Wölfe in Niedersachsen 

Wenzel erteilt Forderung nach Obergrenze für Wölfe eine Absage

Hannover - Aus Sicht der CDU muss die Wolfspopulation in Niedersachsen eingedämmt werden, um Schafe und Rinder zu schützen. Umweltminister Wenzel schätzt die Lage dagegen nicht so bedrohlich ein.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel befürchtet keinen drastischen Anstieg der Zahl der Wölfe im Land. Im Umweltausschuss des Landtags kritisierte der Grünen-Politiker am Montag einen Sieben-Punkte-Plan der CDU-Fraktion mit Vorschlägen zur Eindämmung der Wolfspopulation. Unter anderem spricht sich die CDU dafür aus, die Bejagung von bestimmten Jungtieren und Einzelgängern zu gestatten. Niedersachsen dürfe auch gar nicht die Population durch Abschüsse regulieren, sagte Wenzel in Hannover. Dies sei aufgrund der rechtlichen Vorgaben auf Bundes- und Europaebene unmöglich. "Wir müssen uns an Recht und Gesetz halten und können keine Obergrenze einführen", betonte der Minister.

Aktuell leben in Niedersachsen etwa 80 Wölfe. Die CDU verweist auf Experten, die eine Steigerungsrate von 30 Prozent jährlich vorhersagen. Dagegen geht Wenzel nicht davon aus, dass sich der Wolf im ganzen Land ausbreitet. Dies zeige sich auch in Sachsen und Brandenburg, sagte der Minister. Die niedersächsischen Rudel halten sich Wenzel zufolge überwiegend im wenig besiedelten Umfeld des Truppenübungsplatzes in der Heide, im Raum Cuxhaven sowie Diepholzer Moor auf.

Risse mit wolfssicheren Zäunen verhindern

Der CDU-Abgeordnete Ernst-Ingolf Angermann kritisierte, dass die 2015 angekündigte Überarbeitung des niedersächsischen Wolfsmanagements immer noch nicht abgeschlossen sei. Die Nutztierhalter, die kilometerlange Zäune nachrüsten müssten, steckten in der Bredouille. Wenzel kündigte mehr Unterstützung an. Mit wolfssicheren Zäunen ließen sich Risse verhindern.

"Die Sicherheit der Menschen steht an erster Stelle", betonte der Minister. Für Entnahmen sei es nicht notwendig, den Wolf ins niedersächsische Jagdrecht aufzunehmen, wie die CDU es fordert, sagte Wenzel. Die Entnahme von MT6 im vergangenen Jahr zeige, dass das Ministerium durchaus bereit ist, ein Tier zu töten. Der als Kurti bekannt gewordene Problemwolf war immer wieder Menschen zu nahe gekommen - vermutlich war er als Jungtier gefüttert worden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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