Mindestlohn hat Frisören mehr Wertschätzung gebracht

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Hannover - Der im Januar 2015 flächendeckend eingeführte Mindestlohn hat den Frisören nach Ansicht des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) nicht geschadet. Vielmehr sei die Wertschätzung bei den Menschen für die Dienstleistung gestiegen, sagte ZV-Präsident Harald Esser am Montag in Hannover.

Die 80.769 Salons in Deutschland hätten in der jüngsten Zeit von der hohen Konsumfreude der Verbraucher profitiert, erklärte Esser bei der Pressekonferenz zur Mitgliederversammlung des Verbands. 2016 erwirtschafteten die Frisöre bundesweit mehr als 6,8 Milliarden Euro. Für 2017 konnte der Verband noch keine exakten Zahlen nennen.

Zugleich sucht die Branche nach Auszubildenden. 2017 ist die Zahl der Lehrlinge um 1,9 Prozent auf 22 010 zurückgegangen. Esser sagte: "Nachwuchsgewinnung ist auch bei uns schwierig - wie im Handwerk insgesamt." Aus Sicht des Verdi-Bundesfachgruppenleiters für das Frisörhandwerk, Gerd Denzel, leidet die Attraktivität des Berufs zudem wegen der seit langem niedrigen Löhne.

Derzeit liefen in mehreren Bundesländern Tarifverhandlungen für das Frisörhandwerk, betonte Esser. Der ZV-Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass der Satz bei mindestens zehn Euro pro Stunde liegen wird. Auch laut Denzel liegen branchenspezifische Tarifverträge wie etwa in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen schon jetzt über dem gesetzlichen Mindestlohn. "Da liegt der Einstieg für Gesellen bei etwa zehn Euro pro Stunde", so Denzel. Aus seiner Sicht wären durchschnittlich fünfzehn Euro pro Stunde ein angemessener Lohn für Frisöre. In östlichen Bundesländern sei das Lohnniveau zudem in der Regel deutlich niedriger. "Dort gibt es noch Nachholbedarf." Auch Esser sagte: "Es ist ein Lohngefälle."

In Hannover stellten Frisöre zudem die neuesten Trends für diesen Sommer vor: Bei Frauen sind der Pixie und der Bob im Moment in. Bei den Männern werden die Haare wieder etwas voller und länger. Der sogenannte englische Haarschnitt liegt zum Beispiel im Trend.

dpa

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