Starker Anstieg in Niedersachsen

Wohnmobil-Boom: Urlaub auf vier Rädern lockt immer mehr Menschen

Wohnmobile und Wohnwagen liegen im zweiten Corona-Jahr ganz besonders im Trend. Allein in Niedersachsen legte die Zahl um fast 15 Prozent zu.

Hannover – Die abklingende dritte Corona-Welle macht Reisen wieder möglich. Unter anderem sind Campingplätze wieder geöffnet, oftmals sogar ohne Testpflicht für Besucher. Auch die neue Corona-Verordnung Niedersachsens macht unbeschwerte Fahrten durch das Bundesland wieder attraktiver.

Die Zahl der Wohnmobile in Niedersachsen steigt deutlich. Nach Angaben des Landesamtes für Statistik stieg der Wohnmobilbestand zum 1. Januar 2021 auf 78 516. Ein Jahr zuvor waren es 68 593. Das bedeutet ein Plus von fast 10 000 Wohnmobilen oder 14,5 Prozent. Zum 1. Januar lag der Anteil der Wohnmobile im Verhältnis zur Gesamtzahl der Personenwagen in Niedersachsen bei 1,6 Prozent - während es bundesweit nur knapp 1,4 Prozent waren. Einen noch höheren Anteil verzeichnen im Norden Schleswig-Holstein (2,6 Prozent) und Hamburg (1,9 Prozent).

Die Branche boomt nicht nur in Niedersachsen. Im Frühjahr 2021 sind deutschlandweit besonders viele Neufahrzeuge zugelassen worden. Das berichtet der Caravaning Industrie Verband (CIVD) mit Blick auf aktuelle Zahlen für die Zeit bis Ende April. In diesem Monat wurden demnach 11.098 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Das seien 80,9 Prozent mehr als im selben Monat des Vorjahres – damals befand sich Deutschland allerdings auch mitten in der ersten Pandemie-Welle. Für das gesamte bisherige Jahr 2021 liegen die Neuzulassungen 27,8 Prozent über demselben Zeitraum des Vorjahres und bei genau 35.322. Ein Trend, der seit Jahre anhält und auch 2021 wieder viele Trends hervorbringt*.

Wohnmobil-Zulassungen Anfang 2021 über vier Monate so hoch wie noch nie

Vollwertige Reisemobile wurden im April laut des Branchenverbands so oft zugelassen, dass am Ende das zweitbeste Ergebnis für den Monat aller Zeiten erzielt werden konnte. Mit 8510 erstmals in den Verkehr gebrachten Fahrzeugen stellen ein Plus von 92,7 Prozent im Vergleich zum April 2020 dar. Seit Januar wurden demnach in Deutschland 27.568 Reisemobile neu zugelassen, 39,2 Prozent mehr als in den ersten vier Monaten des Vorjahres – ein neuer Rekord für diesen Zeitraum. Viele Wohnmobil-Besitzer nutzten ihre Fahrzeuge in der kritischen Phase der Corona-Pandemie zuletzt unter anderem für gastronomische Ausflüge*.

Die Branche freut sich: Trotz Corona stiegen die Zahl der Neuzulassungen zuletzt stark an. (Symbolbild)

Immer häufiger werden zudem Bullis und Transporter von ihren Eigentümern zu Campern ausgebaut. Die Industrie sieht darin eine Nische, geht aber davon aus, dass der Selbst-Ausbau immer beliebter wird, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Der Wunsch nach Individualität hat unter anderem die 23 Jahre Greta Thomas und den 24-jährigen Hannes Wehrmann ergriffen. Die Studenten nutzen die Zeit, die Pandemie und Studium ihnen lassen – und bauen einen Transporter aus: „Wir haben ein halbes Jahr frei zwischen Bachelor und Master“, sagt die 23-Jährige. Für sie war es ein Sprung ins kalte Wasser. Aber: „Es ist mein Traum geworden, weil es Hannes‘ Lebenstraum ist.“ Und die beiden sind nicht die einzigen, die sich an den Ausbau wagen.

Wohnmobil-Urlaub unter Corona-Bedingungen und möglichst klimafreundlich

In Niedersachsen lassen die Corona-Regeln seit Mitte Mai wieder umfangreiche Wohnmobil-Reisen und Aufenthalte auf Campingplätzen und Wohnmobil-Stellplätzen* zu, wenn dort ein angemessenes Hygiene-Konzept umgesetzt wird und nur 60 Prozent der Flächen für touristische Zwecke belegt werden. Kurzzeit-Besucher, die nicht vollständig geimpft sind oder als von Covid-19 genesen gelten, sind zudem verpflichtet, die Corona-Testpflicht einzuhalten. Selbstverständlich gilt die Einhaltung der aktuell gültigen Regeln der Corona-Verordnung in Niedersachsen*.

In Sachen Umweltfreundlichkeit hat das 1977 gegründete Öko-Institut bereits im Jahr 2013 für den CIVD analysiert, dass Reisen mit einem Wohnmobil vor allem bei nachhaltiger Fahrweise und kurzer Anreise vielen anderen Formen des Reisens vorzuziehen ist – unter anderem auch Hotelübernachtungen. Nicht berücksichtigt wurde dabei der Kauf eines Wohnmobils oder eines Wohnwagens. Hier bietet die Möglichkeit, ein Fahrzeug zu mieten oder mit anderen zu teilen*, eine Alternative für CO2-Einsparungen. Dauercamper können zudem mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrem Stellplatz gelangen, das Portal EcoCamps wirbt wiederum damit, nur besonders umweltfreundliche Campingplätze zu empfehlen. * kreiszeitung.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA. (Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Thomas Frey/dpa

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