Rache ist süß – und teuer

Weil sie die Kündigung kriegt: Bankerin löscht über 20.000 Kundendaten

Eine Kredit-Vermittlerin verliert ihren Job. Das will die Frau nicht auf sich sitzen lassen. Sie holt nach der Kündigung zum Gegenschlag aus: Rache mit Folgen.

Hannover/New York – Unterschätze niemals eine Frau. Schon gar nicht ihre Rache, wenn sie verletzt ist. Sagt schon ein Sprichwort. Zumindest in Deutschland. In den USA aber scheint man selbiges nicht zu kennen. Zumindest nicht in einer Bank in der Millionen-Metropole New York. Dort nämlich kündigte der Arbeitgeber den Vertrag einer Frau. Und die schlug mit ihren eigenen Waffen zurück.

Sie hat über 20.000 Kundendaten gelöscht. Insgesamt 21,3 Gigabyte. Per Fernzugriff. Der Schaden ist beträchtlich.

Stadt in den USA:New York
Gegründet:1624
Fläche:783,8 km²
Einwohner:8,419 Millionen (Stand: 2019)

Bankerin entfernt 21,3 Gigabyte vom Server – von Vorstandprotokollen über Sicherheitsdateien bis hin zu Hypothek-Anträgen

Die Frau, über deren Geschichte der „Stern“ berichtet war in Teilzeit für die New York Credit Union tätig. Im Mai 2021 erhielt sie von der größten Kreditbank des US-Bundesstaates ihre Kündigung. Warum sie gehen muss – dazu ist nichts bekannt. Dafür allerdings umso mehr über den Racheakt der doch ziemlich verletzten Bankerin: Nur zwei Tage, nachdem für sie in ihrem Job Schluss ist, meldet sie sich von zu Hause über ihren Arbeits-Account an. Das Daten-Attentat beginnt.

Racheakt: Nach ihrer Kündigung holt eine Bankerin zum Gegenschlag aus und richtet einen großen Schaden an. (kreiszeitung.de-Montage)

Wie der „Stern“ unter Berufung auf amerikanische Gerichtsunterlagen berichtet, braucht die gekündigte Frau nur etwa 40 Minuten, und killt jede Menge Daten. Per Fernzugriff löscht sie mehr als 20.000 Dokumente. Am Ende hat sie laut Anklage 3500 Verzeichnisse digital vernichtet. Macht unterm Strich: 21,3 Gigabyte an Daten, die sie insgesamt vom Server ihres Ex-Arbeitgebers löscht. Dabei geht sie wahllos vor: Von Vorstandsprotokollen über Anträge für Hypotheken und Daten von Kunden bis hin zu Dateien zur Sicherung des Systems gegen Erpressungstrojaner fungieren, ist alles dabei.

Kundendaten gelöscht: Frau verursacht nach Kündigung Schaden von 8500 Euro – IT-Dienstleister hatte Zugänge nicht gesperrt

Ihre Tat hat die rachsüchtige Kredit-Vermittlerin inzwischen gestanden. „Sie haben mir meinen Zugriff nicht entzogen, also habe ich den Dateiserver gelöscht“, zeigt sie sich allerdings in einer SMS an einen Freund wenig einsichtig. Warum sie überhaupt noch Zugriff auf den Server der New York Credit Union hatte, ist indes nicht geklärt. Die Bank hatte einen IT-Dienstleister damit beauftragt, der Ex-Angestellten ihre Zugänge und Zugriffsrechte zu entziehen. Hat wohl nicht ganz so geklappt.

Ein solcher Insider kann mehr Schaden anrichten als Kriminelle.

Ein FBI-Beamter zu dem Fall, der sich in New York ereignet hat.

Geklärt ist hingegen, wie hoch der Schaden ist, den die Frau angerichtet hat: Für die Wiederherstellung der Daten hat die New York Credit Union 10.000 US-Dollar (8500 Euro, Anm. d. Red.) zahlen müssen. „Ein solcher Insider kann mehr Schaden anrichten als Kriminelle“, zitiert der „Stern“ einen Beamten des Sicherheitsbehörde FBI (Federal Bureau of Investigation, deutsch: Bundesamt der Ermittlung). * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Westend61/imago & Steinach/imago

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