Chaos in Hannover

Wildparkende E-Scooter: In Hannover sollen Autoparkplätze für Roller weichen

Falsch abgestellte E-Scooter sorgen in Hannover für Chaos und Ärger. Ein Anbieter will jetzt Autoparkplätze zu Roller-Abstellflächen machen – wie in München.

Hannover – E-Scooter landen überall, aber oftmals nicht da, wo sie hingehören. In vielen Städten werden die Roller achtlos irgendwo hingeschmissen, liegen mitten im Weg oder landen sogar in Flüssen, wie es in Köln der Fall ist. Köln will die E-Scooter darum rauskicken. Ein Scooter-Anbieter hat jetzt für Hannover eine Idee, damit die Scooter-Infrastruktur besser wird.

StadtHannover
BundeslandNiedersachsen
Fläche204 km²
BürgermeisterBelit Onay

In Hannover gibt es einige Bereiche, wo die Scooter nicht geparkt werden dürfen, also rote Zonen für E-Tretroller: zum Beispiel in der Fußgängerzone in der City oder im Maschpark, aber das ist noch lange keine flächendeckende Lösung, um die E-Roller von den Gehwegen zu verbannen. Im englischen Hereford hat die Polizei einen E-Scooter sogar abgeschleppt. So weit ist man hierzulande glücklicherweise noch nicht.

E-Scooter-Anbieter „Tier“ hat Lösung für Hannover im Visier

Der E-Scooter-Anbieter „Tier“, der 1.200 Roller in Hannover auf den Straßen hat, hat nun eine Lösung im Visier: Es sollen feste Abstellflächen in der Stadt eingerichtet werden. Eine solche Fläche gibt es derzeit nur am Hauptbahnhof. „Tier“-Sprecher Florian Anders sagt, dass dafür Autoparkplätze weichen könnten: „Unser Wunsch ist es, dass in Hannover zeitnah Abstellflächen geschaffen werden und dafür Pkw-Parkplätze in Stellflächen für E-Scooter, Fahrräder und Lastenräder umgewandelt werden.“

Die Idee dahinter: Eine feste Infrastruktur mit dichtem Netz an Rollerparkplätzen soll Nutzerinnen und Nutzer dazu animieren, ihre Roller nach der Fahrt korrekt abzustellen. Dafür könnten sie mit Rabatten belohnt werden. Wenn sie aber mitten auf Gehwegen parken, könnten Mehrkosten drohen. Wie viele Autoparkplätze man für diese Idee umwidmen müsste, ist unklar.

Ein Anbieter will in Hannover Autoparkplätze für die Scooter umwidmen.

Flexibilität dank Free-Floating-Prinzip

Florian Anders ist von der Idee überzeugt: „Basierend auf unseren Erfahrungen wissen wir, dass feste Abstellflächen in Kombination mit dem Free-Floating-Prinzip die optimale Lösung sind. Zum einen verbessert sich die Abstellsituation im öffentlichen Raum durch die festen Parkflächen, zum anderen sind Nutzerinnen und Nutzer dank dem Free-Floating-Prinzip weiterhin flexibel mobil.“ Beim Free-Floating-Prinzip bestehen keine festen Stationen und die Ausleihe und Rückgabe kann im gesamten Bedienungsgebiet der jeweiligen Stadt erfolgen. Dieses Prinzip gibt es auch beim flexiblem Carsharing, das in Bremen gut klappt.

Pkw-Parkplätze werden zu Scooter-Stellplätzen in München

München hat den Schritt schon gewagt und Pkw-Parkplätze in der Innenstadt für E-Scooter bereitgestellt. „München ist grundsätzlich zufrieden. Aber natürlich gibt es auch hier Probleme damit, wie einige Nutzerinnen und Nutzer die Scooter abstellen und damit die Barrierefreiheit einschränken“, sagt Stadtsprecherin Christina Warta. Auch im Ruhrgebiet planen die Städte einen neuen Umgang mit den Scootern.

Und wie findet Hannover die Parkplatz-Idee? Die Stadtverwaltung hat aktuell gar kein Interesse, Autoparkplätze für E-Scooter umzuwandeln. „Hinsichtlich einer Ausweisung von zentralen Standorten besteht keine Bestrebungen, da hierfür die notwendigen Rechtsgrundlagen fehlen“, sagte Sprecherin Michaela Steigerwald der HAZ.

Polizei Hannover registriert 74 Unfälle mit E-Scootern

Aber nicht nur falsch abgestellte E-Scooter machen Ärger. Auch Betrunkene auf dem E-Scooter werden in Hannover zum Problem. Auch unsachgemäße Bedienung, die zu Unfällen führen, und Umweltverschmutzung rücken die Roller in ein negatives Licht. Für 2020 gibt die Polizei Hannover 74 Unfälle mit 67 leicht und vier Schwerverletzten an. In Köln haben Taucher vor kurzem 500 Roller auf dem Grund des Rheins gefunden. Der Fluss, der Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt, droht durch die giftigen Lithium-Batterien verunreinigt zu werden. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich

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