Studie von 2016 zu Krabbenfischerei

WWF will strengere Regeln bei Umwelt-Siegel für Nordseekrabben

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MSC-Siegel

Husum/Cuxhaven - Für Naturschützer ist die Krabbenfischerei noch lange nicht umweltverträglich, auch wenn auf den Produkten bald vielleicht ein Gütesiegel klebt. Jetzt müssen wieder Gutachter ran.

Umweltschützer fordern von Krabbenfischern mehr Anstrengungen für den Naturschutz, bevor ihr Fang im Supermarkt mit dem MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei ausgezeichnet wird. Die Umweltstiftung WWF hält den Krabbenfang nicht für umweltverträglich, sie legte Einspruch gegen die empfohlene Zertifizierung mit dem Siegel ein. Die Krabbenfischer hätten zwar erfreulicherweise mit Verbesserungen eingeleitet, sagte ein WWF-Sprecher am Mittwoch. Teilweise werde jedoch weiter im Nationalpark Wattenmeer und in anderen Meeresschutzgebieten gefischt.

Die Fischer wollen dort jedoch nicht auf Fanggebiete verzichten: "Wir geben keinen Quadratmeter davon ab", sagte Geschäftsführer Dirk Sander von der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer in Cuxhaven.

MSC-Siegel: Anerkennungsversuche bisher erfolglos

Nach jahrelangen Anstrengungen hatten Krabbenfischer aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden im Juli mit der Gutachterempfehlung eine erste Hürde für das MSC-Siegel genommen. Es gilt als einziges weltweit anerkanntes Zertifikat für nachhaltig gefangenen Wildfisch. Verbraucher sollen damit erkennen, dass der Fisch aus gesunden Beständen stammt, der mit umweltfreundlichen und schonenden Methoden befischt wird. Bisher waren nationale Anerkennungsversuche in den Niederlanden und Deutschland erfolglos verlaufen.

Die Fischer wollen das mehrmonatige Einspruchsverfahren mit neuen Prüfungen durch unabhängige Gutachter nun zunächst abwarten und mit den Naturschützern im Gespräch bleiben.

Der WWF begrüßte zwar die Absicht der Krabbenfischer, sich einer ökologischen Zertifizierung zu stellen. Der Einspruch von WWF, Nabu und der Schutzstation Wattenmeer richte sich auch nicht gegen die regionale Fischerei an sich, sagte WWF-Wattenmeerexperte Hans-Ulrich Rösner: "Krabbenfischerei an unserer Küste muss eine Zukunft haben."

Bewertungskriterien müssen verbessert werden

Die Verbesserungsmaßnahmen reichten aber bei weitem nicht aus. Für den Schutz des Ökosystems werde kaum etwas erreicht. Die MSC-Organisation müsse ihre Bewertungskriterien verbessern, um die Glaubwürdigkeit als Umweltsiegel zu bewahren, forderte Rösner.

Die Wattenmeer-Nationalparks und andere Meeresschutzgebiete lassen sich nach Ansicht der Naturschützer nur bewahren, wenn ein großer Teil nicht mehr durch Bodenschleppnetze befischt und dabei aufgewühlt wird. So sollten sich verschwundene Riffe der Sandkorallen wieder ansiedeln können, dazu Unterwasserwiesen des Seegrases oder Arten wie Seepferdchen, Katzenhai oder Nagelrochen.

Unabhängig von dem Streit zwischen Fischern und Naturschützern haben Verbraucher trotz hoher Preise weiter Appetit auf Nordseekrabben. Nach geringen Fängen waren die Erzeugerpreise im Sommer auf das Rekordniveau von 13 Euro pro Kilogramm gestiegen. Je nach Belagmenge kostete ein Krabbenbrötchen im Juli zwischen 6 und 11,50 Euro. Seitdem sind die Preise nur leicht gefallen.

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