Verdacht des Geheimnisverrats

Staatsanwaltschaft prüft weitere Ermittlungen gegen Lüttig

Göttingen/Hannover - Die Staatsanwaltschaft Göttingen prüft weitere Ermittlungen gegen den Celler Generalstaatsanwalt Frank Lüttig. Der Jurist steht unter dem Verdachts des Geheimnisverrats in den Verfahren Wulff und Edathy.

Lüttig habe sich inzwischen schriftlich geäußert und alle Vorwürfe zurückgewiesen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Buick, am Montag. Seine Behörde prüfe derzeit die umfangreiche Stellungnahme und werde dann entscheiden, ob weitere Ermittlungen geführt werden. Lüttigs Anwalt hatte kürzlich erklärt, er könne in den Fällen Wulff und Edathy den Nachweis führen, dass der Generalstaatsanwalt nicht der Hinweisgeber gewesen sein könne. Es gebe in keinem einzigen Fall konkrete Hinweise darauf, dass Lüttig Informationen an die Medien weitergegeben habe. Am 20. Februar hatte Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) im Landtag in Hannover über die Ermittlungen gegen Lüttig berichtet. Lüttig ist seither krankgeschrieben und lässt seine Geschäfte ruhen.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Weitergabe von Informationen aus den Strafverfahren gegen den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff und den früheren Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy. Lüttig hatte als Generalstaatsanwalt die Dienstaufsicht über die von der Staatsanwaltschaft Hannover geführten Verfahren. Aus beiden Verfahren waren wiederholt Informationen an die Öffentlichkeit gelangt. dpa

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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