Schutzstatus sollte herabgestuft werden

Wolfsberater rät: Abschüsse von Problemtieren erleichtern

Ein Wolfsberater aus Niedersachsen hofft auf mehr Sachlichkeit beim Thema Wolf. Es müsse einen „Mittelweg“ der Interessen geben, Abschüsse von Problemwölfen müssten leichter möglich sein.

Hannover - Wolfsberater Helge Stummeyer rät zu einem weniger emotionalen Umgang mit dem Thema Wolf. „Die Lage ist extrem angespannt und politisiert“, sagte er der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“. Dies liege vor allem daran, dass es auf der einen Seite strikte Wolfsbefürworter und auf der anderen strikte Wolfsgegner gebe. Beim Umgehen mit Wölfen sei aus seiner Sicht „ein Mittelweg die beste Option“, betonte Stummeyer.

Für den Naturliebhaber sei der Wolf eine Bereicherung, sagte Stummeyer, der Wolfsberater in Neustadt am Rübenberge ist. Für den Nutztierhalter sei er hingegen eine Bedrohung. Durch die Verbreitung der Raubtiere stünden Landwirte vor neuen Herausforderungen. Sie müssten mehr Arbeitszeit investieren, um die Herden zu schützen. Das bedeute neben den Rissen einen weiteren wirtschaftlichen Verlust. „Der Wolf ist immer noch ein Wildtier“, fügte Stummeyer hinzu.

Gleichzeitig brauche es auch mehr Akzeptanz für den Wolf: „Er tut nämlich nichts anderes, als sein Rudel zu versorgen“, sagte Stummeyer. Mit geringst möglichem Einsatz wolle er die beste Beute machen. So komme es zu Übergriffen auf Nutztiere, auch auf größere wie Rinder und Ponys.

„Roddis“ Rudel könnte von Leittier gelernt haben

Mit Blick auf das sogenannte Rodewalder Wolfsrudel im Kreis Nienburg sagte Stummeyer, es sei davon auszugehen, dass der Leitwolf seine Jungen bereits angelernt habe. „Es kann also durchaus sein, dass die Jungen das Jagdverhalten des Leitwolfs übernommen haben.“ Auch nach dem vom niedersächsischen Umweltministerium genehmigten Abschuss des Rüden sei es möglich, dass die Zahl der Risse nicht abnehme. „Das Weibchen muss das Rudel dann nämlich allein versorgen“, sagte Stummeyer. „Möglich, dass sie dann ebenfalls Jagd auf Nutztiere macht.“

In der Konsequenz sprach sich Stummeyer dafür aus, den Schutzstatus des Wolfes herabzustufen. Mit einer Aufnahme der Wölfe ins Jagdrecht, wie sie unter anderem von CDU- und FDP-Politikern in Niedersachsen gefordert wird, sei „es nicht getan“. Denn diese allein erlaube noch lange nicht den Abschuss von Wölfen. „Ein staatlich überprüftes Monitoring mit entsprechender Abschussgenehmigung durch die Landesregierung wäre empfehlenswert“, sagte Stummeyer. Dafür brauche es aber auch die Akzeptanz in der Gesellschaft, dass der Wolf gejagt werden dürfe.

epd

Rubriklistenbild: © picture-alliance/dpa

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