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Zutritt verboten: Hausarzt will keine Impfgegner behandeln

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Von: Johannes Nuß

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In einer Hausarztpraxis bekommt ein Mann seine Erstimpfung gegen das Coronavirus.
Ein Hausarzt im Landkreis Osnabrück will sich weigern, Ungeimpfte zu behandeln. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Ein Hausarzt im Landkreis Osnabrück weigert sich, in Zukunft Patienten, die nicht gegen Corona geimpft sind, zu behandeln. Impfgegner schäumen vor Wut.

Wallenhorst – Ungeimpfte Personen kommen ihm nicht in die Praxis: Ein Hausarzt in Wallenhorst (Landkreis Osnabrück) will ungeimpfte Personen nicht mehr behandeln. Wie es heißt, untersucht bereits die Ärztekammer den Fall. Zuerst berichtet über den Fall hatte die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Gemeinde in Niedersachsen:Wallenhorst
Landkreis:Osnabrück
Fläche:47,18 Quadratkilometer
Einwohner:22.907 (Stand: 31. Dezember 2020)
Vorwahl:05407
Bürgermeister:Otto Steinkamp (parteilos)

Grund dafür soll offenbar eine Patientin sein, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen möchte. Wie die NOZ berichtete, soll sich der Arzt geweigert haben, ihr ein Rezept auszustellen. Auch Konzertveranstalter prüfen derzeit ein ähnliches Vorgehen und wollen nur noch Geimpfte auf Konzerte einlassen*.

Hausarzt will keine Impfgegner behandeln: Er will seine Mitarbeiter vor Infektionen schützen

Begründet hat der Arzt die Weigerung mit dem Schutz seiner Mitarbeiter. Schließlich hätten sie jeden Tag mit den Patienten zu tun. Wie es in dem Bericht heißt, soll die Entscheidung gemeinsam im Team getroffen worden sein.

Es handelt sich dabei um einen einmaligen Vorfall, erklärt dazu laut NDR die Ärztekammer. Inzwischen wird nachgeforscht, ob es für den Arzt überhaupt eine Möglichkeit gibt, sich zu weigern, Personen nicht zu behandeln, die nicht gegen SARS-CoV-2 geimpft sind.

Grundsätzlich habe ein Arzt die Möglichkeit, dies zu tun, etwa wenn zwischen Arzt und Patient kein Vertrauen mehr herrsche. Wie der Hausarzt selber betonte, würde sich die Entscheidung nicht auf die Behandlung von Notfällen auswirken. Diese würden selbstverständlich eine medizinische Betreuung erhalten.

Ärztekammer prüft inzwischen den Fall

Inzwischen ruft die ganze Aktion aber nicht mehr nur die Ärztekammer auf den Plan. Impfgegner schäumen mittlerweile vor Wut und der Arzt wird mit übelsten Beleidigungen sowie Drohungen überzogen. „Ich erhalte [...] Beleidigungen und Drohungen im Minutentakt“, sagte der Arzt der NOZ. Er bekomme E-Mails von Querdenkern und Impfgegner aus der ganzen Republik.

Die meisten der E-Mails, die den Hausarzt erreichen, kommen selbstverständlich anonym. Eines der harmlosesten Beispiele: Ihm solle die Zulassung entzogen werden. Aber auch konkrete Gewaltandrohungen sollen im Raum stehen und übelste Beleidigungen weit unter der Gürtellinie.

Hausarzt behandelt ungeimpfte Patientin nicht: Wüste Beschimpfungen, Gewaltandrohungen und Nazivergleich

Bei den ganzen abstrusen Beschimpfungen darf natürlich ein ordentlicher aber völlig abstruser Nazivergleich nicht fehlen. Das Verhalten des Hausarztes wird inzwischen mit der Nazi-Zeit und den Nürnbergern Prozessen verglichen.

Darüber hinaus häufen sich derzeit bei ihm die negativen Kommentare bei der Suchmaschine Google. Dort kann man Einrichtungen wie Restaurants und ähnlichem Bewertungen in Form von Sternen geben. Aber eben auch Ärzten, die vielfach aufgrund des Werbeverbots darauf angewiesen sind.

Auch wird der Arzt dort beleidigt. Glücklicherweise konnte er bereits einige der Bewertungen entfernen lassen. Es tauchen aber auch Bewertungen auf, die den Arzt in seinem Handeln voll unterstützen. Auch von Berufskollegen habe er positive Rückmeldungen erhalten. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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