 500“ an. Seine Frau hatte es gewusst: „Wir können nicht alle retten.“

Das Team hofft, dass es künftig keine Zaun-Lücke mehr gibt und damit dann auch nicht mehr so viele Amphibien durch Fahrzeuge aller Art zu Tode kommen. Die Schilder, die auf eine „Krötenwanderung“ hinweisen, nützten nur sehr wenig bis gar nichts, so die Haßberger Gruppe.

Neben den „Exoten“, die den Helfern aus Haßbergen, Gandesbergen und auch aus Eystrup in die rettenden Fallen gegangen waren, dominierten die Erdkröten. 2 065 waren es insgesamt. Auffällig: Mit 1 353 gab es fast doppelt so viele weibliche wie männliche (712) Kröten. Dieses Geschlechter-Ungleichgewicht sei bei allen bisherigen Sammlungen nicht so deutlich ausgeprägt gewesen, erklärt Bernhard Schiewe. Auf die Frage nach dem Warum antwortet er: „Das ist im Moment noch unklar.“

Interessant noch die Zahl der sogenannten „Doppeldecker“. Damit gemeint sind die Weibchen, die bereits ein Männchen für die Paarung gefunden hatten und die deutlich kleineren Partner auf dem Rücken trugen. „Davon haben wir 740 gezählt“, berichtet Angela Schiewe.

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