Ramsauer mit düsteren Prognosen auf dem Verkehrsgerichtstag / Besonders Lastwagen ein Problem

Zunehmend verstopfte Straßen

Blechlawinen schieben sich über die Straßen. Laut Prognosen soll der Verkehr in Zukunft noch rapide ansteigen.

Niedersachsen - GOSLAR (dpa) · Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) rechnet bis 2025 mit einer dramatischen Zunahme des Verkehrs. Allein der Güterverkehr werde um bis zu 80 Prozent steigen, der Transitverkehr sogar um 150 Prozent. Gleichzeitig nehme der Personenverkehr bundesweit um 20 Prozent zu, sagte Ramsauer gestern beim 49. Verkehrsgerichtstag in Goslar.

Dies seien „erschreckende Zahlen“, betonte der Verkehrsminister zum Auftakt des Kongresses, bei dem noch bis heute Mittag 1 600 Verkehrsexperten diskutieren. Möglichst viel Güterverkehr solle deswegen auf die Bahn und das Wasser verlagert werden. Dennoch werde die Straße der Verkehrsträger Nummer eins bleiben. Die Ausbaumöglichkeiten stießen allerdings an Grenzen. Nach den Erfahrungen mit „Stuttgart 21“ sei klar, dass vor allem Groß-Projekte nicht massenhaft umzusetzen seien. Deshalb sei es erforderlich, den Transport effektiver zu machen, sagte Ramsauer.

Nach einem Vorschlag des Deutschen Anwaltvereins (DAV) könnte ein höheres Tempo auf Landstraßen helfen. Dort solle das Tempolimit für Lastwagen ab 7,5 Tonnen von 60 auf 80 Stundenkilometer erhöht werden. „Ein 60 Stundenkilometer fahrender Lkw ist für den normalen Straßenverkehr ein Hindernis und provoziert gefährliche Überholmanöver“, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des DAV, Jörg Elsner. Bei Überholvorgängen komme es zu schweren Unfällen.

Der ACE Auto Club Europa kann sich mit dem Vorschlag anfreunden. „Allerdings nur dort, wo in regelmäßigen Abständen eine extra Fahrspur ein gefahrloses Überholen ohne Gegenverkehr ermöglicht“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Es sei reine Spekulation davon auszugehen, dass die Bereitschaft zum Überholen abnehme, wenn das Tempo des Vordermanns steige.

Verkehrsminister Ramsauer kündigte zur Kontrolle der Fuhrunternehmen ein europäisches Register für Verstöße im Transportverkehr an. Außerdem sollen die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer strenger überwacht werden.

Der Minister hatte für die Speditionen auch eine gute Nachricht: Bis Ende nächsten Jahres soll es in Deutschland 11 000 neue Lastwagen-Parkplätze geben. 5 500 seien bereits gebaut worden, sagte Ramsauer. Das Programm kostet den Bund rund 480 Millionen Euro.

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