Verdampfer eines Kälte-Aggregats defekt

Wiesenhof-Brand hat technische Ursache

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Die Produktionshallen des Geflügelproduzenten Wiesenhof wurden durch den Großbrand im April weitläufig zerstört.

Lohne - Ein technischer Defekt hat den Großbrand in der Hähnchen-Schlachterei von Wiesenhof in Lohne bei Vechta ausgelöst. Zu diesem Ergebnis kommt ein Brandgutachten, sagte eine Sprecherin der Polizei am Mittwoch.

Hinweise auf eine Brandstiftung habe es nicht gegeben. Versicherungsangaben zufolge liegt der Schaden bei rund 300 Millionen Euro.

Nach dem Gutachten wurde der Brand durch einen Defekt bei dem Verdampfer eines Kälte-Aggregats ausgelöst. Weil in dem betroffenen Gebäudeteil weder Brandmelder noch automatische Löschanlagen installiert waren, sei der Brand erst relativ spät gemeldet worden.

Die Schlachterei war Ostermontag durch das Feuer stark beschädigt worden. Bis dahin arbeiteten dort 1200 Beschäftigte - 60 Prozent Festangestellte und 40 Prozent Leih- oder Werksvertragsarbeiter.

Seitens des Unternehmens seien in der Vergangenheit alle Auflagen zum Brandschutz erfüllt worden, sagte eine Unternehmenssprecherin. Auch würden die Brandschutzmaßnahmen der Anlage regelmäßig von speziell ausgebildeten Technikern überprüft.

Der Wiederaufbau des Schlachthofes werde nach heutiger Einschätzung mindestens 18 Monate dauern. Dort sollen weitere Brandschutzmaßnahmen installiert werden, um das Risiko eines Brandes zukünftig noch besser zu vermeiden.

Derzeit verhandeln Wiesenhof, Betriebsrat und die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) um den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. Die meisten Beschäftigten an dem Standort seien wieder am Arbeiten, sagte der Oldenburger NGG-Gewerkschaftssekretär Matthias Brümmer. Allerdings noch nicht alle. "Die Produktion läuft voll", sagte er. Die Tiere werden an anderen Standorten geschlachtet und zur Weiterverarbeitung nach Lohne gebracht.

Die Verhandlungen mit Wiesenhof gehen Brümmer zufolge am 4. Juli weiter. "Es ist eine schwierige Situation, eine Regelung zu finden", sagte er. Mehr könne er nicht sagen, weil es eine Schweigeverpflichtung zu den Inhalten gebe. Die Gewerkschaft hatte zuletzt Befürchtungen geäußert, dass die Geschäftsführung die Stammbelegschaft drastisch verkleinern und die Beschäftigten durch Leiharbeiter ersetzen wolle. Das Unternehmen selber hatte das dementiert.

dpa

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