43.700 warnstreikende Arbeitnehmer

Zehntausende Metallarbeiter demonstrieren im Norden

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Metallarbeiter demonstrieren in Kiel für ihre Forderungen von 28 Stunden Wochenarbeitszeit und einer Gehaltserhöhung von sechs Prozent.

Hamburg - Der Tarifkonflikt in der norddeutschen Metallindustrie hat mit einem Aktionstag der IG Metall einen ersten Höhepunkt erreicht. Die Arbeitgeber warnen vor ganztägigen Warnstreiks und einer Verschärfung des Tarifstreits.

Zehntausende Metallarbeiter haben in ganz Norddeutschland für die Forderungen ihrer Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde demonstriert. Die IG Metall Küste bezifferte die Zahl der warnstreikenden Arbeitnehmer am Mittwoch auf 43.700 aus 150 Betrieben, von Emden über Flensburg bis Rostock. 

Beim „Küstenaktionstag" der IG Metall gab es an 16 Standorten Demonstrationen und zentrale Kundgebungen sowie Protestaktionen vor Betrieben wie Daimler und Airbus in Bremen oder der Meyer Werft in Papenburg. Im Rostocker Überseehafen kamen nach Angaben der IG Metall 1200 Teilnehmer zusammen.

„Wir können eine Schippe drauflegen", sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken bei der Kundgebung vor dem Kieler Hauptbahnhof, wo sich rund 1300 Gewerkschafter versammelt hatten. Die Arbeitgeber wären gut beraten, sich zu bewegen. „Wir erwarten auch im Norden ein Signal von unserem Gegenüber", sagte Geiken. „In den Kernpunkten: Anspruch auf Reduzierung der Arbeitszeit, bei der Frage wie viel Geld gibt es, haben wir noch überhaupt nicht richtig miteinander gesprochen. Das ist ganz schwierig." 

Ein Schwerpunkt der Aktionen lag in Hamburg, wo die Tarifparteien am Donnerstag zu ihrer vierten Verhandlungsrunde zusammenkommen. Rund 4500 Metallarbeitnehmer aus der gesamten Region nahmen an der Abschlusskundgebung mit dem IG-Metall-Vorsitzenden Jörg Hofmann auf dem Spielbudenplatz in St. Pauli teil. "Heute ist die letzte Gelegenheit für die Arbeitgeber, ein Signal zu setzen, dass am Verhandlungstisch ein faires Ergebnis erzielt werden kann", sagte Hofmann mit Blick auf Verhandlungen in Baden-Württemberg am gleichen Tag. Gebe es kein deutlich besseres Angebot, dann provoziere die Arbeitgeberseite die nächste Eskalationsstufe. 

Der Arbeitgeberverband Nordmetall bezeichnete den Aktionstag und die angedrohten 24-Stunden-Streiks als überflüssige Verschärfung des Tarifkonflikts. „Wer vernünftige Verhandlungen führen will, sollte die Gesprächsatmosphäre nicht unnötig belasten", sagte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch. Wenn Betriebe für einen ganzen Tag lahmgelegt würden, so entstünden den Betrieben massive Kosten und senkten den Spielraum für Lohnerhöhungen. 

Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde für die 140.000 Beschäftigten der Branche im Norden eine Entgelterhöhung von sechs Prozent und einen Anspruch auf die zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden pro Woche, teilweise mit Lohnausgleich. Der Arbeitgeberverband Nordmetall hat zwei Prozent mehr Geld angeboten und eine Einmalzahlung von 200 Euro. Bei der Verhandlung am Donnerstag soll es um regionale Themen gehen wie Wasch- und Umkleidezeiten und die Angleichung der Schichtzuschläge. - dpa

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