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Impfschäden am Herzmuskel durch Corona-Booster: Was Experten zu neuer Studie sagen

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Von: Maria Sandig

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Eine Studie der Universität Basel sagt, dass die Booster-Impfung häufiger als bisher angenommen zu einer Herzmuskelentzündung führen kann. Fachleute widersprechen.

Basel – Corona ist und bleibt ein leidiges Thema: Von Omikron XBB, das sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt hat, über Omkron BQ.1.1, das in Deutschland immer mehr zu beherrschenden Corona-Variante zu werden scheint, bis hin zur Diskussion, ob aus der Corona-Maskenpflicht bald eine Maskenempfehlung wird. Von den vielen Corona-Studien – beispielweise die der WHO, dass eine Impfung allein nicht der beste Schutz gegen das Coronavirus ist – ganz zu schweigen.

Dass in sehr seltenen Fällen eine Corona-Impfung mit einem mRNA-Wirkstoff bei jüngeren Männern eine Herzmuskelentzündung auslösen kann, ist schon länger bekannt. Doch auch an dieser Stelle kommt eine Studie ins Spiel: Eine Studie der Universität Basel, um genau zu sein. Diese Studie zur Wirkung des Corona-Boosters, sagt, dass der Corona-Booster den Herzmuskel junger Männer häufiger schädigt, als bisher angenommen. Heißt: Die Imnpfschäden beim Corona-Booster sind wohl höher als bekannt.

Doch ohne Kritik bleibt die Corona-Studie der Universität Basel zu (Neben-)Wirkungen und Impfschäaden des Corona-Boosters bei jungen Männern nicht. Fachleute widersprechen dem, was die Forschenden der Universität Basel und der Universitätsklinik Basel – fast 800 Mitarbeitende nahmen an der Studie von Professor Christian Müllers Team teil – herausgefunden haben.

Studie aus der Schweiz zu Impfschäden durch Corona-Booster: Mehr Herzmuskel-Schädigungen als erwartet

Für alle, die an der Studie aus Basel zu Impfschäden durch den Corona-Booster als Probanden beteiligt waren, war es die dritte Impfung gegen Corona. Professor Christian Müller als Leiter der Baseler Studie zu Impfschäden durch den Corona-Booster, ist seines Zeichens spezialisiert darauf, Herzerkrankungen möglichst früh zu erkennen. Dafür arbeitet er unter anderem mit einem Bluttest: Im Blutplasma eines Menschen sucht er damit nach einem bestimmten Protein namens „kardiales Troponin T“.: „Das ist ein Protein, das nur im Herzen vorkommt. Ist es im Blut in höherer Konzentration messbar, ist das ein Hinweis auf eine Herzmuskel-Zellschädigung. Je höher der Wert im Blut, desto höher auch die Schädigung“, sagt Müller gegenüber dem SRF.

Die Teilnehmenden der Studie zu Impfschäden durch den Corona-Booster beziehungsweise die Corona-Impfung machten diesen Bluttest am dritten Tag nach ihrer Booster-Impfung. Bei knapp drei von 100 Teilnehmenden zeigte der Test erhöhte Werte an. „Wir haben eine Herzmuskel-Zellschädigung bei mehr Personen erkannt, als wir es erwartet hatten“, konstatierte Müller laut SRF.

Dass die Corona-Impfung bei jüngeren Männern eine Herzmuskelentzündung auslösen kann, ist schon länger bekannt. Eine Studie sagt jedoch, dass diese häufiger auftreten kann als vorher angenommen.
Dass die Corona-Impfung bei jüngeren Männern eine Herzmuskelentzündung auslösen kann, ist schon länger bekannt. Eine Studie sagt jedoch, dass diese häufiger auftreten kann als vorher angenommen. © Frank Rumpenhorst/ dpa

Bis dato aber waren bei den Folgen und (Neben-)Wirkungen des Corona-Boosters lediglich Fälle bekannt, die akut ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten – weil ihr Herzmuskel bereits entzündet war. Das kommt etwa 35 Mal auf eine Million Impfungen vor, sagen die Zahlen. Sprich: also sehr selten. Verglichen damit konnte die Basler Studie, wie sehr sich der Corona-Booster auf die Herzmuskel von jungen Männern auswirkt, deutlich häufiger nachweisen, dass der Corona-Booster Veränderungen an den Herzmuskelzellen bewirkt – aber: „Sehr kleine Veränderungen“, so Kardiologe Müller. Und: „Es ist ein vorübergehendes Phänomen. Das Ausmaß ist geringer, als man es bei anderen akuten Herzerkrankungen sonst sieht.“

Experte aus Österreich geht auf Konfrontation: Ergebnis von Studie zu Impfschäden durch Corona-Booster nicht überbewerten

Wo ein Ergebnis einer Studie ist – so wie jetzt bei der Studie aus Basel zu Impfschäden durch die Booster-Impofung gegen das Coronavirus –, da sind auch Meinungen. Und Gegenstimmen. Und so widerspricht Bernhard Metzler, seines Zeichens Präsident der Österreichischen Kardiologie-Gesellschaft, dem, was die Studie zu Impfschäden durch die Booster-Impfung, herausgefunden. hat: „Der gemessene erhöhte Wert ist de facto in allen Fällen bedeutungslos“, sagt er gegenüber der Publikation Der Standard im Interview.

Impfschäden durch die Booster-Imofung gegen Corona: Was ist Troponin?

Zum Hintergrund: Troponin ist ein Protein, das in Herzmuskelzellen vorkommt. Ist das Protein also im Blut messbar, weiß man, dass wohl irgendwo im Herz ein Schaden passiert sein muss – etwa durch kleine Überanstrengungen, eine Myokarditis, also eine Herzmuskelentzündung, oder einen Herzinfarkt. Vier Symptome, die bei Herzschwäche als Alarmzeichen zu deuten sind.

Streitfall Troponinwert bei Studie zu Impfschäden: Warum er nicht nur nach Corona-Impfungen erhöht sein kann

Im Rahmen der Baseler Studie zu Impfschäden, die durch die Booster-Impfung gegen das Coronavirus in Form von Entzündungen des Herzmuskels bei jungen Männern entstehen, wurde drei Tage nach der Auffrischungsimpfung mit dem Moderna-Vakzin ebendieses Protein im Blut gemessen. Bei 20 Frauen und zwei Männern von den 777 untersuchten Personen war der Wert erhöht. Damit seien mit 2,8 Prozent deutlich mehr von Impfnebenwirkungen betroffen als die erwarteten 0,0035 Prozent, sagt Kardiologe Christian Müller als Leiter der Studie.

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Aber: Dass der Troponinwert nach Impfungen jeglicher Art erhöht sein kann, wisse man in der Medizin seit Jahrzehnten. „Jede Impfung ist eine Immunreaktion. Das ist das Prinzip von Impfungen. Und an ebendieser Immunreaktion kann auch das Herz mitbeteiligt sein“, erklärt derweil Kardiologe Metzler. Die in den Medien nun besprochene Studie untersuche zwar nur die Folgen der vierten Corona-Impfung, es gebe aber „mutmaßlich keine Unterschiede“ zu allen anderen Corona-Impfungen. „Man hätte das in anderen Studien zuvor wohl genauso messen können“, glaubt Metzler.

Herzbeteiligung statt Herzschaden: Warum Osterreich-Experte Studie zu Impfschäden beim Corona-Booster widerspricht

Der Troponinwert ist nämlich einer der sensitivsten Werte in der Medizin, das heißt: Schon die kleinste und für die Gesundheit oft unbedeutende Veränderung kann gemessen werden. „Der Wert schlägt schon bei der kleinsten Herzbeteiligung aus“, sagt Metzler und betont: „Beteiligung, nicht Herzschaden“ Im Normalfall wird der Wert bei gesunden Menschen gar nicht gemessen, er ist viel eher ein Zufallsbefund bei Untersuchungen.

Der Wert schlägt schon bei der kleinsten Herzbeteiligung aus. Beteiligung, nicht Herzschaden“

Bernhard Metzler, Präsident der Österreichischen Kardiologie-Gesellschaft.

Aber durch das Coronavirus ist das Protein in aller Munde: „Das Corona-Vakzin ist wahrscheinlich die am besten untersuchte Impfung aller Zeiten“, sagt Metzler gegeüber dem Standard. Wie bei anderen Vakzinen habe man deshalb auch hier die Troponinwerte untersucht. Eine erste Studie dazu kam bereits vor einiger Zeit aus Israel: „In dieser Untersuchung war einer von 6.600 Männern und eine von 99.000 Frauen von erhöhten Werten betroffen“, berichtet Metzler. Im Vergleich dazu ist die Studie aus Basel zu den Impfschäden durch den Corona-Booster sehr klein.

Viel heiße Luft im Nichts: Löst Booster-Impfung gegen Corona nur Impfreaktion statt Impfschaden aus?

Zudem müsse man zwischen einer sehr milden Troponinerhöhung, wie das in der Studie zum Corona-Booster aus Basel der Fall ist, und einer klinisch relevanten Herzmuskelschädigung unterscheiden, so Metzler: „In nahezu allen Fällen beruhigt sich der Wert schon nach wenigen Tagen wieder, und der Schaden am Herzmuskel heilt ohne Folgen ab.“ Das zeigte sich auch in der Studie: Waren am dritten Tag nach der Impfung die Werte bei 22 untersuchten Personen noch erhöht, war das Troponin an Tag vier bei der Hälfte der Frauen und bei beiden Männern schon wieder im Normbereich. Zum Vergleich: Einen Herzinfarkt könnte man noch Wochen später im Blut nachweisen.

Angesichts des kurzen Zeitraums, in dem der sehr sensitive Wert minimal erhöht sei, handle es sich in der Studie aus Basel zur Booster-Impfung gegen das Coronavirus wohl viel eher um eine Impfreaktion als um einen Impfschaden, betont Metzler. Auch der Studienautor und Kardiologe Christian Müller betont den milden Charakter der Schädigung: „Mit anderen Methoden wie einer Kernspintomografie hätten wir keine Schäden am Herzmuskel feststellen können.“ Ist damit also die ganze Studie zu den angeblich doch öftert als erwartet auftretenden Impfschäden durch den Corona-Booster hinfällig?

Risiko von Impfschäden beim Corona-Booster verschwindend klein: „Studienergebnis nicht überbewerten, aber auch nicht ignorieren“

Alles in allem sollte man das Studienergebnis zu möglichen erhöhten Impfschäden durch den Corona-Boostert „nicht überbewerten, aber auch nicht ignorieren“, wird der Studienautor Müller in einer Aussendung der Universität Basel zitiert. Die Impfstoffe böten einen effizienten Schutz, dennoch hoffe er, dass die Impfstoffhersteller das Phänomen der Herzmuskel-Zellschädigung künftig noch besser berücksichtigen. Die Studie sei „eine Beobachtung, von der man keine klinische Bedeutung ableiten“ könne, findet dagegen Metzler. Der Nutzen einer Impfung sei substanziell, das Risiko minimal. Oder anders ausgedrückt: Im Vergleich zum Risiko, das eine Infektion mit sich bringe, sei das der Impfung „verschwindend klein“.

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