2016/17 wurden 44 Welpen gezählt

Wölfe breiten sich weiter aus

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Wolf

Hannover - Die Wölfe haben sich weiter ausgebreitet. Mehr als 100 Tiere könnten nach aktuellen Zahlen der Landesjägerschaft (LJN) in Niedersachsen bereits unterwegs sein.

Das teilte LJN-Sprecher Florian Rölfing in Hannover mit. Der Verband ist für die Beobachtung der Tiere und die wissenschaftliche Dokumentation zuständig, das sogenannte Wolfsmonitoring. Dabei wurden bislang allein mindestens elf Vorkommen mit festen Territorien sicher nachgewiesen, darunter neun Rudel. In anderen Fällen sei ein territoriales Vorkommen sehr wahrscheinlich, doch stehe der genetische Nachweis noch aus, hieß es in der Bilanz des bis Ende April laufenden Monitoringjahres 2016/2017.

Genetische Nachweise erforderlich

„Sicher nachgewiesen werden konnten im Rahmen des Monitorings in diesem Zeitraum mindestens 44 Welpen“, sagte der LJN-Wolfsbeauftragte Raoul Reding. Die bestätigten Rudel leben in den Bereichen Munster, Bergen, Gartow, Eschede, Cuxhaven, Wietzendorf, Schneverdingen, Göhrde und Ostenholz.

Bei den beiden anderen territorialen Wolfsvorkommen handelt es sich um ein Paar bei Barnstorf und einen Einzelwolf bei Ebstorf. Im Raum Visselhövede wurden im November und Dezember vergangenen Jahres jeweils fünf Wölfe mit Fotofallen nachgewiesen. Für die offizielle Bestätigung wird aber noch ein genetischer Nachweis verlangt. So soll ausgeschlossen werden, dass es sich bei den abgelichteten Tieren um ein benachbartes Rudel handelt.

Im Monitoringjahr 2017/18 ist von einem dreistelligen Bestand auszugehen

Permanente Wolfsvorkommen werden auch bei Wendisch Evern, Scheeßel, Bremervörde, Osterholz-Scharmbeck und Bippen vermutet. Offen blieb das Schicksal der Wölfe von Unterlüß und Eschede. Auf dem Schießplatz von Rheinmetall bei Unterlüß war im Monitoringjahr 2014/2015 noch ein Wolfsrudel bestätigt worden, doch konnten dort in den beiden Folgejahren keine Welpen mehr belegt werden. Regelmäßige Nachweise von mehreren Wölfen lassen aber vermuten, dass dieses Rudel noch existiert.

Östlich von Eschede war zudem seit 2015 ein standorttreuer Einzelwolf bekannt, der aber genetisch nicht mehr nachgewiesen werden konnte. Außerhalb der Gebiete mit permanentem Vorkommen gab es mehrere Einzelnachweise. So wurden kürzlich einzelne Wölfe in der Nähe von Springe, Salzgitter und Bad Gandersheim gesichtet. „Zu Beginn des neuen Wolfsmonitoringjahres 2017/2018 ist von einem dreistelligen Wolfsbestand in Niedersachsen auszugehen“, sagte Rölfing.

Wölfe haben vor allem Autos und Wilderer zu fürchten

Fünf Wölfe starben im abgelaufenen Monitoringjahr nach Angaben des Wolfsbeauftragten Reding auf Niedersachsens Straßen. Ein weiteres Tier wurde - möglicherweise ebenfalls als Folge eines Verkehrsunfalls - so schwer verletzt gefunden, dass es eingeschläfert werden musste. Bei Munster starb eine Wölfin an Bissverletzungen, dazu kam ein illegaler Abschuss im Landkreis Cuxhaven. Außer Autos und Wilderern haben die Wölfe in Deutschland wenig zu fürchten. Die Tiere sind streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. Zunehmend wurden im vergangenen Jahr wolfskritische Stimmen laut, vor allem bei den Haltern von Schafen und Rindern.

dpa

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