Der Bahnverkehr läuft auf den meisten Verbindungen wieder

Schäden nach Unwettern - Hurricane kommt glimpflich davon

Schwere Unwetter haben am Donnerstag in Teilen Deutschlands großen Schaden angerichtet.

Niedersachsen - Nach heftigen Unwettern in Niedersachsen zogen die Einsatzkräfte am Freitag ihre Schadensbilanz. Die Lage auf dem Hurricane-Festival beruhigte sich. Der Bahnverkehr lief auf den meisten Verbindungen wieder, wenn auch mit Verspätungen und Ausfällen. Feuerwehren mussten umgestürzte Bäume wegräumen und Wasser abpumpen. 

Nach den schweren Unwettern über Niedersachsen mussten Einsatzkräfte und Helfer am Tag danach die Schäden wieder in Ordnung bringen. Der massiv behinderte Bahnverkehr rollte auf den meisten Verbindungen wieder an, wenn auch mit Behinderungen. Die Metronom Eisenbahngesellschaft gab bekannt, zwischen Stade und Hamburg-Harburg bis voraussichtlich 18 Uhr noch Busse als Ersatzverkehr einsetzen zu müssen.

 Alleine in Hannover war die Feuerwehr zu mehr als 500 Einsätzen ausgerückt. Auch in anderen Landesteilen machten umgestürzte Bäume auf Straßen und Bahnschienen, überflutete Keller und Straßen und andere Notlagen den Helfern jede Menge Arbeit. Zwei Menschen kamen bei den Unwettern ums Leben, einige weitere zogen sich leichte Blessuren zu.

Die Anreise zum Hurricane-Festival in Scheeßel wurde massiv behindert, da ein heftiges Unwetter genau zur ersten Anreisewelle über Scheeßel zog. Der Veranstalter forderte Besucher auf, Schutz in ihren Autos zu suchen. Außerdem sollten Gäste, die in einem Umkreis von 50 Kilometern wohnen, erst am Freitag anreisen.

Bereits am Donnerstagnachmittag war ein 50-Jähriger in Holdenstedt bei Uelzen auf einem Parkplatz von einer herabstürzenden Eiche erschlagen, als er in seinem Auto wartete. Im Kreis Gifhorn starb eine 83 Jahre alte Frau, nachdem sie mit ihrem Auto durch das Geäst eines umgestürzten Baumes gefahren war.

Die noch blockierte Bahnstrecke Hamburg-Hannover sollte bis zum Mittag wieder freigegeben werden, teilte die Bahn mit. Wann auch von Lüneburg nach Dannenberg wieder Züge fahren, war noch nicht klar. In der Nacht hatten nach Angaben der Feuerwehr 800 gestrandete Reisende in Hannover zwei bereitgestellte Hotelzüge genutzt. Das Rote Kreuz kümmerte sich bis zum späten Abend um rund 1000 gestrandete Reisende in Bienenbüttel. Im Uelzener Bahnhof wurden mehrere tausende Reisende mit Getränken und Snacks versorgt. Auf den Autobahnen gab es am Freitag keine wetterbedingten Behinderungen mehr.

Mehr als 60 000 Liter Wasser musste die Feuerwehr am Hauptbahnhof Hannover in der Nacht aus einem Versorgungsschacht abpumpen. In einer Kinderklinik wurde ein OP-Bereich überflutet. In der Staatsoper musste die Vorstellung wegen eindringenden Wassers abgebrochen werden. "Passenderweise wurde das Stück 'Die Macht des Schicksals' aufgeführt", sagte Pressesprecher Olaf Roth am Freitag.

Alles zum Hurricane-Festival

In Teilen von Stade fiel am Donnerstagabend für 45 Minuten der Strom aus. In Bliedersdorf wurde eine Frau in ihrem Pkw zwischen zwei Bäumen eingeschlossen, in Buxtehude und Kutenholz stürzten Bäume auf Häuser. Ein durch starken Regen auf die Fahrbahn gedrückter Kanaldeckel beschädigte vier darüberfahrende Autos in Braunschweig. Am überschwemmten Autobahnkreuz Braunschweig-Süd schleuderte ein Autofahrer gegen eine Betonwand, blieb aber unverletzt.

Weiteres Unwetter verschont "Hurricane"-Festival weitgehend

Glück im Unglück hatte ein Radfahrer in Braunschweig, der von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. "Er hatte einen Anhänger dabei, der ihm wohl den Hals gerettet hat, der Baum lag auf dem Anhänger und ist nicht voll durchgeschlagen", sagte ein Feuerwehrsprecher. In Buchholz wurde eine Frau leicht verletzt, als ein Baum auf das Haus der 50 Jährigen fiel.

Nach dem kurzen aber heftigen Unwetter beim "Hurricane"-Festival in Scheeßel zog am späten Donnerstagabend ein weiteres Gewitter über das Konzertgelände. "So richtig viel angerichtet hat das aber nicht", sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Obwohl der Veranstalter Gäste gebeten hatte, erst am Freitag anzureisen, waren bereits am Abend etwa 50.000 Besucher auf das Festival gekommen. Insgesamt werden am Wochenende rund 80.000 Gäste erwartet.

Auf den Zufahrtswegen zum Festivalgelände habe die Polizei auch in diesem Jahr diverse Kontrollen durchgeführt, erklärt die Rotenburger Polizei in einer Pressemitteilung. Dabei wurden Rauschgifte gefunden sowie Autofahrer aus dem Verkehr gezogen, die solche konsumiert hatten. Die Betroffenen durften ihre Fahrt nicht fortsetzen und waren auf Mitfahrgelegenheiten angewiesen.

Anreise zum Hurricane bei launischem Wetter

Hurricane Campingplatz am Donnerstag

Drogenkontrolle bei der Hurricane-Anreise

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