Urlaub im Norden

Zwischen Corona-Urlaub und Sommer, Sonne, Strand – das gilt für Reisende

Der zweite Sommer in der Corona-Pandemie. Aufgrund von unsicheren Zielen im Ausland ist voll an den deutschen Küsten im Norden. Da gibt es einiges zu bedenken.

Borkum – Fast alle Bundesländer haben aktuell Ferien, und viele Menschen zieht es an die deutschen Küstenorte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Immerhin plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU aktuell die Corona-Maßnahmen für Reiserückkehrer zu verschärfen.

Vielleicht zieht es auch deshalb dieses Jahr wieder Neulinge an den Strand, die wegen der Corona-Pandemie auf einen Urlaub im Ausland verzichten. Hinzu kommen die alteingesessenen Urlauber, die hier seit Jahren ihre Ferien verbringen. Damit bei diesem bunten Mix der Strandurlaub gesittet vonstattengeht, sollte auf einige Dinge geachtet werden.

Urlaub im Norden: Was gilt an den Stränden und Küsten in Norddeutschland und welche Unterschiede gibt in den Bundesländern

Manches versteht sich eigentlich von selbst: Dass man sein sandiges Handtuch nicht ausgerechnet über Frischeingecremten nebenan ausschüttelt etwa. Oder Fußball zwischen den Strandkörben spielt. Doch andere Dinge sind nicht ganz so eindeutig und unterscheiden sich manchmal von Ort zu Ort. Hinzu kommen dieses Jahr noch Corona-Regeln, die sich – je nachdem in welchem Bundesland oder auch Ort man ist – unterscheiden können. Touristiker in allen drei Bundesländern bitten daher darum, sich über geltenden Regeln zu informieren.

Die Corona-Pandemie wird Touristen zunächst bei der ANREISE bewusst – in allen drei Bundesländern müssen sie bei der Ankunft in ihrem Quartier einen negativen Corona-Test oder einen Impfnachweis vorlegen. In Niedersachsen etwa muss bei einer Inzidenz zwischen 10 und 35 bei der Anreise und zweimal wöchentlich getestet werden.

Corona-Urlaub in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein muss im Gegensatz zu Niedersachsen nur bei der Ankunft ein negatives Testergebnis vorgelegt werden. Im nördlichsten Bundesland regt sich gegen diese erst seit Montag geltende Regel durchaus Widerstand. So gibt es etwa auf Sylt Überlegungen, per Hausrecht die Testpflicht beizubehalten.

Das sollten Urlauber im Norden jetzt während der Sommerferien wissen.

Und auch am Urlaubsort gilt, was zu Hause eingeübt wurde: Abstand halten, Hygienemaßnahmen einhalten und Maske tragen. Viele Orte haben eigene Plakate und Infomaterial mit den geltenden Corona-Regeln gedruckt oder Einbahnstraßensysteme am Strandaufgang entwickelt.

Sommerurlaub im Norden mit Corona-Regeln: Am Strand muss der Mindestabstand eingehalten werden

Vielerorts gibt es auch digitale Services wie Online-Strandampeln, die volle Strandabschnitte oder Parkplätze anzeigen. Und Strandkörbe können mittlerweile an einigen Orten online reserviert und beispielsweise im niedersächsischen Wangerland mit dem Smartphone geöffnet werden. Verschoben werden dürfen Strandkörbe übrigens weder im Wangerland noch in anderen Orten. Auch am Strand muss der Mindestabstand gewahrt werden.

Ansonsten hängen die coronabedingten Einschränkungen natürlich auch vom persönlichen Verhalten ab, heißt es etwa von den Tourismusverbänden in Mecklenburg-Vorpommern. Wer fast nur an (weniger belebten) Stränden spazieren gehen oder die Region mit dem Fahrrad erkunden will, wird Corona für einige Stunden gut vergessen können. Das Kultur- und Erlebnisangebot ist vielerorts allerdings noch nicht wieder so groß wie in Vor-Corona-Jahren.

Urlaub an der Nord- und Ostsee: Welche Corona-Regeln gelten für Sport- und Kulturveranstaltungen

Der Zugang zu manchen Veranstaltungen bleibe noch reglementiert, sagte beispielsweise der Geschäftsführer des Landestourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern, Tobias Woitendorf. Größere Veranstaltungen wie etwa die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek wurden abgesagt. Auch in den anderen Urlaubsregionen an Nord- und Ostsee läuft das Kultur- und Sportveranstaltungsprogramm noch nicht wieder auf vollen Touren. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr ist aber einiges mehr möglich.

Geduld und Rücksichtnahme gehört aber nicht nur zum guten Ton, sondern sind ungemein wichtig und notwendig. Noch immer bilden sich oftmals Schlangen etwa vor dem Bäcker oder den Restaurants – einfach, weil nicht so viele Menschen gleichzeitig in den Verkaufsraum dürfen oder die freie Platzwahl selbst in den Bistros direkt am Strand eingeschränkt sein könnte.

Tische sollten zudem gerne reserviert werden. Das verhindert Frust bei der Suche nach einem freien Platz im Restaurant. Und vielleicht noch wichtiger als vor Corona: Wer die Reservierung nicht wahrnehmen kann, sollte den Tisch stornieren und damit frei für andere Gäste machen. Denn noch immer gibt es vielerorts Kapazitätsbeschränkungen.

Ausnahmen im Küstenurlaub: Besonderheiten der Corona-Regeln am Strand auf den Nord- und Ostseeinseln

Neben den Corona-Regeln, die so oder ähnlich in vielen Orten der Republik gelten dürften, gibt es auch Besonderheiten, die so nur im Küstenurlaub zu beachten sind. „Häufige Strandgäste kennen die Regeln meist“, sagte eine Sprecherin der Föhr Tourismus. Neulinge werden hier und anderenorts häufig durch Schilder darauf hingewiesen, was erlaubt ist und was nicht. So ist das nicht nur bei Kindern beliebte Strandburgbauen – oftmals aus Küstenschutzgründen – nicht überall gerngesehen und zumindest bestimmten Regeln unterworfen.

Auf der ostfriesischen Insel Borkum ist das Bauen im Sand generell erlaubt – je nach Strandbreite gibt es dafür aber mal mehr und mal weniger Platz. Daher gelte es Rücksicht auf andere Gäste zu nehmen. Strenger geht es dem Augenschein nach auf den nordfriesischen Inseln und auch auf Rügen zu.

Strandburgen auf Sylt und Föhr: Was gilt es zu wissen – sind Rauchen, FKK-Baden oder Drachen steigen lassen vielleicht nicht erlaubt?

Auf der nordfriesischen Insel Föhr weisen Schilder darauf hin, dass Löcher nicht tiefer als 50 Zentimeter sein dürfen. Auch auf Sylt wird das Burgenbauen nicht gerne gesehen – dabei geht es aber nicht um Kleckerburgen am Spülsaum, sondern um größere Bauwerke. Und in Göhren auf Rügen sind Maximalmaße für Strandburgen vorgegeben. Löcher und Tunnel bauen ist hier verboten.

Wer sich nach dem Bauen der besagten Kleckerburg eine Zigarette anzünden, Drachen steigen lassen oder zur Abkühlung nackt in die Fluten springen will, sollte sich ebenfalls informieren, ob dies am jeweiligen Strandabschnitt erlaubt ist. In Wyk auf Föhr beispielsweise ist das Rauchen am Strand bis auf wenige Abschnitte mittlerweile verboten.

Und ähnlich wie beim Handtuch ausschütteln gilt – wenn das Rauchen erlaubt ist – Rücksicht nehmen und den Rauch nicht in den Nachbarstrandkorb pusten. Und später den Zigarettenstummel nicht achtlos wegwerfen. Strandkorbvermietungen und Tourismuszentralen geben vielerorts kleine Strandascher zum Mitnehmen aus.

Corona-Urlaub in Norddeutschland: Möwen füttern ist untersagt

Und noch eins hat sich trotz Corona nicht verändert: MÖWEN-FÜTTERN ist ein No-Go - egal ob auf Borkum, Norderney, Sylt, Helgoland oder in Warnemünde. „Möwen sollten nicht gefüttert werden“, sagt Dennis Möller vom Nordseeheilbad Borkum. Sie würden sonst immer wieder Urlauber beim Essen belästigen. Denn dass es einfacher ist, ein Fischbrötchen aus der Hand zu reißen, als anderes Futter zu suchen, haben die Vögel auch im Lockdown nicht verlernt. (dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb | Ingo Wagner

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