Für junge, alte und geflüchtete Menschen

Wohnprojekt im Wendland: Multikulti-Dorf mit Vorbildcharakter

Zu sehen ist das Dorf in Hitzacker, das im Rahmen eines multikulturellen Projekts entsteht. Mehrere Häuser stehen sich gegenüber.
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In Hitzacker im Wendland entsteht ein Großprojekt – ein Multikulti-Dorf gegen Widerstände.

Im Wendland soll ein Wohnprojekt entstehen, das einem kleinen Dorf gleicht. Es soll Platz für 300 Menschen bieten – junge, alte und geflüchtete Personen.

Hitzacker (Wendland) – Ein Mini-Dorf in Hitzacker im dünn besiedelten Wendland könnte zur neuen vorbildlichen „Attraktion“ werden. Es ist ein Wohnprojekt, im Rahmen dessen 300 Menschen künftig zusammenleben sollen. Der Plan ist es, dass bis Weihnachten alle Mieter ungebracht sind. Doch was verbirgt sich konkret hinter diesem Vorhaben?

Stadt in Niedersachsen:Hitzacker (Elbe)
Höhe:12 m
Fläche:58,44 km²
Bevölkerung:4.956 (31. Dez. 2008
Postleitzahl:29456
Bundesland:Niedersachsen

Wohnprojekt: Mini-Dorf im Wendland entsteht – Platz für bis zu 300 junge, alte und geflüchtete Menschen

44 Wohnungen, aufgeteilt auf zwölf Häuser, die derzeit Platz für 100 Personen inklusive Kindern bieten. Mehr gibt das 2,3 Hektar große Gelände laut der dpa nicht her. Grundlegende Bedingung des Projekts ist es, dass alle am sprichwörtlichen Strang ziehen. Letztendlich würde die Gemeinschaft das Projekt tragen, nicht jeder macht gleich viel, heißt es von Kathi Schmitz.

Die Lüneburgerin ist als eine der ersten in das Mini-Dorf eingezogen. Ihr steht ein 30-Quadratmeter-Apartment zur Verfügung, das Schmitz selbst mitgestalten konnte. Pro Quadratmeter sind sechs Euro zu zahlen. Hinzukommen die Genossenschaftsanteile. Aufgrund der großen Eigenleistung kann der Mietpreis niedrige gehalten werden.

Ich finde das hier total super, man kann sich zurückziehen und seinen Film fahren, aber auch irgendwo mitmachen. Das ist gut ausbalanciert, da ist viel Freiheit.

Walldorf-Lehrerin Kathi Schmitz über das Wohnprojekt im Wendland

Fußläufig ist die Walldorf-Schule zu erreichen, an der Schmitz unterrichtet. Diese besuchen auch die Kinder des Mini-Dorfes, das von ihnen in der Entstehungszeit als Abenteuerspielplatz genutzt wird. Es sei besonders schön zu sehen, wie sich der Nachwuchs der beiden Flüchtlingsfamilien im Dorf integriere. „Sie fühlen sich hier wohl. Die Kinder ziehen sich mit“, heißt es von Rentnerin Rita Lassen, die ebenfalls dort wohnt.

„Uns verbindet eine Vision“: Projekt in Hitzacker setzt auf multikulturelle Gemeinschaft

Ob Mieter aus Syrien, Palästina, Mali oder Afghanistan – alle würden sich hier einbringen. Zwar gebe es soziale Unterschiede, aber eben auch ein gutes soziales Netz. Die große Vision ist es, dass die gemischte Zusammensetzung das Zusammenleben insgesamt bereichert.

Es sind nicht alles Freunde, man muss auch nicht alle mögen, aber uns verbindet eine Vision.

Rentnerin Rita Lassen spricht über das Mini-Dorf in Hitzacker

Da sich das kleine Dorf noch in der Entstehungsphase befindet, sind ständig Arbeitende zu sehen. Es wird Material in die Rohbauten geschleppt, heimische Hölzer verarbeitet oder der Boden mit Glasschaumschotter und Isoflock gedämmt. Bereits 2018 war der Baubeginn – zu einer Zeit, als die Preise für das Material noch nicht so hoch waren wie derzeit. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf sechs Millionen Euro.

Anfangs gab es jedoch Skepsis gegenüber das Mini-Dorf im Wendland. Diese hat sich in Hitzacker mittlerweile in Wohlwollen gewandelt. „Das ist ein fantastisches Projekt“, heißt es auch von Karl-Martin Born, Universitätsprofessor in Vechta. Ihm zufolge gebe es Regionen, „die sich die Finger danach lecken würden“.

Geschichte des Widerstands: Wendland mit einer hohen Dichte von jungen Menschen

Durch seine Geschichte des Widerstands gegen das atomare Endlager habe das Wendland eine hohe Dichte von jungen Menschen, die sich für ihre Region einsetzen. Und trotz Corona gebe es weiterhin Abwanderungstendenzen von jungen Leuten aus ländlichen Gegenden in die Städte. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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