Corona-Pandemie

Corona-Regeln in Niedersachsen: Weil geht Sonderweg mit Weihnachtsruhe gehen

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, gibt in der Staatskanzlei ein Pressestatement ab.
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Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will, dass über Weihnachten und Neujahr die Kontakte in Deutschland und Niedersachsen noch einmal wesentlich reduziert werden sollen. (Archivbild)

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil will wegen Corona eine verlängerte Weihnachtspause einlegen lassen. Derweil sinken Inzidenz und Neuinfektionen.

Hannover – Da werden Erinnerungen wach an das Osterfest 2021 und die damals angedachte Osterruhe durch die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)*: Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will weitere Corona-Infektionen vermeiden und forciert schärfere Corona-Maßnahmen zwischen Weihnachten und Neujahr. Allerdings: „Ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund und Ländern hierzu gibt es derzeit nicht“, sagte Weil am Donnerstagabend nach der Ministerpräsidentenkonferenz in Hannover. Weil hatte in den vergangenen Tagen bereits von einer verlängerten Weihnachtspause gesprochen.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)

Corona in Niedersachsen: Inzidenz sinkt – 20 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19

Derweil gingen am Freitagmorgen, 10. Dezember 2021, die durch das Robert-Koch-Institut (RKI) bekanntgegebenen Coronazahlen etwas zurück. Die 7-Tage-Inzidenz in Niedersachsen sank erneut und Inzidenz pendelte sich mit 197,6 leicht unter dem Wert vom Vortag (198,7) ein. Den Behörden wurden 2845 neue Covid-19-Infektionen gemeldet.

Am Vortag hatte der Wert mit 3304 noch deutlich darübergelegen. Am Mittwoch waren es mit 3907 noch über 1000 Neuinfektionen mehr als heute. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus wurden durch das RKI 20 (Vortag: 27) weitere Todesfälle bestätigt.

Corona in Niedersachsen: Infektionen und 7-Tage-Inzidenz sinken – Salzgitter ganz vorne und ein Covid-19-Toter pro drei Minuten in Deutschland

Auch in den Landkreisen entspannt sich das Infektionsgeschehen zunehmend, was auf die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen und die laufende Impfkampagne zurückzuführen ist. So liegt aktuell heute in ganz Niedersachsen nur noch ein Stadtkreis über einer 7-Tage-Inzidenz von 300. Die Stadt Salzgitter meldete hier einen Wert von 329,3, was 41 Neuinfektionen entspricht. Dahinter liegen die Landkreise Cloppenburg (Inzidenz: 282,7, Neuinfektionen: 73) und Vechta (Inzidenz: 279,1, Neuinfektionen: 59).

Das Infektionsgeschehen scheint sich auch im restlichen Bundesgebiet weiter zu entspannen. So lag die Inzidenz für ganz Deutschland aktuell am heutigen Freitagmorgen bei 413,7 (Vortag: 422,3), was 61.288 Neuinfektionen. Im Vergleich zu Donnerstag (70.611 Neuinfektionen) ein deutlicher Rückgang. Allerdings stieg die Zahl der gemeldeten Todesfälle wieder auf 484 (Vortag: 465) an. Somit stirbt fast jede dritte Minute in Deutschland ein Mensch an oder mit einer Covid-19-Infektion.

Doch die Zahlen scheinen zu trügen, denn inzwischen laufen die Krankenhäuser in Niedersachsen und Deutschland immer weiter voll. So stieg die Hospitalisierungsinzidenz am Freitagmorgen über den kritischen Wert von sechs auf 6,1 (Vortag: 5,9). Dies könnte bald die Ausrufung der dritten Warnstufe für Niedersachsen bedeuten.

Corona in Niedersachsen: Mehr als jeder zehnte Intensivpatient in Niedersachsen ist mit Covid-19 infiziert

Derzeit sind 10,6 Prozent der Intensivbetten im Land Niedersachsen mit Covid-19-Patienten belegt. Es werden in Deutschland im Schnitt 5,75 Menschen heruntergerechnet auf 100.000 pro Woche mit einer Covid-19-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert. Es liegen mehr als 5000 Menschen in Deutschland mit einer Coronainfektion auf den Intensivstationen.

Trotz der sinkenden Infektionszahlen will Ministerpräsident Weil an einer Ruhezeit zwischen Weihnachten und Neujahr festhalten. „Die Landesregierung wird im Zuge der jetzt anstehenden Änderung der Corona-Verordnung hierzu die notwendigen Entscheidungen treffen“, kündigte der niedersächsische Regierungschef an. Am heutigen Freitag wird eine überarbeitete Corona-Verordnung erwartet.

Weil bekräftigte zudem, dass die Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus vorangebracht werden müssten. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hat bislang rund jeder fünfte Niedersachse eine sogenannte Booster-Impfung erhalten. Aktuell wurden bis zum heutigen Freitag in Niedersachsen 19,7 Prozent (Deutschland: 20 Prozent) der Bevölkerung geboostert. Eine erste Impfung haben 74,3 Prozent (Deutschland: 72,3) erhalten, zweifach geimpft sind 71 Prozent (Deutschland: 69,3).

Omikron-Variante des Coronavirus: Erste Impfdurchbrüche bei Menschen mit Booster-Impfung entdeckt

Doch, was bringt das Boostern? Inzwischen wurden in Deutschland bereits mehrere mit der Omikron-Variante infizierte Corona-Patienten entdeckt, die bereits ihre dritte Impfung erhalten hatten. Wie der „Business Insider“ in seiner deutschen Ausgabe berichtet, soll es sich um insgesamt sieben Fälle handeln. Alle sollen sich in Südafrika infiziert haben.

„Durchbruchsinfektionen gibt es sehr viele. Was wir nicht wussten, ist, dass auch eine Booster-Impfung mit Biontech/Pfizer das nicht verhindert“, sagte Wolfgang Preiser, Mitglied des Forschungskonsortiums, das die Variante in einer Studie entdeckt hat, dem „Tagesspiegel“. Bei den neu gemeldeten Infektionen handelt es sich um die ersten Impfdurchbrüche bei geboosterten mit der Omikron-Variante.

Corona in Deutschland: RKI fordert, dass Kontakte über Weihnachten weiter eingeschränkt werden

Mit Blick auf diese Entwicklung empfiehlt auch das Robert-Koch-Institut über die Feiertage die Kontakte noch einmal weiter einzuschränken* und sich mit so wenigen Menschen als irgendwie möglich zu treffen. Der Leiter der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, sagte, dass die Omikron-Mutante sich „sehr schnell durchsetzen“ werde.

Er rechnet mit einer Verdopplungszeit von rund einer Woche, was bedeuten würde, dass die Infektionszahlen spätestens um Weihnachten herum wieder deutlich zunehmen. „Bereits Ende Januar könnte Omikron die dominierende Variante sein.“ (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de, merkur.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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