Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen im Zeitplan

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Hannover - Ein Treffpunkt für Wissenschaftler und Kulturschaffende aus aller Welt soll Schloss Herrenhausen nach seinem Wiederaufbau Ende 2012 werden.

„Es entsteht ein Wissenschaftszentrum von internationalem Rang, das an die Tradition des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz anknüpft“, sagte Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) der dpa. Leibniz wirkte als Bibliothekar am Hofe in Hannover. Eine Tochterfirma der Volkswagenstiftung baut das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Schloss für 20 Millionen Euro wieder auf. Die Arbeiten liegen der Stiftung zufolge voll im Zeitplan. Bagger heben derzeit die bis zu zehn Meter tiefe Grube aus, in einem Monat soll das Fundament gegossen werden.

Für die Rekonstruktion der klassizistischen Fassade von 1820 wertete ein Bauhistoriker neun Monate lang alte Pläne, Zeichnungen und Fotos aus. „Es war schwierig, die richtige Variante zu finden“, berichtete der Sprecher der Volkswagenstiftung, Jens Rehländer. Nach den Recherchen des Historikers wich das Gebäude stellenweise bis zu 1,5 Meter von den Plänen des Hofbaumeisters Georg Ludwig Friedrich Laves ab. Wie ein Puzzle mussten die Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengesetzt werden. Einige Rätsel bleiben. So ist auf Fotos nicht zu erkennen, was die vier Statuen auf dem Dach des Eingangs darstellen sollen.

Die Seitenflügel des Schlosses werden ein städtisches Museum beherbergen, das sich der Geschichte des Welfenhauses und dem Universalgenie Leibniz widmet. Im Haupttrakt entsteht ein modernes Tagungszentrum mit einem unterirdischen Vortragssaal. Laut Rehländer ist die erste internationale Konferenz zum Thema Nanotechnologie bereits für Dezember 2012 geplant. Die Tagungsstätte soll ein privater Betreiber übernehmen. Die Stiftung will sie im ersten Jahr an 140 Veranstaltungstagen mieten.

Die Stadt Hannover, die der Stiftung das Grundstück in Erbpacht überließ, erhofft sich neue Impulse für den Tourismus und die Außenwirkung der niedersächsischen Landeshauptstadt. „Die Barockgärten in Hannover-Herrenhausen sind schon jetzt eine international bekannte Marke“, betonte Oberbürgermeister Weil. Mit dem Schloss solle Hannover auch als Wissenschaftsstandort gestärkt werden.

Der Wiederaufbau war in der Landeshauptstadt jahrzehntelang umstritten. Das Haus im Zentrum des berühmten Barockgartens nutzte der Welfenhof seit dem 17. Jahrhundert als Sommerresidenz. Geistesgrößen aus ganz Europa, darunter auch Komponist Georg Friedrich Händel, ließen Herrenhausen als Ort von Wissenschaft und Kultur aufblühen. Daran wollen Stadt und Stiftung jetzt anknüpfen.

dpa

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