In der Wolfsburger Bußgeldstelle:

Stadt-Mitarbeiter sollen eigene Knöllchen gelöscht haben

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Das Rathaus in Wolfsburg: Mitarbeiter der Stadt Wolfsburg sollen nach einem Medienbericht Strafzettel, die sie selbst bekommen haben, aus dem System gelöscht haben.

Wolfsburg - Wie oft wünschen sich Falschparker, dass bei ihnen ein Auge zugedrückt wird? In der Wolfsburger Bußgeldstelle waren Angestellte laut einem Medienbericht kulant - zu sich selbst.

Mitarbeiter der Stadt Wolfsburg sollen nach einem Medienbericht eigene Strafzettel aus dem System gelöscht haben. Die Stadt teilte lediglich mit, es habe in Einzelfällen zweier Bediensteter Unregelmäßigkeiten bei der Bearbeitung von Bußgeldverfahren gegeben. Details wollte eine Sprecherin am Donnerstag wegen des laufenden Verfahrens nicht nennen. Die „Wolfsburger Allgemeine“ („WAZ“) hatte berichtet, dass Stadt-Mitarbeiter eigene Knöllchen unter den Tisch fallen ließen.

Nach Recherchen, die mehrere Jahre in die Vergangenheit zurückreichen, wurden Konsequenzen gezogen, wie die Stadt mitteilte. Die beiden betroffenen Mitarbeiter seien nicht mehr in der Bußgeldstelle tätig, zudem liefen strafrechtliche Ermittlungen. Technische und organisatorische Abläufe seien so angepasst worden, dass es solche Fälle in Zukunft nicht mehr geben könne. Mitarbeiter der Bußgeldstelle hätten offenbar Verfahren, die sie selbst betrafen, per Mausklick eingestellt, heißt es in dem „WAZ“-Bericht.

Es sei nach bisherigem Kenntnisstand ein Schaden von deutlich unter 1000 Euro entstanden, teilte die Stadt mit. Man strebe eine vollständige Aufklärung an. Den Fall hatte demnach ein anonymer Hinweisgeber ins Rollen gebracht. Die Polizei in Wolfsburg prüfe, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliege, sagte Sprecher Sven-Marco Claus. Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) sagte der Zeitung (Donnerstag) mit Blick auf die Unregelmäßigkeiten: „So etwas dulden wir unter keinen Umständen.“

dpa

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