Marktbetreiber sind sich möglichen Gefahren bewusst

Weihnachten im Zeichen der Sicherheit

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Hannover - Ein Jahr nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt setzen niedersächsische Weihnachtsmärkte auf mehr Sicherheitsmaßnahmen.

In einigen Städte sollen erstmals Poller, Blockaden, Sperren, Betonleitplanken oder wie in Celle Celle große Sandsäcke Autos den Weg zu den Buden versperren. Oftmals sind auch mehr Polizisten im Einsatz. Der Polizeisprecher von Braunschweig, Joachim Grande, sagt: „Zwar können wir auch so einen Terroranschlag nicht verhindern, aber zumindest können wir eine Situation wie in Berlin entschärfen.“ Braunschweiger Polizisten öffnen Schranken nur für nur den öffentlichen Verkehr und Budenmitarbeiter - und auch die dürfen nur mit 10 Kilometer pro Stunde durch.

In Oldenburg sollen nicht nur acht Betonblöcke, sondern auch strategisch geparkte Fahrzeuge von Schaustellern die Durchfahrt zu den Ständen blockieren, sagt Stadtsprecher Reinhard Schenke. Zudem würden mehr Polizisten den Markt auch mit Videokameras überwachen. Schenke sagt: „Auch wenn es für Oldenburg keine konkreten Hinweise auf Gefährdungslagen gibt, wollen wir versuchen, das Sicherheitsgefühl der Besucherinnen und Besucher zu erhöhen und gleichzeitig potenzielle Täter von Straftaten abzuhalten.“

Die Weihnachtsmärkte haben aber nicht nur an neue Sicherheitskonzepte gedacht. Am Oldenburger Lamberti-Markt gibt es erstmals eine Holzmanufaktur, die das kaputte Holzspielzeug der Besucher repariert und auch selbsthergestelltes neues Spielzeug verkauft. Der Markt will mit seinen Postern auch das Klischee brechen, dass Engel weiß sind und goldblonde Locken haben. Dieses Jahr lächelt mit der sechsjährigen Tiara ein schwarzes Mädchen von den weihnachtlichen Flyern. Und in Celle können Besucher erstmals in einer Werkstatt mit Wolle, Federn, Perlen, Glitzer und Leder Weihnachtsgeschenke basteln.

Veganer Weihnachtsmarkt in Bremen

In Bremen gibt es erstmals auch einen veganen Weihnachtsmarkt mit Pflanzenkäse, veganer Currywurst aus Saitan, Kork-Armbänder und Taschen aus Ananasleder. Daneben gibt es eine Modeschau mit fair produzierten Kleidern. Für den großen Bruder auf dem Marktplatz geht die Polizei derweil nicht von einer konkreten Bedrohungslage aus.

Daneben setzen die traditionsreichen Märkte auch auf ihre bewährten Stärken: In Osnabrück sind dies ihr sechs Meter großer Nussknacker und eine Weihnachtsspieldose mit lebensgroßen Figuren, die sich zu 25 Weihnachtsliedern drehen. In Hannover gibt es im „Finnischen Weihnachtsdorf“ Flammlachs, Blaubeer-Glühwein und Rentierfelle. Die Besucher können sich in Lappenzelten am Lagerfeuer aufwärmen. Nicht weit davon lockt ein mit Fackeln beleuchtetes mittelalterliches Dorf mit Traditionshandwerk.

Der Weihnachtsmarkt in Emden.

In Emden kommt am 2. Dezember der Sinterklaas - der niederländische Nikolaus - mit dem Schiff zu Besuch. In der ostfriesischen Stadt NORDEN gibt es ein Krippenspiel jeweils am zweiten und dritten Adventswochenende ein Krippenspiel mit lebendigen Tieren, wo Schauspieler Plattdeutsch reden und singen. In BREMEN liest der Weihnachtsmann Kinder in einer kleinen Hütte Geschichten vor und verteilt Geschenke.

Einigen Märkten ist auch das Thema Nachhaltigkeit wichtig. In Celle etwa müssen Budenbesitzer den Glühwein in rottefähigen Bechern ausschenken und echtes Tannengrün verwenden. In Emden und Braunschweig wird nur mit stromsparende LED-Lampen beleuchtet.

dpa

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