Schwerer Unfall auf B51

Drei Schwerverletzte und starke Schäden durch Sturmtief „Xavier“

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Sturmtief Xavier

Hannover - Sturmtief „Xavier“ hat den Verkehr im Norden am Donnerstag massiv behindert, Dächer abgedeckt, unzählige Bäume umgeweht und den Rettungskräften Hunderte von Einsätzen beschert.

In Bremen wurde eine 65 Jahre alte Frau von einem großen Ast am Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt. Im Braunschweiger Hafen wurde ein Mensch von einem schweren herabstürzenden Gegenstand schwer verletzt. Ebenfalls schwere Verletzungen erlitt eine 25 Jahre alte Autofahrerin im Kreis Diepholz. Sie musste von der Feuerwehr aus ihrem Wagen befreit werden, nachdem sie auf der B51 bei Bassum frontal gegen einen umgestürzten Baum gefahren war. Der Baum war zuvor auf ein fahrendes Auto gestürzt. Die drei männlichen Insassen konnten sich unverletzt befreien. Zumeist blieb es bei dem Sturm bei Sachschäden. Wie hoch sie ausfielen, ließ sich zunächst noch nicht abschätzen.

Städte warnten vor dem Betreten von Parks und Wäldern und rieten zur Vorsicht im Freien. Der Deutsche Wetterdienst hatte vor orkanartigen Böen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 110 Stundenkilometern gewarnt.

„Xavier“ wütet über Niedersachsen und Bremen

In Wilhelmshaven wurde ein rund 1000 Tonnen schwerer Hafenkran aus den Angeln gehoben und stürzte ins Fahrwasser der Jade. Orkanböen der Stärke 12 hätten den auf Schienen laufenden Kran am Mittag angehoben, gedreht und umgekippt. Der Kran wurde völlig zerstört, der Gesamtschaden liegt laut Polizei bei mehr als einer Million Euro. In Hannover meldete die Feuerwehr Notlagen wegen umgestürzter Bäume auf Straßen und abgerissener Dachverkleidungen. Ein Ast durchschlug die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos. In Werlte bei Osnabrück krachte ein Autofahrer in einen umgestürzten Baum.

Verkehr im Norden stark eingeschränkt

Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen und auch den S-Bahnverkehr in Hamburg bis auf Weiteres ein. Züge auf offener Strecke versuchten, noch den nächsten Bahnhof zu erreichen. Auch einige Flugverbindungen von und nach Bremen und Hannover fielen aus. Obwohl der Flughafen Hannover nach Angaben einer Sprecherin grundsätzlich angeflogen werden konnte, mussten mehrere Piloten ihre Landeversuche abbrechen und durchstarten. Auch der Fährverkehr zu den Nordseeinseln war beeinträchtigt.

In Bad Bentheim an der niederländischen Grenze kümmerten sich Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz um die Reisenden eines Intercity, der die Fahrt von Amsterdam nach Berlin wegen des Sturms abbrechen musste. Rund 400 Fahrgäste waren betroffen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. In einer Sporthalle wurden Feldbetten aufgestellt. Die Menschen sollten auch auf eine Jugendherberge und andere Unterkünfte verteilt werden.

Für den Oberharz und den Brocken warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag vor extremen Orkanböen bis in die späten Abendstunden. Es seien bereits Spitzengeschwindigkeiten von knapp 180 Kilometern pro Stunde auf dem Brocken gemessen worden, sagte ein Meteorologe in Leipzig.

Auch die weitere Wettervorhersage für Freitag und das Wochenende für den Norden bleibt ungemütlich. Es drohen weitere Schauer und Gewitter, kräftiger Wind und Sturmböen, wie der DWD mitteilte.

dpa

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