Im Interview

Wilder Rock'n'Roll: Luftgitarrenweltmeisterin auf Titelkurs

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Die Hildesheimer Studentin Aline Westphal während der Luftgitarren-WM am 26.08.2011 im finnischen Oulu. Aline Westphal, amtierende Luftgitarrenweltmeisterin, freut sich, ihre "Luftgitarren-Familie" wiederzusehen. Die 27-Jährige will während der WM am Donnerstag und Freitag in Oulu ihren Titel verteidigen.

Hildeheim/ Hannover. Interview von Maria Selchow - Viel Luft - und viel Rock: Zu Weltmeisterschaften der skurrileren Art gehört wohl die WM im Luftgitarrespielen. Dort will die amtierende Weltmeisterin Aline Westphal Ende der Woche ihren Titel verteidigen - die Hildesheimerin verspricht wilden, klassischen Rock'n'Roll.

„The Devil's Niece“ will es nochmal wissen: Am Freitag (24. August) tritt Aline Westphal bei der Weltmeisterschaft im Luftgitarrespielen im finnischen Oulu an, um ihren Titel zu verteidigen. Vor einem Jahr gewann die 27-Jährige den skurrilen Wettbewerb und bereitet sich nun zwei Wochen darauf vor, das noch einmal zu schaffen. Dafür muss sie das gleiche Lied immer und immer wieder hören - bis zu 50 Mal sei ganz normal, verriet die Hildesheimerin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Wie lange genau müssen Sie bei der WM denn Luftgitarrespielen?

Westphal: „Das sind immer exakt 60 Sekunden, zu denen man spielen muss. Nicht mehr und nicht weniger, sowohl in der Kürrunde als auch in der Pflichtrunde. Und das ist eine ganz gute Zeit, weil man keine zwei Minuten full power und action machen kann. Man weiß ja: Rocksongs sind um die drei bis vier Minuten lang, manche sogar sechs, sieben, acht Minuten. Da fällt es dann schwer, das Gute rauszufischen und die tollen Sachen drin zu behalten. Eine Minute ist eine ganz gute Sache.“

Und zu welchen Liedern werden Sie performen?

Westphal: „Das Kürlied bringe ich selbst mit, das Pflichtlied kenne ich vorher nicht. Mein Kürlied wird dieses Jahr “Reserved“ von Gluecifer sein, einer norwegischen Band, die es leider nicht mehr gibt. Mir war wichtig, dass ich was anderes biete als letztes Jahr: wilden, klassischen Rock'n'Roll. Dementsprechend ist auch die Performance. Also nicht so dramatisch und episch wie das bei “Pretenders“ von den Foo Fighters letztes Jahr war.“

Wie lange üben Sie schon für Ihren Auftritt?

Westphal: „Die Performance habe ich erst seit knapp zehn Tagen. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Song mache, ich hatte noch zwei andere Möglichkeiten. Wenn der Schnitt wirklich gut ist, fange ich an, mir Sachen auszudenken. Und dann wird der Song tatsächlich 50 bis 100 Mal gehört.“

Sie haben sogar Ihre Diplomarbeit über das Thema „Luftgitarre“ geschrieben. Was untersucht man da?

Westphal: „Die Diplomarbeit hatte das Thema „Die Kulturgeschichte der Luftgitarre“. Es gibt keine Literatur dazu. Ich habe wirklich alleine, selbstständig geforscht: Wann die Luftgitarre zum ersten Mal aufgetaucht ist, wie sich Trends gebildet haben, welche Moves man bei den Weltmeisterschaften früher gemacht hat und was heute modern ist. Das war gar nicht so einfach, aber ich denke das ist mir ganz gut geglückt. Die Diplomarbeit wird es auch in Buchform geben, noch in diesem Jahr.“

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