Bundes- und Landtagswahl 2017

Zwei Wahlen in drei Wochen: Niedersachsens Wähler sind gefordert

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Niedersachsens Wähler müssen innerhalb von drei Wochen gleich zweimal ran.

Hannover - Am Sonntag können gut sechs Millionen Stimmberechtigte in Niedersachsen über den neuen Bundestag entscheiden. Drei Wochen später wird ein neuer Landtag gewählt. Vielerorts wurden die beiden Wahlbenachrichtigungen extra in unterschiedlichen Farben gedruckt.

Erst die Bundestagswahl an diesem Sonntag, dann die Landtagswahl am 15. Oktober: Niedersachsens Wähler sind in diesen Wochen gefordert. In dem nördlichen Bundesland jagt eine Wahl die andere. Selbst die Wahlbenachrichtigungen der Gemeinden haben sicherheitshalber unterschiedliche Farben - damit niemand durcheinander kommt. 

Zur Teilnahme an der Bundestagswahl am Sonntag sind rund 6,07 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen. 19 Parteien sowie 7 Einzelbewerber treten zur Wahl an. Insgesamt stehen 434 Kandidaten zur Wahl. Ihr Durchschnittsalter beträgt 48 Jahre. 

18-Jähriger bewirbt sich um Mandat

Jüngster Bewerber auf ein Bundestagsmandat ist der 18-jährige Abiturient Leon Weiß aus Nordenham, der für die Linke antritt. Ältester Kandidat ist der 79-jährige Winfried Bernhardt aus Wolfsburg, der auf der Landesliste der AfD auf Platz 17 an den Start geht. 

Bei der Bundestagswahl 2013 lag die Wahlbeteiligung bei 73,4 Prozent. 41,1 Prozent der Wähler gaben damals der CDU ihre Zweitstimme, die SPD kam auf 33,1 Prozent. 66 Abgeordnete aus Niedersachsen gehören derzeit dem Bundestag an.

Prominente Spitzenkandidaten aus Niedersachsen

SPD und CDU haben in Niedersachsen bundespolitisch profilierte Spitzenkandidaten aufgestellt. Die Landesliste der Sozialdemokraten führt Fraktionschef Thomas Oppermann (63) an, der aus Göttingen stammt. Die CDU setzt auf Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen an der Spitze. Die Tochter des früheren niedersächsischen Regierungschefs Ernst Albrecht führte die Niedersachsen-CDU bereits 2013 in die Bundestagswahl. 

Niedersachsens FDP schickt dagegen einen Newcomer ins Rennen: den bisherigen Landtags-Fraktionschef Christian Dürr (40). Die Liste der Linken wird von der 61-jährigen Pia Zimmermann aus Wolfsburg angeführt. Bei der AfD hat sich der Landesvorsitzende Paul Hampel den Spitzenplatz gesichert. 

Innere Sicherheit ein wichtiges Thema

Inhaltlich dürfte das Thema Innere Sicherheit in der Wahrnehmung der Wähler einen wichtigen Platz einnehmen. Die Städte Hildesheim und Wolfsburg sind Islamisten-Hochburgen mit bundesweiter Ausstrahlung. Neben der CDU, die bei der Inneren Sicherheit eine große Kompetenz für sich in Anspruch nimmt, versucht sich in Niedersachsen auch die SPD auf diesem Feld zu profilieren. 

Unter der Ägide von Innenminister Boris Pistorius ließ Niedersachsen als erstes Bundesland einen ausländischen Gefährder in sein Heimatland abschieben. Viele Niedersachsen dürften den Ausgang der Bundestagswahl auch als Entscheidungshilfe für die drei Wochen später anstehende Landtagswahl sehen.

Vorgezogene Landtagswahl durch Mehrheitsverlust

Dass die Abstimmungen so zeitnah erfolgen, liegt am Wechsel der Landtagsabgeordneten Elke Twesten von den Grünen zur CDU. Dadurch verlor die rot-grüne Landesregierung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Anfang August plötzlich ihre Ein-Stimmen-Mehrheit. 

So bekommen die Wahlberechtigten nun innerhalb kurzer Zeit zweimal Post von ihren Gemeinden: Nach der Wahlbenachrichtigung zur Bundestagswahl flattert dieser Tage die Benachrichtigung für die Landtagswahl ins Haus. "Wir haben den Gemeinden geraten, für beide Wahlbenachrichtigungen eine unterschiedliche Farbe zu wählen", sagte eine Sprecherin der Landeswahlleiterin. So wolle man sicher gehen, dass die Wähler das richtige Dokument zur Stimmabgabe mitbringen.

Zahlen und Fakten zur Wahl in Niedersachsen

- Wahlberechtigt sind rund 6.069.940 Menschen 

- An der Bundestagswahl nehmen rund 242.000 Jungwähler im Alter von 18 bis 21 Jahren teil, rund 118.000 Frauen und 124.000 Männer 

- Stimmberechtigte können am Sonntag in rund 8200 Wahlbezirken ihre Kreuze auf dem Wahlzettel machen 

- Rund 82.000 ehrenamtliche Helfer sollen für einen reibungslosen Ablauf der Wahl sorgen 

- Für einen Sitz im Bundesparlament bewerben sich in Niedersachsen 434 Kandidaten, 298 Männer und 136 Frauen

dpa

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