Bernd Osterloh vor Gericht

Zu viel verdient? Ehemaliger VW-Gewerkschaftsboss sagt aus

Bernd Osterloh, Ex-Betriebsratschef von Volkswagen (VW), muss vor dem Braunschweiger Landgericht aussagen. Es geht um angeblich zu hohe Gehälter. Die Hintergründe.

Braunschweig – Am Montag, 20. September 2021, berichtet Bernd Osterloh vor dem Braunschweiger Landgericht über mehrere hoch dotierte Angebote des Volkswagen-Konzerns. Der Ex-Betriebsratschef ist als Zeuge vorgeladen, gegen Osterloh wird in einem gesonderten Verfahren wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt.

Automobilhersteller:Volkswagen AG
CEO:Herbert Diess (Apr. 2018–)
Hauptsitz:Wolfsburg
Gründer:Deutsche Arbeitsfront
Gründung:28. Mai 1937, Berlin
Bilanzgewinn:8,334 Milliarden EUR (2020)
Tochtergesellschaften:Volkswagen, Audi, Seat, Škoda Auto u.v.m.
Dachorganisation:Porsche Automobil Holding

Ex-Betriebsratschef von Volkswagen vor Gericht: Bernd Osterloh muss über mögliche Beihilfe zur Untreue aussagen

Es sei unter anderem um den Personalvorstand des Konzerns mit einem Millionengehalt gegangen, lässt Osterloh im Landgericht verlauten. Dem 65-Jährigen seien mehrmals Stellenangebote als Personalleiter offeriert worden. „Die Angebote waren klar, ich hätte nur ja sagen müssen, dann wäre das umgesetzt worden“, wird Osterloh von der dpa zitiert.

Bernd Osterloh, Ex-Betriebsratschef bei Volkswagen, muss sich vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Es geht um mögliche Beihilfe zur Untreue. (kreiszeitung.de-Montage)

Auch wird der ehemalige Betriebsratschef bei Volkswagen auf mögliche Bezahlungen auf dieser Position angesprochen. „Ich war an keiner Entgeltfindung, die meine Person betrifft, beteiligt“, heißt es in diesem Zusammenhang von Osterloh. Der gebürtige Braunschweiger hatte zwischenzeitlich über zwölf Aufsichtsratsmandate im VW-Kosmos. Im Mai 2021 wechselte er schließlich als Personalvorstand zur VW-Nutzfahrzeug-Holding Traton nach München.

Braunschweiger Landgericht: Vier VW-Personalmanager müssen sich wegen mutmaßlich überhöhter Gehälter verantworten

Generell geht es im Prozess des Braunschweiger Landgerichts um mutmaßlich überhöhe Gehälter sowie Bonuszahlungen an leitende Betriebsräte von Volkswagen. Drei ehemalige sowie ein noch amtierender Personalmanager des VW-Konzerns sind angeklagt und müssen sich vor der Justiz verantworten.

Hierzu zählen auch die beiden Ex-Konzernpersonalchefs Horst Neumann und Karlheinz Blessing. Beiden wird vonseiten der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, sowohl für Bernd Osterloh als auch für andere einflussreiche Betriebsratsangehörige von Volkswagen zwischen 2011 und 2016 unangemessen üppige Bezüge freigegeben zu haben.

Volkswagen-Konzern soll durch Untreue ein Schaden in Höhe von fünf Millionen Euro entstanden sein

Der konkrete Vorwurf lautet Untreue, teilweise auch in besonders schweren Fällen. Dadurch soll dem Volkswagen-Konzern ein immens hoher Schaden in Höhe von fünf Millionen Euro entstanden sein. Die Vorwürfe im Fall der vier Führungskräfte aus dem VW-Management richten sich jedoch nicht gegen Bernd Osterloh.

Gegen den ehemaligen Betriebsratschef des Automobilkonzerns läuft ein separates Beihilfeverfahren. Dieses ist demnach vom Hauptstrang getrennt. Zudem würde es nicht um einen möglichen Vorteil für den langjährigen Chef der Belegschaftsvertretung gehen. „Nicht alle wissen, wie ein Industrieunternehmen funktioniert“, sagte Osterlohn auch in Richtung der Ermittler. Zudem berichtete er von teils tendenziösen Fragen bei Befragungen. „Ich kann nur sagen, die Angebote waren ernst“.

VW-Strafprozess wird mit weiteren Zeugen fortgesetzt – Urteil könnte bereits Ende Oktober fallen

Zum Prozessauftakt Anfang September hatten die einstigen Volkswagen-Personalvorstände Horst Neumann und Karlheinz Blessing die Gehälter und Boni für leitende Betriebsräte verteidigt. Vonseiten der Verteidigung hieß es, dass die fünf betroffenen Betriebsräte jeweils „beachtliche Karrieren“ hingelegt und oft „auf Augenhöhe“ mit dem VW-Management verhandelt hätten.

Wie die dpa berichtet, soll der Strafprozess mit weiteren Zeugen fortgesetzt werden. Nach aktueller Planung könnte das Urteil Ende Oktober fallen. Bei Verurteilung droht eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Susanne Hübner/imago images & Michael Gstettenbauer/imago images

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