Salafisten-Szene in Hildesheim

Polizisten durchsuchen Moschee und Wohnungen

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Die Polizei hat die Räume der Moschee "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim e.V." (DIK) in Hildesheim sowie die Wohnungen von acht Vorstandsmitgliedern durchsucht. 

Hildesheim - Schon länger ist bekannt, dass die Region um Hildesheim und Göttingen sich zu einem Schwerpunkt radikaler Salafisten entwickelt. Jetzt hat die Polizei dort eine Moschee und mehrere Wohnungen durchsucht. Festnahmen gab es nicht.

Bewaffnete Polizisten beim Einsatz in Hildesheim.

Einsatz gegen mutmaßliche Islamisten: Die Polizei Niedersachsen hat nach Angaben des Innenministeriums die DIK-Moschee "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim" durchsucht. Zugleich wurden die Wohnungen von acht Vorstandsmitgliedern des Vereins inspiziert. Dabei seien zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden, hieß es am Donnerstag aus Polizeikreisen. Festnahmen habe es nicht gegeben. Die Aktion am Mittwoch habe bis zum Mittwochabend angedauert, sagte ein Polizeisprecher. 
Gotteskrieger aus Hildesheim

Ein Polizist steht am Mittwoch an der DIK-Moschee in Hildesheim.

Schon zuvor war bekannt geworden, dass sich die Region Hildesheim/Göttingen zu einem Schwerpunkt für die wachsende Zahl radikal-islamischer Salafisten in Niedersachsen entwickelt. Ein Drittel der im vergangenen Jahr in Richtung Syrien und Irak ausgereisten Gotteskrieger stammt aus der Region, wie es im Ende Mai vorgelegten Verfassungsschutzbericht 2015 hieß. Die Zahl der Salafisten stieg demzufolge von 400 Ende 2014 auf mehr als 540. "Der DIK in Hildesheim ist ein bundesweiter Hot-Spot der radikalen Salafistenszene", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) laut Mitteilung. 

Ziel: Verbot des Vereins

"Nach Monaten der Vorbereitung sind wir mit den Durchsuchungen einen wichtigen Schritt zum Verbot des Vereins gegangen." Es werde nicht hingenommen, wenn salafistische Vereine und deren Hintermänner die bei hierzulande geltenden Regeln ignorieren, "die verfassungsmäßige Ordnung in Frage stellen und junge Menschen davon überzeugen wollen, sich dem selbsternannten IS anzuschließen", sagte Pistorius. "Das werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln bekämpfen." Den Sicherheitsbehörden lägen Erkenntnisse vor, wonach im Verein Muslime radikalisiert und zur Teilnahme am Dschihad in den Kampfgebieten motiviert würden. In Predigten, Seminaren und Vorträgen werde zum "Hass gegenüber Ungläubigen" aufgerufen. Zahlreiche Moschee-Besucher sind laut Innenministerium "nachweislich" nach Syrien und in den Irak gereist - unter anderem, um sich der Terror-Miliz Islamischer Staat anzuschließen. An der Razzia waren bis zu 400 Einsatzkräfte der Polizeidirektion Göttingen, der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen mit mehreren Einsatzhundertschaften sowie aus dem Landeskriminalamt Niedersachsen mit dem Spezialeinsatzkommando beteiligt.

dpa

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