„Ignaz“ wirft Bäume in die Gleise

Nach Sturmpannen: Land fordert besseren Baumschnitt an Bahnstrecken

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Wegen des schweren Sturms gab es zahlreiche Verspätungen und Ausfälle bei der Deutschen Bahn. 

Ein Sturm ist am Dienstag über Niedersachsen und Bremen hinweg gezogen. An vielen Orten war der Bahnverkehr anschließend stark beeinträchtigt. Nun fordert das Land Niedersachsen ein bessere Konzept für Grünschnitt an Bahnstrecken.

Update, 20. September: Niedersachsen pocht nach den sturmbedingten Behinderungen bei der Bahn in dieser Woche darauf, die Bäume entlang der Bahnstrecken stärker zurückzuschneiden

Das Verkehrsministerium wandte sich sowohl an Bahnchef Richard Lutz als auch an das Bundesverkehrsministerium in Berlin, wie eine Ministeriumssprecherin am Freitag in Hannover sagte. 

Land fordert Vorschläge von Bahnchef Lutz

Obwohl Niedersachsen nach massiven Verkehrsbehinderungen auf der Schiene nach vorangegangenen Stürmen mit der Bahn ein Konzept für einen besseren Grünschnitt erarbeitet hatte, sei die Lage immer noch nicht optimal. Bahnchef Lutz solle Maßnahmen benennen, wie die Bahn im Norden wetterfester werden könne.

Bundesweit hat die Bahn nach sich häufenden schweren Stürmen den Rückschnitt von Bäumen an ihren Strecken bereits intensiviert. Die Verkehrsministerkonferenz hatte den Bund zu einer Änderung des Eisenbahngesetzes aufgefordert, damit private Waldbesitzer an Bahnstrecken es künftig dulden müssen, dass ihre Bäume zurückgeschnitten werden. An Autobahnen gilt eine solche Regelung bereits.

Update, 19. September: Auch die Fernverkehrsstrecke zwischen Hannover und Bremen ist wieder frei gegeben. Die Oberleitungsstörungen wurden behoben, berichtet die Bahn auf ihrer Internetseite.

Regionalverkehr läuft eingleisig

Update, 16 Uhr: Aktuell ist aufgrund der Sturmschäden nur noch die Fernverkehrsstrecke zwischen Hannover und Bremen gesperrt. Die Regionalbahnen sind auch dort bereits seit Längerem wieder unterwegs. Zwischen Hannover und Hamburg gebe es stattdessen eine Sperrung wegen eines Böschungsbrandes.

Update, 9 Uhr: Nach Angaben einer Sprecherin der Deutschen Bahn soll der Regionalverkehr zwischen Hannover und Bremen wieder laufen, wenn auch auf eingleisiger Strecke.

Die Strecke Hannover - Hamburg ist laut Bahn ebenfalls wieder eingleisig befahrbar. „Hier verkehren sowohl die Züge des Fernverkehrs als auch des Regionalverkehrs“, sagte die Sprecherin.

Nach Angaben der Bahn sollen alle betroffenen Strecken am Nachmittag wieder frei sein. Erst dann könnten alle Züge wieder nach Fahrplan fahren.

Zugausfälle und Verspätungen bei der Bahn

Update, 18. September: Nach den von einem Sturm verursachten Schäden auf mehreren Strecken in Norddeutschland müssen sich Fahrgäste auch am Mittwochmorgen noch auf Zugausfälle und Verspätungen gefasst machen. „Die Fernverkehrszüge zwischen Hannover und Bremen werden weitgehend ausfallen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn

Auch auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover könne es zu Einschränkungen kommen. „Wir empfehlen, dass sich Fahrgäste vor Reiseantritt über ihre Verbindung informieren.“ Für Mittwoch ist laut Deutschem Wetterdienst nicht mit einem weiteren Sturm zu rechnen.

Deutsche Bahn: Tickets verlieren keine Gültigkeit

Gekaufte Tickets verlieren laut Informationen der Bahn nicht ihre Gültigkeit. Fahrscheine für die betroffenen Strecken, also zwischen Hannover und Bremen sowie Hannover und Hamburg, können entweder kostenfrei storniert werden oder für die Fahrt in einem beliebigen Zug auf der Strecke innerhalb einer Woche nach Störungsende genutzt werden.

Der Sturm hatte dem Bahnverkehr am Dienstagabend besonders im Norden und Nordosten Deutschlands große Probleme beschert: Passagiere mussten auf andere Züge ausweichen, Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer lagen in den Gleisen und Oberleitungen wurden beschädigt. In Hannover mussten 200 Menschen in zwei Zügen übernachten

Mit dem Bus von Nienburg nach Hannover

Aus einem anderen ICE, der von Chur in der Schweiz nach Hamburg unterwegs war, wurden 150 Fahrgäste bei Nienburg in Busse verfrachtet und nach Hannover gefahren. 300 weitere Menschen aus dem gleichen Zug warteten über zwei Stunden auf dessen Weiterfahrt, berichtet blickpunkt-nienburg.de*. Um 1.35 Uhr am Mittwochmorgen setzte der Zug sich dann wieder in Bewegung.

Auch die Strecken der Bahngesellschaft Metronom waren vorübergehend gesperrt. Etwa eine Stunde vor Mitternacht teilte das Unternehmen dann mit, dass alle Strecken wieder befahrbar seien. Feuerwehr und Polizei in den betroffenen Gebieten meldeten keine größeren Sturmschäden.

Sturmtief in Niedersachsen: Einschränkungen auf Metronom-Strecken

Originalmeldung: Hannover/Bremen - Stürmischer Wind hat am Dienstag für starke Störungen im Bahnverkehr in Norddeutschland gesorgt. Wegen umgestürzter Bäume auf den Gleisen meldete die Bahngesellschaft Metronom starke Einschränkungen auf ihren Strecken. Unter anderem sollte die Strecke zwischen Hannover und Uelzen bis Mitternacht voll gesperrt werden. 

Die kräftigen Sturmböen hatten an der Küste bis weit ins Binnenland hinein für ungemütliches Wetter und Zugausfälle gesorgt. An der Küste habe der Sturm 95 Stundenkilometer erreicht, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Auch im Landesinnern bis nach Hannover habe es stürmische Böen gegeben. Bäume und Teile abgedeckter Dächer lagen durch das stürmische Wetter in den Bahngleisen und Oberleitungen wurden beschädigt, berichtet Kreiszeitung.de*.

Auch die Verbindung zwischen Hamburg und Bremen war voll gesperrt. Zu erheblichen Verspätungen kam es ferner zwischen Hannover und Göttingen in beiden Richtungen sowie auf der Strecke Uelzen-Lüneburg-Hamburg. Teilweise sollten Ersatzbusse fahren.

Wanderer von Nordsee eingeschlossen

Der Sturm hatte auch auf der Nordseeinsel Norderney zu einem eher ungewöhnlichen Feuerwehreinsatz geführt: Die Einsatzkräfte mussten am Dienstagnachmittag eine Gruppe von Wanderern mit einem Hubschrauber von einer Düne im östlichen Teil der Insel holen, die von der Flut eingeschlossen war. 

Auch mit geländegängigen Einsatzwagen habe die Feuerwehr die fünfköpfige Gruppe nicht mehr erreichen können. Wegen des Sturms sei das Hochwasser höher ausgefallen als sonst. Wegen des drei Monate alten Kleinkindes sei der Rettungshubschrauber angefordert worden. 

„Sonst hätten sie fünf Stunden auf der Düne ausharren müssen“, sagte Jürrens. Es habe aber niemand in Gefahr geschwebt. Solche Rettungseinsätze seien relativ selten auf Norderney. „Das letzte Mal hatten wir einen solchen Fall vielleicht vor fünf, sechs Jahren."

dpa

*Kreiszeitung.de und blickpunkt-nienburg.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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