Echte Festivalfans sind hart im Nehmen

Dosenravioli und Bier aus Pappbechern

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Musikfans pilgern wieder zum Hurricane Festival nach Scheeßel . Foto: Daniel Reinhardt/Archiv

Scheeßel - Zehntausende Musikfans werden am Wochenende wieder zum Hurricane-Festival nach Scheeßel pilgern. Von Freitag bis Sonntag werden dort Bands wie Placebo, Farin Urlaub, Jan Delay und Florence and the Maschine auf der Bühne stehen.

Die ersten Feierwütigen werden bereits am Donnerstag anreisen. Bei einer Party könnten sie sich am Abend schon mal auf das Festival einstimmen, sagte Sprecherin Katja Wittenstein. In diesem Jahr können die Besucher auf dem Hurricane (Kreis Rotenburg) erstmals bargeldlos bezahlen. Das Festivalbändchen enthält einen Chip, der sich mit Guthaben aufladen lässt. Das soll lange Schlangen an Getränke- und Imbissständen verhindern.

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Echte Festivalfans sind hart im Nehmen. Sie vertilgen tagelang Dosenravioli und Bier aus Plastikbechern, ertragen vermüllte Campingplätze, stinkende Klos und endlose Schlangen vor den Duschen. Besoffene, die nachts in ihr Zelt fallen und Nachbarn, die rund um die Uhr laut feiern, gehören für sie einfach dazu. Doch nicht jeder liebt diese spezielle Festival-Atmosphäre. Darauf haben die Veranstalter reagiert: Wer es ruhiger, sauberer, gemütlicher mag, kann in Luxus-Zelten, Hütten oder gleich im Hotel übernachten.

Zehntausende Musikfans werden am Wochenende beim Hurricane-Festival in Scheeßel wieder dicht an dicht in ihren Zelten hausen. Drei Tage im Ausnahmezustand. Doch mitten im Trubel gibt es eine Oase der Ruhe: das Hurricane Resort. Dort nächtigen Musikfans nach Auftritten von Bands wie Placebo oder Farin Urlaub in Wohncontainern oder geräumigen Zelten, in weichen Betten mit Decke und Kissen statt Schlafsack. Befestigte Wege schützen vor schlammigen Füßen, Klos und Duschen sind sauber, Mülleimer reichlich vorhanden.

Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ekeln sich 81 Prozent der befragten Festivalbesucher vor den Sanitäranlagen. 69 Prozent sind genervt von den vielen Betrunkenen. Die Unzufriedenheit hat auch der Hurricane-Veranstalter zu spüren bekommen. „Wir haben in den letzten Jahren immer wieder Anfragen bekommen, ob das nicht anders geht“, sagt Sprecherin Katja Wittenstein. Seit vergangenem Jahr bietet der Veranstalter deshalb das Luxus-Camp an und hat die Plätze in diesem Jahr noch mal verdoppelt.

Vorbei sind die Zeiten, als der Festivalgemeinde ein paar Bierstände und Pommesbuden genügten. Heute gibt es Sushi, veganes Essen, Bio-Flammkuchen und hippe Cocktails. Für jeden Geschmack soll etwas dabei sein. „Man hat nicht eine homogene Gruppe auf den großen Festivals“, sagt der Freizeitforscher Rainer Hartmann von der Hochschule Bremen. Die Spannbreite reiche von Schülern bis zu Babyboomern, die Angebote müssten deshalb vielfältig sein. Viele Festivals hätten klein angefangen, mittlerweile aber einen Professionalisierungsschub erfahren. „Jetzt stecken da ganze Organisationsapparate dahinter“, sagt Hartmann.

"Hurricane"-Aufbau am Sonntag

Bühnen-Aufbau beim "Hurricane Festival"

Bilder der Ausstellung „Schaufenster Hurricane“

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