Zeugnistelefon für Schüler und besorgte Eltern

Lüneburg - Zwar haben viele Schüler Angst vor schlechten Noten - doch beim Zeugnistelefon der Landesschulbehörde rufen vor allem besorgte Eltern an. Psychologen beobachten seit Jahren, dass schon in der Grundschule die Bedeutung der Zeugnisse wächst.

Verzweifelte Schüler und besorgte Eltern können sich psychologischen Rat holen, wenn am Mittwoch in Niedersachsen die Zeugnisse verteilt werden. Die Landesschulbehörde hat dafür wieder eine Hotline eingerichtet. Am Zeugnistelefon sitzen Schulpsychologen mit einem offenen Ohr für alle Sorgen. Sie sind Mittwoch, 22. Juli, von 9 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 0441 9499836 oder per Mail unter zeugnishotline@nlschb.niedersachsen.de zu erreichen.

Psychologen beobachten seit Jahren, dass die Bedeutung der Zeugnisse immer mehr wächst. „Das betrifft nach meinem Eindruck vor allem die Abschlusszeugnisse“, sagte Gertrud Plasse, Psychologin der Niedersächsischen Landesschulbehörde in Hannover. „Bereits ab Klasse drei steigt für die Familien die Bedeutung der Zeugnisse, weil im Jahr darauf die Entscheidung darüber fällt, welche weiterführende Schule die Kinder besuchen werden.“

Beim Zeugnistelefon riefen in den Vorjahren vor allem Eltern an - Schüler eher weniger. „Sie wollen vor allem wissen, welche Auswirkungen einzelne Noten auf die Versetzung haben“, sagte Plasse, die auch für das Zeugnistelefon der Behörde zuständig ist. Oft sei das auch der Einstieg in ein weiterführendes Gespräch über die Familiensituation. Dabei könne es um weitere Perspektiven für das Kind gehen.

„Den Eltern rate ich vor allem, sich Zeit zu nehmen das Zeugnis zu würdigen, Stärken zu loben und Verbesserungsbereiche zu identifizieren.“ Dabei sollten Lösungen wie etwa Nachhilfe ins Auge gefasst werden. Wichtig sei aber, die Kinder nicht zu überfordern. „So sollte etwa Nachhilfe nicht länger als zwei bis drei Monate dauern“, betonte die ausgebildete Familientherapeutin. Dabei hätten selbst weniger schöne Noten etwas Gutes: „Auch ein schlechtes Zeugnis ist eine gute Gelegenheit, für das Kind als Vertrauensperson da zu sein und mit ihm gemeinsam eine Niederlage zu überstehen, um dann in die Zukunft zu schauen.“ dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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